WERTVOLL! Von S.E LEFEBVRE- Zur Erinnerung

S.E Erzbischof Marcel Lefebvre. Gründer der FSSPX

"WIR HÄNGEN MIT GANZER SEELE UND MIT GANZEM HERZEN AM KATHOLISCHEN ROM"



Grundsatzerklärung von S. E. Erzbischof Marcel Lefebvre vom 21. November 1974 Priesterbruderschaft St. Pius X.

Wir hängen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele am katholischen Rom, der Hüterin des katholischen Glaubens, und der für die Erhaltung dieses Glaubens notwendigen Traditionen, am Ewigen Rom, der Lehrerin der Weisheit und Wahrheit.
Wir lehnen es dagegen ab und haben es immer abgelehnt, dem Rom der neo-modernistischen und neo-protestantischen Tendenz zu folgen, die eindeutig im Zweiten Vatikanischen Konzil und nach dem Konzil in allen daraus hervorgegangen Reformen zum Durchbruch kam. Alle diese Reformen haben in der Tat an der Zerstörung der Kirche, am Ruin des Priestertums, an der Vernichtung des heiligen Meßopfers und der Sakramente, am Erlöschen des religiösen Lebens, am naturalistischen und teilhardistischen Unterricht an den Universitäten, in den Priesterseminaren und in der Katechese beigetragen und weitergewirkt. Der Unterricht, der aus dem Liberalismus und dem Protestantismus hervorgegangen ist, wurde bereits einige Male vom Lehramt der Kirche feierlich verurteilt.
Keine Autorität, auch nicht die höchste Autorität in der Hierarchie, kann uns zwingen, unseren Glauben, der vom Lehramt der Kirche seit neunzehn Jahrhunderten eindeutig formuliert und verkündet wurde, aufzugeben oder zu schmälern.
Der hl. Paulus sagt: „Allein, wenn auch wir oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkündete, als wir euch verkündet haben, der sei ausgestoßen!“ (Gal 1, 8). Besteht die Möglichkeit, daß uns der Heilige Vater dies heute ins Gedächtnis ruft? Wenn sich zwischen seinen Worten und seinen Taten auch ein gewisser Widerspruch ergibt, zum Beispiel bei den Akten der Dikasterien1, dann wählen wir das, was immer gelehrt wurde. Gegenüber den zerstörerischen Neuerungen in der Kirche stellen wir uns taub. Man kann nicht tiefgreifende Veränderungen auf dem Gebiet der „lex orandi“ – „der Liturgie“ vornehmen, ohne dadurch die „lex credendi“ – „das Glaubensgesetz“ zu verändern. Die neue Messe beinhaltet einen neuen Katechismus, ein neues Priestertum, neue Seminare, neue Universitäten und eine charismatische, pentekostalische Kirche. Alle diese Dinge sind der Rechtgläubigkeit und dem Lehramt aller Zeiten entgegengesetzt.
Diese Reform geht vom Liberalismus und vom Modernismus aus und ist völlig vergiftet. Sie stammt aus der Häresie und führt zur Häresie. Dies ist selbst dann der Fall, wenn nicht alle ihre Akte direkt häretisch sind! Jedem wachen und treuen Katholiken ist es daher unmöglich, diese Reform anzunehmen und sich ihr, in welcher Weise auch immer, zu unterwerfen.
Die einzige Haltung der Treue gegenüber der Kirche und der katholischen Lehre besteht, um unseres Heiles willen, in der kategorischen Weigerung der Annahme der Reform. Deshalb setzen wir unser Werk der priesterlichen Ausbildung unter dem Stern des Lehramtes aller Zeiten fort, ohne Bitterkeit, Rebellion oder Groll. Wir sind davon überzeugt, daß wir der heiligen katholischen Kirche, dem Papst und den zukünftigen Generationen keinen größeren Dienst erweisen können.
Wir halten an allem fest, was von der Kirche aller Zeiten und vor dem modernistischen Einfluß des Konzils geglaubt und im Glauben praktiziert wurde: An der Sittenlehre, am Kult, am Katechismusunterricht, an der Priesterausbildung, an den kirchlichen Institutionen und an allem, was in den Büchern kodifiziert niedergeschrieben wurde. Wir warten darauf, daß das wahre Licht der Tradition die Finsternis zerstreut, welche den Himmel des Ewigen Rom verdunkelt.
 Unser Handeln ist durch die Gnade Gottes und durch die Hilfe der allerseligsten Jungfrau Maria, des hl. Joseph und des hl. Papst Pius X. geprägt. Daher sind wir überzeugt, der römisch-katholischen Kirche sowie allen Nachfolgern Petri treu zu bleiben und so „fideles dispensatores mysteriorum Domini Nostri Jesu Christi in Spiritu Sancto“ zu sein. Amen.
+ Marcel Lefebvre
 Rom, 21. November 1974
 am Fest Mariä Opferung






DER ERZBISCHOF LEFEBVRE ERKANNTE DAS PROBLEM


"Überall in der Kirche herrscht Disziplinlosigkeit; Priesterkomitees senden ultimative Aufforderungen an ihre Bischöfe, die Bischöfe mißachten päpstliche Mahnschreiben, sogar die Empfehlungen und Beschlüsse des Konzils werden nicht respektiert, und doch wird niemals das Wort „Ungehorsam” ausgesprochen, außer um es auf jene Katholiken anzuwenden, die der Überlieferung treu bleiben und ganz einfach den Glauben bewahren wollen.
Der Gehorsam ist eine ernste Sache: Mit dem Lehramt der Kirche und insbesondere mit dem Papst vereint zu bleiben, ist eine der Bedingungen zur Erlangung des Heils.
Wir sind uns dessen zutiefst bewußt, und deshalb ist auch niemand dem derzeit regierenden Nachfolger des hl. Petrus mehr verbunden als wir, genauso, wie wir es seinen Vorgängern gegenüber waren: Ich spreche hier von mir und von den zahlreichen aus den Kirchen gewiesenen Gläubigen, von den Priestern, die gezwungen sind, die Messen in Scheunen zu feiern, wie es während der Französischen Revolution der Fall war, und in Stadt und Land einen eigenen Katechismusunterricht zu organisieren.
Wir sind mit dem Papst treu verbunden, wenn er die vollständige apostolische Überlieferung und die Lehren aller seiner Vorgänger weitergibt.
Eben das entspricht der Definition des Nachfolgers Petri: dieses Glaubensgut zu bewahren. Pius IX. lehrt in seiner Enzyklika Pastor aeternus (1): „Der Heilige Geist wurde nämlich den Nachfolgern Petri nicht verheißen, um ihnen zu erlauben, nach Seinen Offenbarungen, eine neue Lehre zu verkünden, sondern damit sie, mit Seinem Beistand, die durch die Apostel überlieferten Offenbarungen, das heißt das Depositum fidei [das hinterlegte Glaubensgut], streng bewahren und zuverlässig auslegen.”
Die Autorität, die Unser Herr dem Papst, den Bischöfen und ganz allgemein den Priestern übertragen hat, steht im Dienst des Glaubens. Bedient man sich des Rechtes,
der Institutionen, der Autorität, um den katholischen Glauben zu vernichten und nicht mehr das Leben mitzuteilen, bedeutet das geistige Abtreibung oder Empfängnisverhütung!

Deshalb sind wir allem gegenüber gehorsam und aufnahmebereit für alles, was mit unserem katholischen Glauben, wie er zweitausend Jahre lang gelehrt wurde, übereinstimmt, aber wir lehnen alles ab, was ihm widerspricht.
Denn schließlich hat sich während des Pontifikats Pauls VI. für das Gewissen und den Glauben aller Katholiken ein sehr schweres Problem ergeben:
Wie kann ein Papst, wahrer Nachfolger Petri und des Beistandes des Heiligen Geistes versichert, den Vorsitz führen bei der tiefgreifendsten und weitreichendsten Zerstörung der Kirche, die je im Lauf der Geschichte, noch dazu in so kurzer Zeit, vollbracht wurde — etwas, was keinem Häresiarchen jemals gelungen ist? Auf diese Frage wird man gewiß eines Tages antworten müssen.
In der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts sagte der hl. Vinzenz von Lerin, — der, bevor er sich Gott weihte, Soldat war und, wie er erklärte, „auf dem Meer der Welt lang hin- und hergeworfen wurde, bis er sich endlich im Hafen des Glaubens geborgen fand”, — folgendes über die Entwicklung des Dogmas: „Wird es in der Kirche Christi gar keinen Fortschritt der Religion geben? Es wird sicher Fortschritte geben, sogar sehr bedeutende, doch solche, die einen Fortschritt im Glauben bedeuten und nicht eine Änderung.
Es ist wichtig, daß im Laufe der Zeit in allen und in jedem einzelnen, in den Individuen wie in den Kirchen, das Verständnis, das Wissen, die Weisheit reichlich und intensiv wachsen, vorausgesetzt, daß dies bei völlig gleichbleibenden Glaubenssätzen und im gleichen Geist erfolgt.” Der hl. Vinzenz kannte den Anprall der Häresien; er gibt eine Verhaltensregel, die auch nach fünfzehnhundert Jahren immer noch gut ist: „Was wird also der katholische Christ tun, wenn ein kleiner Teil der Kirche sich von der Gemeinschaft, vom allgemeinen Glauben trennen sollte? Wozu sonst sollte er sich entschließen als dem vergifteten und verdorbenen Glied den gesamten, gesund gebliebenen Leib vorzuziehen? Und wenn eine neue Seuche mit aller Kraft versucht, nicht mehr nur einen kleinen Teil der Kirche, sondern die gesamte Kirche auf einmal zu vergiften? Dann wird er umsomehr darauf bedacht sein, an dem von altersher Bestehenden festzuhalten, das offensichtlich von keiner lügnerischen Neuerung mehr verführt werden kann.”
In den Litaneien der Bittage läßt uns die Kirche sagen: „Daß Du den apostolischen Oberhirten und alle Stände der Kirche in der heiligen Religion erhalten wollest, wir bitten Dich, erhöre uns!”

Damit ist tatsächlich gesagt, daß ein solches Unglück eintreten kann.
In der Kirche gibt es keine rechtliche Bestimmung, keine Jurisdiktion, die einem Christen eine Minderung seines Glaubens auferlegen könnte. Jeder Gläubige kann und muß, gestützt auf den Katechismus seiner Kindheit, jedem, wer immer es auch sein mag, Widerstand leisten, der an seinen Glauben rührt. Sieht er sich einem Befehl gegenüber, der seinen Glauben zu verderben droht, ist es seine unabweisbare Pflicht, den Gehorsam zu verweigern.
Weil wir nun der Ansicht sind, daß unser Glaube durch die nachkonziliaren Reformen und Richtungsänderungen gefährdet wird, haben wir die Pflicht, den Gehorsam zu verweigern und die Überlieferung zu bewahren. Mehr noch: Wir sind überzeugt, daß wir der Kirche und dem Nachfolger Petri den größten Dienst erweisen können, wenn wir die umgestaltete und liberale Kirche ablehnen. Jesus Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist weder liberal noch reformierbar.
Zweimal haben mir Abgesandte des Heiligen Stuhls gesagt: „Das Königtum Unseres Herrn über die Gesellschaft ist in unserer Zeit nicht mehr möglich, man muß den Pluralismus der Religionen endgültig akzeptieren.”
Genau das haben sie mir gesagt!
Nein, diese Religion ist nicht die meine. Ich nehme diese neue Religion nicht an. Sie ist eine liberale, modernistische Religion, die ihren Gottesdienst hat, ihre Priester, ihren Glauben, ihre Katechismen, ihre ökumenische Bibel, von Katholiken, Juden, Protestanten und Anglikanern gemeinsam übersetzt, eine Übersetzung, die es sich mit keinem verderben und jedermann zufriedenstellen will, das heißt, sehr oft die Auslegung durch das Lehramt opfert. Wir nehmen diese ökumenische Bibel nicht an!
Es gibt die Bibel Gottes, sie ist Sein Wort, und wir haben nicht das Recht, es mit dem Wort der Menschen zu mischen.



Als ich ein Kind war, hatte die Kirche überall denselben Glauben, dieselben Sakramente, dasselbe Meßopfer. Wenn man mir damals gesagt hätte, daß sich das ändern werde,

hätte ich es nicht glauben können. Überall in der ganzen Christenheit betete man auf die gleiche Weise zu Gott. Die neue liberale und modernistische Religion hat die Spaltung gesät.
Oft sind die Christen innerhalb ein und derselben Familie durch die von oben eingeführte Verwirrung gespalten.
SIE GEHEN NICHT MEHR IN DIE GLEICHE MESSE, sie lesen nicht mehr dieselben Bücher. Es gibt Priester, die oft nicht mehr wissen, was sie tun sollen: Entweder sie gehorchen blind dem, was ihre Vorgesetzten ihnen aufzwingen, und verlieren in gewisser Weise den Glauben ihrer Kindheit und ihrer Jugend, sie brechen das Gelöbnis, das sie bei ihrer Weihe durch den Antimodernisteneid abgelegt haben; oder sie leisten Widerstand, haben aber das Gefühl, sich vom Papst zu trennen, der unser Vater und der Stellvertreter Christi ist. Welche Zerrissenheit in beiden Fällen! Viele Priester sind vor Schmerz vorzeitig gestorben.
Und wieviele andere wurden gezwungen, ihre Pfarreien aufzugeben, in denen sie seit Jahren ihren Dienst ausgeübt hatten, weil sie einer offenen Verfolgung durch ihre Hierarchie ausgesetzt waren und obwohl ihre Gläubigen, denen man damit ihren Hirten entrissen hat, sich für sie einsetzten! Ich habe den erschütternden Abschiedsbrief eines solchen Priesters vor mir, den er an die Bewohner der beiden Pfarreien, deren Pfarrer er gewesen war, gerichtet hat: „Bei der Unterredung vom … hat der Herr Bischof mir das Ultimatum gestellt, die neue Religion anzunehmen oder abzulehnen; ich konnte mich dem nicht entziehen. Um also den meinem Priestertum entspringenden Pflichten treu zu bleiben, um der ewigen Kirche treu zu bleiben … war ich, wider Willen gezwungen, meinen Abschied zu nehmen. … Die einfache Redlichkeit und vor allem meine Priesterehre machen es mir zur Pflicht, loyal zu sein, gerade in dieser Sache, deren Bedeutung Gott selbst betrifft (es ist die Messe) … Diesen Beweis der Treue und der Liebe muß ich Gott und den Menschen, besonders Ihnen, geben, und nach ihm werde ich am Jüngsten Tag gerichtet werden, wie übrigens alle jene, denen dieses Glaubensgut anvertraut wurde.”

In der Diözese Campos, in Brasilien, wurden nach dem Abgang von Bischof de Castro Mayer fast alle Priester aus den Kirchen vertrieben, weil sie die Messe aller Zeiten, wie sie noch bis vor kurzem gefeiert wurde, nicht aufgeben wollten.
Die Spaltung wirkt sich selbst auf die einfachsten Kundgebungen der Frömmigkeit aus. Im Departement Val-de-Marne ließ das Ordinariat fünfundzwanzig Katholiken, die seit langen Jahren in der Privatkapelle eines bestallten Pfarrers den Rosenkranz beteten, durch die Polizei vertreiben. In der Diözese Metz ließ der Bischof den kommunistischen Bürgermeister einschreiten, um die Kündigung der Miete eines Lokals durchzusetzen, das einer Gruppe von Traditionalisten überlassen worden war. In Kanada wurden sechs Gläubige vom Gericht, das nach dem Gesetz dieses Landes hiefür zuständig ist, verurteilt, weil sie darauf bestanden hatten, kniend zu kommunizieren. Der Bischof von Antigonish hatte sie „wegen absichtlicher Störung der Ordnung und Würde eines Gottesdienstes” angeklagt. Die „Störer” wurden vom Richter mit sechs Monaten Bewährungsaufsicht freigelassen! Ein bischöfliches Verbot für die Christen, vor Gott das Knie zu beugen! Im letzten Jahr endete die Wallfahrt der Jugend nach Chartres mit einer Messe im Garten der Kathedrale, da in dieser selbst die Messe des hl. Pius V. verboten war. Vierzehn Tage darauf standen ihre Tore weit offen für ein geistliches Konzert, bei dem eine ehemalige Karmelitin Tänze vorführte.
Zwei Religionen bieten einander die Stirn; wir befinden uns in einer tragischen Situation, wir müssen uns entscheiden, es geht hier aber nicht um eine Entscheidung zwischen Gehorsam und Ungehorsam. Was man von uns will, wozu man uns ausdrücklich auffordert, weswegen man uns verfolgt, besteht darin, daß man von uns einen Scheingehorsam will.
Denn der Heilige Vater kann wirklich nicht von uns verlangen, daß wir unseren Glauben aufgeben.
Wir entscheiden uns also dafür, den Glauben zu bewahren, und wir können uns nicht täuschen, wenn wir uns an das halten, was die Kirche zweitausend Jahre lang gelehrt hat. Die Krise ist tief und so geschickt organisiert und gelenkt, daß man wirklich glauben kann, hier sei nicht ein Mensch der Organisator, sondern Satan selbst. Denn es ist ein Meisterstück Satans, daß er die Katholiken so weit gebracht hat, im Namen des Gehorsams der gesamten Tradition ungehorsam zu sein. Ein typisches Beispiel liefert das aggiornamento der Ordensgemeinschaften: Aus Gehorsam müssen die Ordensmänner und Ordensfrauen den Gesetzen und Konstitutionen ihrer Gründer, denen sie bei ihrer Profeß Gehorsam gelobt haben, ungehorsam sein. Der Gehorsam müßte in diesem Fall in einer kategorischen Weigerung bestehen. Die Autorität, selbst die legitime, kann nicht eine verwerfliche, böse Handlung befehlen. Niemand kann irgend jemanden verpflichten, seine Ordensgelübde in einfache Versprechen umzuwandeln, ebensowenig, wie uns jemand zwingen kann, Protestanten oder Modernisten zu werden.
Der hl. Thomas von Aquin, auf den man sich immer beziehen muß, geht sogar so weit, sich in der Summa theologica zu fragen, ob die durch Unseren Herrn vorgeschriebene „brüderliche Zurechtweisung” auch gegenüber Oberen ausgesprochen werden kann. Nach Erörterung aller erforderlichen Gesichtspunkte antwortet er: „Man kann die brüderliche Zurechtweisung gegenüber Oberen aussprechen, wenn es sich um den Glauben handelt.”
Wenn wir im Glauben standhafter wären, würden wir nicht so weit kommen, ganz ohne es zu merken, Häresien anzunehmen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erlebten die Engländer ein Abenteuer dieser Art, wir wir es heute erleben, allerdings mit dem Unterschied, daß dieses bei ihnen gleich mit einem Schisma begonnen hat. Im übrigen ist die Ähnlichkeit aber erstaunlich und geeignet, uns zum Nachdenken zu bewegen. Die neue Religion, die später den Namen Anglikanismus annehmen sollte, begann mit der Offensive gegen die Messe, die persönliche Beichte und den kirchlichen Zölibat. Obwohl Heinrich VIII. die enorme Verantwortung der Trennung seines Volkes von Rom auf sich genommen hatte, lehnte er doch die diesbezüglich an ihn herangetragenen Vorschläge ab.
Ein Jahr nach seinem Tod aber wurde durch einen Erlaß der Gebrauch des Englischen für die Feier der Messe erlaubt, Prozessionen verboten und ein neuer Ordo, der Order of Communion aufgezwungen, bei dem das Offertorium nicht mehr vorhanden ist.
Um die Christen zu beruhigen, verbot ein weiterer Erlaß jede Art von Änderung, während ein dritter den Pfarrern erlaubte, die Heiligen- und Muttergottesstatuen aus den Kirchen zu entfernen. Ehrwürdige Kunstwerke wurden bei den Händlern verkauft, ganz wie heute in den Antiquitätengeschäften und auf dem Flohmarkt.


Nur einige Bischöfe haben daraufhingewiesen, dass der Order dem Dogma der Communio über die Realpräsenz widerspricht, weil er sagt, daß Unser Herr uns Seinen Leib und Sein Blut nur geistig schenkt.

Das in der Volkssprache übersetzte Confiteor wurde vom Zelebranten und den Gläubigen zugleich gesprochen und diente als Absolution.



Die Messe wurde zu einem Mahl umgewandelt, „turning into a Communion”. Doch auch die klar sehenden Bischöfe nahmen schließlich das neue Meßbuch hin, um den Frieden und die Einigkeit aufrechtzuerhalten. Mit genau derselben Begründung möchte die
nachkonziliare Kirche uns den neuen Ordo aufzwingen. Die englischen Bischöfe im 16. Jahrhundert behaupteten, daß die Messe eine „Gedächtnisfeier” sei! Eine intensive Propaganda erreichte, daß lutherische Auffassungen in den Geist der Gläubigen Eingang fanden; die Prediger mußten von der Regierung zugelassen sein.


Kommunion in Plastikbecher! - Die Kommunionausteilung am Weltjugendtag mit Papst Franziskus 2013!

Gleichzeitig wurde der Papst nur mehr „der Bischof von Rom” genannt, er ist nun nicht mehr der Vater, sondern der Bruder der übrigen Bischöfe und, in diesem Fall, der Bruder des Königs von England, der sich selbst als Oberhaupt der Landeskirche eingesetzt hatte. Das Prayer Book von Cranmer (2) ist eine Mischung aus der griechischen Liturgie und der Liturgie Luthers. Wer denkt dabei nicht an Mgr. Bugnini, der die sogenannte Messe Pauls VI. unter Mitarbeit sechs protestantischer „Beobachter” verfaßte, die in dieser Eigenschaft dem Rat für die Liturgiereform zugeteilt waren? (3) Das Prayer Book beginnt mit den Worten: „Das Abendmahl, die heilige Kommunion, gemeinhin Messe genannt …” also eine Vorwegnahme des berüchtigten Artikels 7 der Institutio Generalis [Allgemeine Einführung] des neuen Meßbuchs, der vom Eucharistischen Kongreß in Lourdes 1981 wieder aufgegriffen wurde: „Das Herrenmahl, auch Messe genannt. …”

Die Zerstörung des Heiligen, von der ich oben gesprochen habe, war auch in der anglikanischen Reform enthalten: Die Worte des Kanons mußten, obligat, laut gesprochen werden, so wie es bei den heutigen „Eucharistiefeiern” geschieht.
Das Prayer Book wurde von den Bischöfen auch approbiert, „um die innere Einheit des Königreiches zu erhalten”. Die Priester, die auch weiterhin die „alte Messe” gelesen haben, mußten mit Strafen rechnen, die von dem Verlust ihrer Einkünfte bis zu ihrer sofortigen Absetzung bei Rückfälligkeit, ja bis zu lebenslänglichem Gefängnis gingen. Man muß es geradezu anerkennen, daß heutzutage die „traditionalistischen” Priester nicht mehr ins Gefängnis geworfen werden.
Das England der Tudors glitt in die Häresie, ohne sich darüber ganz im klaren zu sein, weil es die Änderung unter dem Vorwand hinnahm, sich, mit seinen Hirten an der Spitze, den geschichtlich gegebenen Zeitumständen anzupassen. Heute ist die ganze Christenheit in Gefahr, denselben Weg zu gehen. Haben Sie bedacht, daß zwar wir, die wir ein gewisses Alter erreicht haben, einer geringeren Gefahr ausgesetzt sind, daß aber die Kinder und die jungen Seminaristen die neoprotestantischen Begriffe, die man ihnen einprägt, als etwas ganz Normales ansehen? Denn, sie werden ja mit den neuen Katechismen, mit Experimentalpsychologie und Soziologie ausgebildet und ohne den geringsten Anflug von Dogmatik, Moraltheologie, Kirchenrecht und Kirchengeschichte in einem Glauben erzogen, der nicht der wahre Glaube ist. Wie wird es mit der Religion von morgen aussehen, wenn wir nicht Widerstand leisten?
Sie werden versucht sein zu sagen: „Aber was können wir da machen? Es ist doch ein Bischof, der das oder jenes sagt. Schauen Sie doch, dieses Dokument stammt ja von der Kommission für den Religionsunterricht oder von einer anderen offiziellen Kommission!”
Ja, dann bleibt Ihnen eben nichts anderes übrig, als den Glauben zu verlieren. Aber Sie haben nicht das Recht, so zu reagieren. Der hl. Paulus hat uns gewarnt: „Aber selbst wenn ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkündete als jenes, das wir euch verkündet haben: er sei verflucht!” (Gel. 1,8).
 Das ist das Geheimnis des wahren Gehorsams."
_____
(1) vom 18.7.1870 (Erstes Vatikanisches Konzil)
(2) Thomas Cranmer von 1547 bis 1553 allmächtiger Erzbischof von Canterbury
(3) Papst Paul VI. wurde mit jenen sechs protestantichen Pastoren, darunter Max Thurian von Taizé, bei der Schlußsession des Consiliums am 16. April 1970 photographiert. Dieses bekannte und oft reproduzierte Photo wurde erstmals in der Documentation catholique vom 3. Mai 1970 als Titelblatt veröffentlicht.
Aus: “Offener Brief an die ratlosen Katholiken”, XVIII. Kapitel (1986, Mediatrix-Verlag, Wien)
 29. Juni 2013







ZUM NACHDENKEN!

 Erzbischof Lefebvre an die Ratlosen Katholiken

 

Die neue Religion, die später den Namen Anglikanismus annehmen sollte, begann mit der Offensive gegen die Messe, die persönliche Beichte und den kirchlichen Zölibat. Obwohl Heinrich VIII. die enorme Verantwortung der Trennung seines Volkes von Rom auf sich genommen hatte, lehnte er doch die diesbezüglich an ihn herangetragenen Vorschläge ab.
Ein Jahr nach seinem Tod aber wurde durch einen Erlaß der Gebrauch des Englischen für die Feier der Messe erlaubt, Prozessionen verboten und ein neuer Ordo, der Order of Communion aufgezwungen, bei dem das Offertorium nicht mehr vorhanden ist. 

Um die Christen zu beruhigen, verbot ein weiterer Erlaß jede Art von Änderung, während ein dritter den Pfarrern erlaubte, die Heiligen- und Muttergottesstatuen aus den Kirchen zu entfernen. Ehrwürdige Kunstwerke wurden bei den Händlern verkauft, ganz wie heute in den Antiquitätengeschäften und auf dem Flohmarkt.


Nur einige Bischöfe haben daraufhingewiesen, dass der Order dem Dogma der Communio über die Realpräsenz widerspricht, weil er sagt, daß Unser Herr uns Seinen Leib und Sein Blut nur geistig schenkt.
Das in der Volkssprache übersetzte Confiteor (Schuldbekenntnis) wurde vom Zelebranten und den Gläubigen zugleich gesprochen und diente als Absolution. 


 Die Messe wurde zu einem Mahl umgewandelt,  
„turning into a Communion”. 
Doch auch die klar sehenden Bischöfe nahmen schließlich das neue Meßbuch hin, um den Frieden und die Einigkeit aufrechtzuerhalten.  
Mit genau derselben Begründung möchte die 

nachkonziliare Kirche uns den neuen Ordo aufzwingen
Die englischen Bischöfe im 16. Jahrhundert behaupteten, daß die Messe eine„Gedächtnisfeier” sei! 
Eine intensive Propaganda erreichte, daß lutherische Auffassungen in den Geist der Gläubigen Eingang fanden; 
die Prediger mußten von der Regierung zugelassen sein.


Kommunion in Plastikbecher! - Die Kommunionausteilung am Weltjugendtag mit Papst Franziskus 2013!

 
Gleichzeitig wurde der Papst nur mehr „der Bischof von Rom” genannt, er ist nun nicht mehr der Vater, sondern der Bruder der übrigen Bischöfe und, in diesem Fall, der Bruder des Königs von England, der sich selbst als Oberhaupt der Landeskirche eingesetzt hatte. Das Prayer Book von Cranmer (2) ist eine Mischung aus der griechischen Liturgie und der Liturgie Luthers. 
Wer denkt dabei nicht an Mgr. Bugnini, der die sogenannte Messe Pauls VI. unter Mitarbeit sechs protestantischer „Beobachter” verfaßte, die in dieser Eigenschaft dem Rat für die Liturgiereform zugeteilt waren? 
 (3) Das Prayer Book beginnt mit den Worten
„Das Abendmahl, die heilige Kommunion, gemeinhin Messe genannt …” also eine Vorwegnahme des berüchtigten Artikels 7 der Institutio Generalis [Allgemeine Einführung] des neuen Meßbuchs, der vom Eucharistischen Kongreß in Lourdes 1981 wieder aufgegriffen wurde: 
„Das Herrenmahl, auch Messe genannt. …” 

Die Zerstörung des Heiligen, von der ich oben gesprochen habe, war auch in der anglikanischen Reform enthalten:  
Die Worte des Kanons mußten, obligat, laut gesprochen werden, so wie es bei den heutigen „Eucharistiefeiern” geschieht.
Das Prayer Book wurde von den Bischöfen auch approbiert, 
„um die innere Einheit des Königreiches zu erhalten”. 
Die Priester, die auch weiterhin die „alte Messe” gelesen haben, mußten mit Strafen rechnen, die von dem Verlust ihrer Einkünfte bis zu ihrer sofortigen Absetzung bei Rückfälligkeit, ja bis zu lebenslänglichem Gefängnis gingen. 
Man muß es geradezu anerkennen, daß heutzutage die „traditionalistischen” Priester nicht mehr ins Gefängnis geworfen werden.
Das England der Tudors glitt in die Häresie, ohne sich darüber ganz im klaren zu sein, weil es die Änderung unter dem Vorwand hinnahm, sich, mit seinen Hirten an der Spitze, den geschichtlich gegebenen Zeitumständen anzupassen. Heute ist die ganze Christenheit in Gefahr, denselben Weg zu gehen. 
Haben Sie bedacht, daß zwar wir, die wir ein gewisses Alter erreicht haben, einer geringeren Gefahr ausgesetzt sind, daß aber die Kinder und die jungen Seminaristen die neoprotestantischen Begriffe, die man ihnen einprägt, als etwas ganz Normales ansehen? Denn, sie werden ja mit den neuen Katechismen, mit Experimentalpsychologie und Soziologie ausgebildet und ohne den geringsten Anflug von Dogmatik, Moraltheologie, Kirchenrecht und Kirchengeschichte in einem Glauben erzogen, der nicht der wahre Glaube ist.  
  • Wie wird es mit der Religion von morgen aussehen, wenn wir nicht Widerstand leisten?
Sie werden versucht sein zu sagen: „Aber was können wir da machen? Es ist doch ein Bischof, der das oder jenes sagt. Schauen Sie doch, dieses Dokument stammt ja von der Kommission für den Religionsunterricht oder von einer anderen offiziellen Kommission!”
Ja, dann bleibt Ihnen eben nichts anderes übrig, als den Glauben zu verlieren. Aber Sie haben nicht das Recht, so zu reagieren. Der hl. Paulus hat uns gewarnt: „Aber selbst wenn ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkündete als jenes, das wir euch verkündet haben: er sei verflucht!” (Gel. 1,8).
 Das ist das Geheimnis des wahren Gehorsams.
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(1) vom 18.7.1870 (Erstes Vatikanisches Konzil)
(2) Thomas Cranmer von 1547 bis 1553 allmächtiger Erzbischof von Canterbury
(3) Papst Paul VI. wurde mit jenen sechs protestantichen Pastoren, darunter Max Thurian von Taizé, bei der Schlußsession des Consiliums am 16. April 1970 photographiert. Dieses bekannte und oft reproduzierte Photo wurde erstmals in der Documentation catholique vom 3. Mai 1970 als Titelblatt veröffentlicht.
Aus: “Offener Brief an die ratlosen Katholiken”, XVIII. Kapitel (1986, Mediatrix-Verlag, Wien)
 29. Juni 2013












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