WORTE JESU AN UND DURCH LUISA PICCARRETA!


LUISA PICCARRETA, DIE KLEINE DIENERIN UND TOCHTER DES GÖTTLICHEN WILLENS!

Die Gabe des Göttlichen Willens!
AUDIO AUFNAHMEN ÜBER LUISAS LEBEN UND DIE BOTSCHAFTEN JESU CHRISTI AN SIE UND AN UNS ALLE.
ER BRINGT UNS ALLEN EINE BESONDERE SPIRITUALITÄT!
Luisa hat mehr als Thomas von Aquin geschrieben.


Jesus unser Herr zu Luisa Piccarreta 1. Januar, 1929

Dann fügte Er hinzu: Meine Tochter, jede Enthüllung meines Göttlichen Willens, die Ich dir gegeben habe, ist wie eine Seite deines Lebens; und wenn Du wüßtest wie viele Güter diese Seiten einschließen. Jede ist eine Fluß zwischen Himmel und Erde; sie ist eine weitere Sonne, die über den Häuptern aller leuchten wird. Diese Seiten werden die Herolde des himmlischen Vaterlands sein; sie sind Stufen, die mein Göttliches Wollen beschreitet, um die Geschöpfe an mich zu ziehen.  Daher werden dessen Enthüllungen, wie Seiten des Lebens, eine Ära für zukünftige Generationen sein, in denen sie das Reich meines Fiat lesen werden, die vielen Schritte, die es dauerte, um mitten unter sie zu kommen, und die neuen Rechte, die Es ihnen gab, um sie wieder in Sein Reich einzutreten lassen.


Luisa Piccarreta hat ein umfangreiches Werk hinterlassen. 
Aus Gehorsam ihrem Beichtvater gegenüber, begann
sie am 28. Februar 1899  ihr geistliches Tagebuch zu
schreiben und vollendete es am 28. Dezember 1938. 
Folgende Auszüge davon sind ins Deutsche übersetzt worden:

- Das Reich des göttlichen Willens - Band I
- Das Reich des göttlichen Willens - Band III

Band I und III sind Auszüge des Tagebuches von Luisa Piccarreta. Es enthält ihren geistlichen Fortschritt in Gesprächen mit unserem Herrn Jesus Christus und insbesondere die Lehren über den Göttlichen Willen. 
Band III enthält eine Zusammenstellung aus dem Tagebuch, insbesondere die Aufgaben und den Auftrag der Mutter Gottes im Reich des göttlichen Willens.

- Das Reich des göttlichen Willens - Band II 
Dieser Band trägt den Titel:

  • Die Stundenuhr des Leidens unseres Herrn Jesus Christus

Die betende Seele erfährt durch die Meditation der 24 Stunden des Leidensweges eine Tiefe, die sie mit der ganzen Menschheit und Gottheit Christi vereint.


DIE PASSION DIE SIE GLEICH LESEN DÜRFEN OFFENBART UNS DER HERR DURCH LUISA PICCARRETA.


JESUS CHRISTUS SPRICHT SELBST ZU UNS!

Passend als Betrachtung für die Heilige Stunde


VORBEREITUNGSGEBET FOR JEDER STUNDE DER BETRACHTUNG


Mein Herr Jesus Christus! Ich glaube, daß du hier gegenwärtig bist. Niedergeworfen zu deinen Füßen, bitte ich dich um der Liebe deines Herzens willen, du mögest mich zur Betrachtung deiner Passion zulassen, in der du aus Liebe zu uns an deinem anbetungswürdigen Leibe wie in deiner heiligsten Seele so viel hast leiden wollen, sogar den Tod am Kreuze. O verleihe mir deinen Beistand, Gnade, liebe, tiefes Mitleid und hohes Verständnis für deine Leiden, während ich diese Betrachtungsstunde halte.

Aber auch für jene Leidensstunden, die ich jetzt nicht halten kann, opfere ich dir den guten Willen auf, Sie zu betrachten in der Zeit, in der ich mich meinen Pflichten widmen oder der Nachtruhe hingeben muss.  Nimm wohlgefällig auf, barmherziger Heiland, meine gutgemeinte Absicht.  Verleihe, daß Sie für mich und viele andere zu solchem Nutzen gereiche, als ob ich wirklich und in der Tat alle Leidensstunden gehalten hätte, di ich hätte halten wollen.

Ich sage dir Dank, o Jesus, daß du mich im Gebete zur Vereinigung mit dir berufst.  Indem mich mit deinen Gedanken, mit deinen Worten, mit den Akten deines Herzens vereinige und ganz aufgehe in deinem Willen und in deiner Liebe, flehe ich im den Beistand deiner hl. Mutter und meines guten Schutzengels.



Stunde von 21 bis 22 Uhr
Erste Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg

Mein betrübter Jesus! Angezogen von deiner Liebe komme ich, dir im Garten des Ölbergs Gesellschaft zu leisten. Ich weiß wohl, dass du mich rufst, aber ich frage mich: Wozu diese Antriebe der Liebe? Befindet sich vielleicht mein von seinen Feinden verfolgter Jesus im Zustand solcher Betrübnis, dass er nach meiner Gesellschaft verlangt? Auf Flügeln der Liebe eile ich dahin, aber mich schaudert beim Eintritt in den Ölgarten in der Dunkelheit der Nacht. Es ist kalt geworden. Leise bewegen sich die Blätter der Bäume, als flüsterten sie im Traum und kündeten Leid, Traurigkeit und Tod für den Mann der Schmerzen.

Die Sterne in ihrem milden Schein sind darauf bedacht, gleichsam mit weinenden Augen Jesus zu betrachten. Indem die Tränen sie zu tiefem Mitleid bewegen, machen sie mir Vorwürfe wegen meiner Undankbarkeit. Ich erzittere. Im Dunkeln mich vorwärts tastend, suche ich den Meister mit dem Ruf: Jesus, wo bist du? Du ziehst mich zu dir hin und lässt dich nicht sehen? Du rufst mich und verbirgst dich?" Doch kein Echo gibt meiner Stimme Antwort, überall Schrecken, überall Grauen und tiefes Schweigen. Ich lausche und vernehme einen beklommenen Atemzug - ich habe wirklich Jesus gefunden. Aber welch betrübliche Veränderung! Das ist nicht mehr Jesus, dessen Antlitz beim eucharistischen Abendmahl in hinreißender Schönheit erstrahlte. Jetzt ist er von einer tödlichen Traurigkeit befallen, welche die natürliche Schönheit seiner Züge entstellt. Ich gerate in Aufregung bei dem Gedanken, dass ich vielleicht nicht mehr seine Stimme vernehme. Ich umfasse seine Füße, werde kühner, umarme ihn, lege ihm meine Hand auf die Stirne, um ihn aufrecht zu halten, und rufe leise: "Jesus, Jesus!"
Und er, getroffen von meiner Stimme, schaut mich an und spricht: 

"Meine Seele, du hier?  Ich wartete auf dich, denn die Traurigkeit darüber, dass alle mich allein lassen, hat mich tief niedergedrückt.
Ich wartete auf dich, dass du Zuschauerin meiner Leiden seiest und mit mir den Kelch tränkest, den mir mein himmlischer Vater bereitet hat. Wir werden ihn zusammen trinken, aber es wird kein Kelch der Erquickung, sondern unaussprechlicher Bitterkeit sein. Ich empfand das Bedürfnis, eine liebende Seele möchte wenigstens einige Tropfen davon schlürfen, darum habe ich dich gerufen. So nimm ihn an, teile mit mir mein Leid und gib mir die Versicherung, mich nicht allein zu lassen in dieser Stunde der Verlassenheit." 
[1] - Wohlan, mein in Traurigkeit versenkter Jesus, wir trinken den Kelch deiner Leiden gemeinsam. Ich werde nie von deiner Seite weichen.

Inzwischen tritt Jesus in die Todesangst ein und erduldet Qualen, so entsetzlich, wie man sie nie gesehen hat.

Jesus, meine Liebe! Sag mir, warum bist du so traurig, so betrübt, allein in diesem Garten und in dieser Nacht? Ich weiß, es ist die letzte deines sterblichen Lebens. Nur wenige Stunden, dann nimmt deine Passion ihren Anfang. Ich glaubte, hier deiner Mutter, Magdalena und deinen treuen Aposteln zu begegnen. Statt dessen finde ich dich allein und in eine Todesangst versetzt, die wie ein grausamer Tod erscheint, ohne dich sterben zu lassen.

Mein höchstes Gut und mein Alles! Gibst du mir keine Antwort?
O sprich zu mir! ...Doch es scheint, dir versagt die Stimme, so groß ist deine Traurigkeit; auch dein Seherblick, sonst voll des Lichtes, ist so traurig. Es kommt mir vor, als suchtest du Trost und Hilfe. Dein bleiches Angesicht, deine Lippen, ausgetrocknet von dem Feuer der Liebe, deine zitternde Gestalt, dein gewaltig pochendes Herz, das auf der Suche nach Seelen ist, verleihen dir einen Ausdruck, dass man meinen könnte, du wolltest von einem Augenblick zum andern verscheiden. Alles sagt mir, dass du dich allein fühlst und meine Gesellschaft begehrst.

Nun bin ich dir nahe, mein Jesus. Aber mein Herz versagt, wenn ich dich am Boden liegen sehe. Ich nehme dich in meine Arme und drücke dich an mein Herz. Alle deine Peinen, eine nach der andern, alle Unbilden, die man dir zufügt, will ich zählen, um dir im Namen aller Menschen Trost und Mitleid darzubieten.... Mein Jesus! Während ich dich in meinen Armen halte, nehmen deine Leiden zu. Ich fühle, dass in deinen Adern ein Feuerstrom kreist. Das Blut kocht in ihnen, es scheint, als wolle es die Venen zerreißen und sich aus ihnen ergießen. Sag mir, meine Liebe, was hast du?
Ich sehe keine Geißeln, keine Dornen, keine Nägel, kein Kreuz. Dennoch, wenn ich mein Haupt an dein Herz lege, fühle ich, dass Dornen es durchbohren und erbarmungslose Geißeln keinen Teil deiner göttlichen Person verschonen, weder innen noch außen. Ich sehe deine Hände noch krampfhafter zusammengezogen, als es von Nägeln hätte geschehen können.
Sag mir, mein süßes Gut, wer übt eine solche Macht auch in deinem Innern aus, die dich sovielmal den Tod erdulden lässt, wie sie Qualen zulässt?

Nun scheint es mir, als öffnete mein gebenedeiter Jesus seine Lippen und spräche mit schwacher und erstorbener Stimme zu mir:

"Tochter, willst du wissen, wer mich noch mehr peinigt als die Henkersknechte? Und warum die Qualen, die sie mir zufügen, fast nichts sind im Vergleich zu dem, was ich jetzt leide? 
Die Liebe, die ewige Liebe ist es, die mich alle Schmerzen bis ins Mark hinein in ihrer Gesamtheit erleiden lässt, welche die Henkersknechte meine Person nach und nach erdulden lassen. Ja, die Liebe ist es, die über mich und in mir die Herrschaft führt. Die Liebe wird mir zum Nagel, die Liebe zur Geißel, die Liebe zur Dornenkrone. Die Liebe ist mir alles, die Liebe mein immer währendes Leiden, während nur vorübergehend ist, was ich in meiner Menschheit leide. Kind, tritt ein in mein Herz, verliere dich in meiner Liebe. Nur in ihr wird sich dir das Verständnis erschließen, was ich für dich gelitten und wie sehr ich dich geliebt habe. So wirst du lernen, auch mich zu lieben und allein aus Liebe zu leiden."

Mein Jesus! Da du mich in dein Herz eintreten heißt, um mich deine Liebe schauen zu lassen, so komme ich. Aber was sehe ich? Die Wunder der Liebe, die dich nicht mit natürlichen Dornen krönt, sondern mit Dornen aus Feuer; nicht mit Geißeln aus Stricken deinen anbetungswürdigen Leib peinigt, sondern mit Geißeln aus Feuer; nicht mit Nägeln aus Eisen deine Hände und Füße durchbohrt, sondern mit Nägeln aus Feuer. Alles ist Feuer. Es dringt dir bis ins Mark der Gebeine, wandelt deine ganze Menschheit in Feuer um, und verursacht dir unaussprechliche und tödliche Leiden, die noch bitterer sind als die deiner Passion. Es bereitet in deinem Blut ein Bad der Liebe für alle Seelen, die sich von jedem Makel reinwaschen und das Recht erwerben wollen, Kinder der Liebe zu sein.

O Liebe ohne Grenzen! Ich fühle mich außer Fassung angesichts deiner Unermesslichkeit. Ich sehe, dass ich ganz Liebe sein müsste, um in deine Liebe eintreten und sie begreifen zu können. Das bin ich aber nicht, mein Jesus. Da du trotzdem meine Gesellschaft begehrst, so bitte ich dich, mich ganz und gar mit Liebe zu erfüllen, mein Haupt und jeden meiner Gedanken mit der Krone der Liebe zu krönen.

Mache auch, unendliche Liebe, dass nichts in mir sei, was nicht vom Leben der Liebe beseelt ist. Ich bitte dich ferner, meine Hände und Füße mit den Nägeln der Liebe anzunageln, auf dass alles in mir Liebe werde und Liebe anstrebe; dass ich, von der Liebe gekleidet, von der Liebe genährt, von der Liebe an dich angenagelt werde und nichts in und außer mir sich erkühne, mich von der Liebe zu scheiden.



Erwägungen und praktische Übungen.

Jesus Christus, in dieser Stunde scheinbar verlassen von seinem ewigen Vater, erleidet einen solchen Feuerbrand der Liebe, der alle denkbaren und möglichen Sünden verzehren, alle Menschen, Millionen und Myriaden von Welten, sogar die Verworfenen, wären sie nicht ewig verstockt in ihrer Bosheit, in Flammen der Liebe setzen könnte.

Treten wir ein in Jesus! Wenn wir in sein Innerstes, in seine feurigen Herzschläge, auch in seinen Verstand vorgedrungen sind, der wie vom Feuer entzündet ist, dann bekleiden wir uns innen und außen mit jenem Feuer der Liebe, das im Herzen Jesu brennt. Indem wir uns dann in seinen Willen ergießen, werden wir in ihm alle Menschen finden.
Geben wir einem jeden die Liebe Jesu, berühren wir damit sein Herz und seinen Sinn. Bemühen wir uns, mit dieser Liebe alle in Liebe umzugestalten. Sodann bilden wir mit den Neigungen Jesu, mit seinen Wünschen und Gedanken ihn selbst in jedem Menschenherzen. Bringen wir alle Menschenkinder, die Jesus im Herzen tragen, zu ihm hin und sprechen wir: Jesus, wir bringen dir alle Menschenkinder, jedes mit Jesus im Herzen, um deiner Liebe Trost und Erquickung zu bieten, denn ein anderes Mittel finden wir nicht" So werden wir wahrhaft seinem Herzen Linderung verschaffen. Die Flammen der Liebe, die in ihm brennen, sind so gewaltig, dass er oft und oft ausruft: Ich brenne, und niemand ist, der meine Liebe in Empfang nimmt. O gebt mir Erquickung und nehmt meine Liebe, um mir damit Liebe zu schenken."

Uns in allem Jesus gleichförmig zu machen, müssen wir in uns Einkehr halten und uns die Frage vorlegen: Können wir bei allem, was wir tun, sagen, dass beständig Liebe zwischen uns und Gott hin- und herflutet? Unser Leben wird von einem beständigen Zufluss von Liebe gespeist, die wir von Gott empfangen. Wenn wir denken, strömt uns Liebe zu, wenn wir arbeiten, strömt uns Liebe zu. Jedes Wort, jeder Atemzug wird von Liebe getragen, alles empfangen wir von Gott. Sind aber auch alle unsere Werke in Liebe Gott zugewandt? Findet Jesus in uns das süße Entzücken seiner Liebe, die zu ihm hinströmt, dass er, davon hingerissen, uns mit der Fülle der Liebe bereichern könne?
Wenn wir nicht in alle unsere Werke die gute Meinung hineingelegt haben, alles im Verein mit der Liebe zu wirken, dann halten wir Einkehr in uns. Bitten wir ihn um Verzeihung, dass wir ihn des süßen Vergnügens beraubt haben, seiner Liebe zu uns durch Gegenliebe zu entsprechen. - Lassen wir uns in unseren Werken so von der Hand Gottes leiten, wie sich die Menschheit Christi leiten ließ? Was sich in unserem Leben ereignet, ausgenommen die Sünde, müssen wir annehmen als göttliches Wirken. Handeln wir anders, dann entziehen wir dem Vater die Verherrlichung, lassen das göttliche Leben entweichen und verlieren die Heiligkeit. Alle inneren Einsprechungen, alle Gnaden, die uns zukommen, sind nichts anderes als Wirkungen göttlicher Liebe. Nehmen wir sie auf in der von Gott gewollten Weise? Geben wir Jesus die Freiheit, in uns zu wirken? Oder weisen wir sein göttliches Wirken zurück und nötigen ihn, gewissermaßen die Hände in den Schoß zu legen, indem wir seine ganze Tätigkeit in rein menschlichem Sinn auffassen und als etwas Gleichgültiges betrachten? Werfen wir uns in seine Arme, um alle jene Prüfungen über uns ergehen zu lassen, die der Ratschluss des Herrn zum Zweck der Heiligung über uns verhängt?

Meine Liebe und mein Alles! Möge deine Liebe mich in allem überströmen und all das verzehren, was nicht dir geweiht ist. Mache, dass meine Liebe stets zu dir hinströmt und ihr Feuer all das verzehrt, was dein Herz betrüben könnte.



Stunde von 22 bis 23 Uhr
Zweite Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg

Mein Jesus! Schon ist eine Stunde verflossen, seit du im Garten Gethsemane weilst. Die Liebe hat die Oberherrschaft in allem an sich genommen und lässt dich auf einmal das leiden, was die Henkersknechte dir im Verlauf deiner bittersten Passion zu leiden geben.

Mein Jesus! Ich sehe dich wanken bei deinen Schritten, und trotzdem schreitest du voran. Sag mir, mein höchstes Gut, wohin lenkst du deine Schritte? Ach, du willst deine geliebten Jünger aufsuchen. Ich begleite dich, um dich in meinen Armen zu halten, wenn du wankst.

Mein Jesus! Ein anderer bitterer Schmerz wartet auf dich.
Die Jünger schlafen. Du, immer mitleidvoll, rufst sie wach und ermahnst sie mit väterlicher Liebe, empfiehlst ihnen zu wachen und zu beten. Dann kehrst du in den Garten zurück. Aber noch eine andere Wunde trägst du im Herzen, und in ihr erblicke ich alle Wunden, die dir die Gott geweihten Seelen schlagen. Anstatt sich an dich anzuschließen, zu wachen und zu beten, überlassen sie sich selber, sei es aus Nachlässigkeit, sei es, weil sie versucht werden, sei es, weil sie nicht in der richtigen Geistesverfassung sind. Während sie voranschreiten sollten in der Liebe und Vereinigung mit dir, schlafen sie, werden lau und machen Rückschritte. Wie sehr bemitleide ich dich, du Liebhaber der Seelen! O ich möchte alle Undankbarkeit jener sühnen, die dir so lieb und teuer sind. Diese Treulosigkeiten betrüben am meisten dein anbetungswürdiges Herz. So groß ist die Bitterkeit des Schmerzes, dass er dich erdrücken möchte. O Liebe ohne Ende! Das Blut, das in deinen Adern siedend heiß wallt, besiegt alles und vergisst alles. Ich sehe dich betend am Boden liegen. Du opferst dich auf, sühnst und bemühst dich, für alle Menschen den Vater zu verherrlichen. Auch ich, mein Jesus, werfe mich mit dir nieder, und im Verein mit dir möchte ich das tun, was du tust. Aber was sehe ich, mein Jesus? Ich sehe dich beladen mit allen Sünden der ganzen Welt. All unser Elend, alle unsereSchwäche, die schwersten Vergehen, die empörendste Undankbarkeit, die entsetzlichsten Verbrechen, die zügellosesten Grausamkeiten, alle Ausbrüche des Hasses, das Niedermetzeln von Menschen, alle Gotteslästerungen, alle Häresien und Schismen, ja der ganze Abgrund menschlicher Verworfenheit stellen sich dir vor Augen, drücken dich nieder, zermalmen dich und schlagen dir tiefe Wunden. Und was tust du? Das Blut, das in heißer Liebe in dir wallt, stellt sich all diesen Vergehen entgegen. Die Adern öffnen sich, das Blut strömt heraus, benetzt die Kleider, rinnt zur Erde. Und du gibst Blut für Beleidigungen, Leben für Tod.

Meine Liebe, in welchen Zustand sehe ich dich versetzt! Dein Atem geht schwer. Mein süßes Leben, verscheide nicht! Richte dein Haupt von der Erde auf, die gerötet ist von deinem kostbaren Blute. Komm in meine Arme und lass in dieser Umarmung mich an deiner Stelle sterben. Aber ich höre deine bebende, fast erstorbene Stimme, die fleht:
Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber. Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" Schon zum zweiten Mal sprichst du so. Wie ein Schwert durchdringt deine Stimme mein Herz. Alle Empörungen deiner Geschöpfe stellen sich dir vor Augen. Jenes Fiat! (Dein Wille geschehe!), welches das Leben eines jeden Menschen sein soll, sehe ich fast von allen zurückgewiesen. Statt das Leben finden sie den Tod. Und du, der du allen Menschenkindern Leben spenden und dem Vater feierliche Sühne für die Empörungen jener leisten willst, die sich seinem Willen entziehen und verloren gehen, wiederholst dreimal: "Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber! (Der Kelch ist zwar sehr bitter.)
Aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" 
Während du so sprichst, mein höchste Gut, überwältigt dich ein so bitterer Schmerz, dass er dich zum äußersten bringt, dich in Todesangst versetzt und du den Eindruck erweckst, als wolltest du den letzten Atemzug tun. Jesus, meine Liebe! Auch ich will mich mit dir vereinigen, mitleiden und sühnen mit dir für alle Nachlässigkeiten und Sünden, die gegen deinen heiligsten Willen begangen werden. Ich bitte, dass ich in allem deinen heiligsten Willen erfülle. Dein Wille sei die Luft, die ich atme, der Schlag meines Herzens, mein Gedanke, mein Leben und der Triumph in meinem Tode.

Mein Jesus, nein, du darfst nicht sterben! Wohin soll ich gehen ohne dich? An wen mich wenden? Wer wird mir in Zukunft beistehen? Alles hätte für mich ein Ende.
Nein, lass mich nicht aus der Hand, halte mich bei dir. Es soll keinen Augenblick geben, der mich von dir trennt. Lass mich deine Schmerzen mildern, sühnen für dich und leiden mit dir für alle, denn das Gewicht der Sünden jeder Art lastet schwer auf dir und droht, dich zu erdrücken. Ich verehre dein hl. Haupt, meine Liebe. Ich sehe alle bösen Gedanken, deren entsetzliche Hässlichkeit du schaust. Jeder von ihnen ist ein Dorn, der sich unter stechendem Schmerz in dein Haupt bohrt.
Deine Schergen werden dir nur eine Dornenkrone aufs Haupt setzen. Aber wie viele entsetzliche Kronen setzen die bösen Gedanken aller Menschen auf dein anbetungswürdiges Haupt? ... Schon quillt das Blut aus allen deinen Gliedern, rinnt von der Stirne, von den Haaren und vom ganzen Körper. Wie fühle ich Mitleid mit dir, o Jesus! Ich möchte dir gleichfalls Kronen aufs Hauptsetzen, aber Kronen der Glorie. Ich opfere dir auch die Gedanken der hl. Engel auf und deine eigenen heiligen Gedanken, um dir mein Mitleid zu bezeigen, deine Schmerzen zu lindern und für alle Menschen zu sühnen.

Jesus, ich sehe in deinen gütigen Augen alle bösen Blicke der Menschen, die auf dein Angesicht Blutstränen fließen lassen. Ich habe Mitleid mit dir und möchte deine Blicke dadurch erfreuen, dass ich in Vereinigung mit der Liebe deines Herzens ihnen alle Wonnen zeige, die sich im Himmel und auf Erden finden können. Jesus, höchstes Gut! Zu dir hingeneigt, vernehme ich das Echo der entsetzlichen Gotteslästerungen, der Schreie nach Rache und der üblen Nachreden. Es gibt keine Stimme, die in deinen keuschen Ohren nicht ihr Echo fände. O unersättliche Liebe!
Ich habe Mitleid mit dir und möchte dir dadurch Trost bereiten, dass ich in deinen Ohren alle Harmonien des Himmels, die süße Stimme deiner Mutter, die glühenden Liebesseufzer Maria Magdalenens und aller Gott liebenden Seelen ertönen lasse.

Mein Leben, ich möchte innig dein heiligstes Antlitz küssen, dessen Schönheit nicht seinesgleichen hat; jenes Antlitz, das die Engel sehnlichst zu schauen gelüstet ob seiner Schönheit, die sie hinreißt. Und doch besudeln die Schergen dieses Angesicht mit Speichel, geben ihm Backenstreiche und treten es mit Füßen. Meine Liebe, welche Verwegenheit! Ich möchte schreien, um sie in die Flucht zu schlagen. Ich habe Mitleid mit dir.
Jene Beschimpfungen zu sühnen, begebe ich mich zur heiligsten Dreifaltigkeit, um die Liebe des Vaters und des Hl. Geistes, die Zärtlichkeit deiner himmlischen Mutter und ihre tiefe Anbetung zu fordern. All das opfere ich dir auf, um die Unbilden zu sühnen, die man deinem heiligsten Antlitz zufügt. - Ich fühle Mitleid mit dir ob der Bitterkeit, mit der dein Mund erfüllt ist. Grauenhafte Flüche, Trunksucht und Gaumenlust, schamlose Reden, schlecht verrichtete Gebete, unheilvolle Lehren, all das, was der Mensch Böses stiftet mit der Zunge, haben sie verursacht.
Ich habe Mitleid mit dir und möchte deinem Munde Süßigkeiten zu kosten geben, indem ich dir die Lobgesänge der Engel und die erbaulichen Reden der guten Christen darbringe, die von ihrer Zunge einen heiligen Gebrauch machen.

Mein niedergebeugter Jesus!
Ich sehe deinen Hals umschlungen mit Stricken und Ketten, die dir die sündhafte Anhänglichkeit der Menschen bereitet. Ich habe Mitleid mit dir. Um dich aufzurichten, bringe ich dir als Opfergabe das unauflösliche Band dar, das die Personen der Hlst. Dreifaltigkeit verbindet. Indem ich an dieser Vereinigung teilnehme, strecke ich meine Arme nach dir aus, um für deinen Hals Ketten der Liebe zu schmieden. Damit will ich die Fesseln sündhafter Anhänglichkeit lösen, die dich gleichsam ersticken möchten. Um dir Trost zu spenden, drücke ich dich fest an mein Herz.

Jesus, du Kraft Gottes! Ich sehe deine Schultern zerrissen. In Stücken hängt das Fleisch herunter infolge der Ärgernisse und der bösen Beispiele der Menschen. Ich bemitleide dich und opfere dir zur Erquickung dein heiligstes Beispiel auf, das Beispiel deiner königlichen Mutter und das aller Heiligen. Auch möchte ich alle deine Schulterwunden heilen, alle Seelen, die durch die Sünden des Ärgernisses von deinem Herzen losgerissen sind, in ihnen verschließen, damit so der zerfleischte Leib deiner Menschheit wieder gesunde.

Mein trostloser Jesus! Ich sehe deine Brust schmerzlich durchfurcht von der Kälte, Lauheit und Undankbarkeit der Menschen, die deiner Gnade nicht entsprechen. Ich habe Mitleid mit dir. Dich zu trösten, opfere ich dir die wechselseitige Liebe des Vaters und des Hl. Geistes, die volle Übereinstimmung der drei göttlichen Personen. Ich möchte mich versenken in deine Liebe, dir Genugtuung leisten, indem ich die Menschen abhalte, neue Sünden zu begehen, die dich gleich Pfeilen treffen. Hingegen will ich sie mit den Pfeilen deiner Liebe verwunden, damit sie sich nicht mehr erdreisten, dich zu beleidigen. Ich möchte deine eigene Liebe in deine Brust zurückleiten, um dich zu stärken und aufzurichten. [1]

Mein Jesus, ich küsse deine Schöpferhände und nehme wahr, wie alle bösen Handlungen der Geschöpfe sie durchbohren wie Nägel. Aber nicht mit drei Nägeln wie am Kreuze, sondern mit so vielen Nägeln, wie Menschen böse Handlungen begehen. Ich habe Mitleid mit dir. Um dich zu trösten, opfere ich dir alle heiligen Handlungen der Menschen auf und den Starkmut der Märtyrer, mit dem sie Blut und Leben aus Liebe zu dir hingaben. Ich möchte dir zudem alle guten Werke als Opfer darbringen, um dir die zahllosen Nägel der bösen Werke wegzunehmen.


Jesus, ich küsse deine heiligen Füße, die unermüdlich sind, Seelen zu gewinnen. In ihnen möchtest du alle Schritte der Menschenkinder verschließen, aber viele von ihnen siehst du vor dir fliehen und möchtest sie aufhalten. Bei jedem ihrer Schritte, die sie zum Bösen führen, fühlst du, wie dir ein Nagel eingetrieben wird. Und du möchtest dich ihrer Nägel bedienen, um sie an deine Liebe zu heften. Mein Gott und höchstes Gut! Ich bemitleide dich. Um dich zu trösten in deinem Schmerz und für dein Bemühen, die Menschen an deine Liebe zu heften, opfere ich dir die Schritte aller guten Ordensleute und aller frommen Seelen auf, die ihr Leben preisgeben, um Seelen zu retten.

Jesus, du fährst fort, Todesangst auszustehen, nicht der Leiden wegen, die dich die Juden erdulden lassen, sondern wegen jener, die dir die Sünden der Menschen bereiten. In diesen Stunden willst du der Liebe den ersten Platz einräumen, den zweiten den Sünden, für die du Sühne und Genugtuung leistest, den Vater verherrlichst und die göttliche Gerechtigkeit besänftigst; den dritten den Juden. Damit zeigst du, dass die Passion, welche dich die Juden erdulden lassen, nichts anderes ist als die Darstellung der zweifachen, schmerzvollen Passion, die dich die Liebe und die Sünde erdulden lassen. So sehe ich in deinem Herzen vereinigt: die Lanze der Liebe und die der Sünde. Nun wartest du auf die dritte, die Lanze der Juden. Dein von der Liebe überwältigtes Herz leidet unter seinen gewaltsamen Bewegungen, unter der Ungeduld seiner Liebe und verzehrenden Sehnsucht, unter seinen feurigen Schlägen, die jedem Herzen Leben geben möchten.

Gerade hier in deinem Herzen fühlst du am heftigsten all das Leid, das dir die Geschöpfe bereiten. Mit ihren bösen Neigungen, ungeordneten Begierden und schändlichen Wünschen suchen sie andere Liebe statt die deinige.

Jesus, wie schwer leidest du! Ich sehe dich einer Ohnmacht nahe, versenkt in ein Meer der menschlichen Ruchlosigkeit. Ich fühle tiefes Mitleid mit dir und möchte die Bitterkeit deines dreifach durchbohrten Herzens versüßen, indem ich dir die Wonne des ewigen Lebens, die süße Liebe deiner Mutter Maria und die aller deiner wahren Liebhaber in einer Opferschale darbiete.

Mein Jesus, mache doch, dass von diesem deinem Herzen mein armes Herz Leben empfange, auf dass es nur mehr mit deinem Herzen allein lebe. Bewirke auch, dass ich bei jeder Beleidigung, die du erfährst, stets bereit sei, dir eine Erquickung, einen Trost, eine Sühne, einen nie unterbrochenen Akt der Liebe darzubringen.




Erwägungen und praktische Übungen.

In der zweiten Stunde des Verweilens im Garten Gethsemane stellen sich Christus die Sünden aller Zeiten vor Augen. Er nimmt diese Sünden auf sich, um dem Vater gebührende Verherrlichung zu geben. Er sühnte demgemäß für sie und empfand in seinem Herzen die Seelenverfassung eines jeden von uns, ohne sein Gebet zu unterbrechen. - In welcher Seelenverfassung befinden wir uns? Wenn wir kalt, hart und versucht sind, beten wir dann und sind wir beharrlich im Gebet? Bieten wir Jesus unsere Seelenleiden als Sühne und als Tröstung dar? Als Ursache seines Seelenleidens sollten wir ihn umringen, ihm unser Mitleid bezeigen und ihn trösten, ja, wäre es möglich, ihm sagen: Jesus, du hast zuviel gelitten. Gönne dir Ruhe, wir werden an deiner statt leiden." Sind wir niedergeschlagen oder legen wir vielmehr mutig unsere Leiden zu seinen Füßen, auf dass er in uns seine Menschheit finde? Stellen wir so unsere Menschheit in den Dienst Jesu? Was tat seine Menschheit? Sie verherrlichte den Vater, sühnte und flehte um das Heil unserer Seelen. Legen wir in alles, was wir tun, diese drei Intentionen hinein, sodass wir sagen könnten: Wir schließen in uns die ganze Menschheit Jesu ein?

Wird es dunkel in unserer Seele, machen wir dann die gute Meinung, wenigstens in anderen das Licht der Wahrheit aufleuchten zu lassen und das Eis von so vielen Herzen zu schmelzen, die in der Sündenschuld erstarrt sind?

Mein Jesus! Um dir mein Mitleid zu zeigen und dich in deiner Niedergeschlagenheit aufzurichten, erhebe ich mich bis zum Himmel und möchte mir im Geiste deine Gottheit zu eigen machen. Indem ich dich damit wie mit einem Schutzwall umgebe, möchte ich von dir alle Beleidigungen der Geschöpfe fernhalten; möchte dir deine Schönheit darbieten, um dich die Hässlichkeit der Sünde nicht schauen zu lassen; deine Heiligkeit, damit du bewahrt bleibest vor dem Abscheu gegen jene Seelen, die dich erschauern lassen, weil sie tot sind für die Gnade; deinen Frieden, um alle Zwistigkeiten, alle Empörungen und Verwirrungen unter den Geschöpfen zu verscheuchen; deine Harmonien im Gottesreiche, um dein Gehör gegen alle bösen Zungen zu verschließen.

Mein Jesus, ich möchte dir als Opfer so viele Sühneakte darbringen, wie dir Beleidigungen widerfahren. Sie möchten dir gleichsam den Tod geben, während ich dir mit meinen Akten Leben spenden will. Sodann möchte ich eine Woge aus dem Meer deiner Gottheit über alle Menschen sich ergießen lassen, damit sie sich infolge der Berührung mit dir nicht mehr getrauen, dich zu beleidigen. [2] Auf diese Weise allein werde ich, o Jesus, dir mein Mitleid bezeigen können für alle Unbilden, die du von den Menschen erfährst.

Jesus, mein süßes Leben! Meine Gebete und meine Leiden mögen unablässig zum Himmel emporsteigen, um auf alle Menschenkinder das Licht der Gnade herabregnen zu lassen und dein eigenes Leben in mich aufnehmen zu können.

Mein Jesus, Verzeihung und Barmherzigkeit, durch die Verdienste Deiner Heiligsten Wunden, Deines Kostbaren Blutes, und der Bluttränen Deiner Heiligsten Mutter.
Erbarme Dich unser O Herr.
Gepriesen seist Du in alle Ewigkeit!



PRIESTHOOD IN THE DIVINE WILL

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