1OFFENER BRIEF UND WIDERSPRÜCHE DER FSSPX AUTORITÄT




Offener Brief an Seine Exzellenz Bischof Bernard Fellay,Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X.


Am 15. Dezember, 2009 haben einige Gläubigen eines kleinen Messzentrums in Mexiko einen Brief an den Generaloberen der Priesterbruderschaft St Pius X, Bischof Bernard Fellay, geschickt, um ihm Fragen über manchen Themen zu stellen; diese Themen bringen ja Zweifel und Bedenken unter den Traditiongläubigen von verschiedenen Őrtern. Bisher haben sie keine Antwort und keine Bestätigung noch bekommen. Deshalb beshlieβen sie diesen Brief als «offener Brief» heute zu veröffentlichen, damit er seinen Empfänger erreicht und als Echo aller verwirrten Gläubigen dienen kann. Fûr die Heilige Messe und die Sakramente sind diese Gläubigen der Bruderschaft St Pius X sehr dankbar. Sie befinden sich aber heutzutage in einem ganzen Dunkel und hoffen, daβ Bischof Fellay wird ihnen seine hellen Ratschläge wohl geben.
Durch diesen Brief wollen sie die Bruderschaft St Pius X und ihre Oberen selbstverständlich nicht beleidigen. Sie wünschen nur nach demselben Geist zu gehen, wie Erzbischof Marcel Lefebvre und Erzbischof de Castro Mayer und wie viele Pfarrer und Gläubigen, wenn sie, als verwirrte Schafe, an die Behörden wie an ihren Pastor sich gewandt haben.
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An Bischof Bernard Fellay,
 Generaloberen der Priesterbruderschaft St Pius X,
Exzellenz,
Die bedeutsame Verschiedenheit der Meinungen, Handlungen und Ankündigungen von den Autoritäten der Bruderschaft St Pius X über die Beziehungen mit dem Vatikan bringt eine groβe Verwirrung unter den Gläubigen. Mehrere aber wollten ihrer Beunruhigung nicht sich ergeben und haben an ihren Priestern gewandt, um ihnen Zweifel und Bedenken anzuvertrauen.
Leider waren viele Priester nicht in der Lage zu antworten. Ihre Meinungen waren folglich nicht überzeugend und endlich rieten sie nur das Vertrauen in die Autoritäten der Bruderschaft St Pius X.
Deshalb stellen wir Ihnen mit groβer Ehrfurcht die folgenden Fragen:
Exzellenz, wir sollen Vertrauen setzen, aber in welche Autorität?
In diejenige, die im 2003 eine Übereinkunft mit Rom wegen seines synkretistichen Geists verweigerte, und schrieb: «Mit Grauen und Abscheu distanzieren wir uns von einer solchen Art, die Kirche zu sehen und die „Communio“ zu leben. Wie kann man vorgeben, das modernistische „Rom“ habe sich geändert, es sei der Tradition günstig geworden? Welche Illusionen!» 1
oder in die Autorität, die im 2009 mit groβer Freude ankündigte, daβ die Voraussetzungen erfüllt werden, damit die theologischen Gespräche ihren Anfang nehmen können. In der Tat haben sie schon ihren Anfang genommen!
Änderte sich Rom, so würde es keinen Grund geben, diese Frage zu stellen.
Hat das modernistische Rom aber sich geändert?
Hat es die synkretitische «Communio» aufgegeben, die soviel «Abscheu» vor sieben Jahren brachte?2 Im Gegenteil nehmen die Autoritäten des Vatikans und der Papst selbst an «ökumenischen» Versammlungen immer teil; sie nehmen auch diese Versammlungen in verschiedenen Diözesen an. Nach Bischof de Galarreta: Benoît XVI (Benedikt XVI.) hängt an der Theologie des Konzils Vatican II. Seine Lehre und seine Regierung der Kirche sind mit dem Geist des Konzils ganz übereinstimmend. Aus diesem Grund will er die Bruderschaft St Pius X in die offizielle Kirche in Übereinstimmung mit dem Ökumenism empfangen. Er braucht das Ökumenism für uns.
Exzellenz, mit groβer Ehrfurcht dringen wir auf unsere Frage:
wir sollen Vertrauen setzen, aber in welche Autorität?
In diejenige, die früher, wie die Kardinäle Ottaviani und Bacci in dem kritischen Überprüfung, annahm, daβ «diese Riten in wahrhaft beunruhigender Weise von den zu diesem Gegenstand definierten Texten des Konzils von Trient sich entfernen».4
Oder in die Autorität, die sich über den Motu proprio Summorum pontificum erfreut, obschon Summorum pontificum erklärt: Das vom hl. Pius V. promulgierte und vom sel. Johannes XXIII. neu herausgegebene Römische Messbuch hat hingegen als außerordentliche Ausdrucksform derselben Lex orandi der Kirche zu gelten. Diese zwei Ausdrucksformen der Lex orandi der Kirche werden aber keineswegs zu einer Spaltungder Lex credendi der Kirche führen; denn sie sind zwei Anwendungsformen des einen Römischen Ritus.
Warum erfreut sich die Bruderschaft St Pius X über das? 
Sind die Messe von Paul VI (die «unechte» Messe nach  Erzbischof Lefebvre) und die Heilige Messe wirklich zwei Anwendungsformen des einen Römischen Ritus?
Bitte, Exzellenz, erklären Sie uns,
wenn die neue Messe sich der katholischen Theologie herangenähert hat!
Exzellenz, immer mit groβer Ehrfurcht stellen wir Ihnen dieselbe Frage:
welcher Autorität sollen wir Vertrauen?

  • In diejenigen, die im Jahre 2006 sagten: "Wir können um die Rücknahme einer nichtigen Exkommunikation nicht bitten".
  • Oder in die Autorität, die im Jahre 2009 anerkannten: "Wir haben um die Rücknahme der Exkommunikation gebeten. Und diese Autorität erfreut sich über diese Rücknahme, lasst uns das Magnificat in allen Kapellen der Bruderschaft singen, und dankt von Herzen dem Papst"!

Exzellenz, wir sind ja der Bruderschaft St Pius X sehr dankbar. 
Wir wollen aber der katholischen Kirche immer treu bleiben. 
Bitte entsprechen Sie unsere Erwartung:
bitte, beantworten Sie unsere Fragen, damit wir uns nicht verlassen fühlen.

Im Jahre 1988 war die Bruderschaft St Pius X mit dieser Exkommunication so zufrieden, daβ Priester und selbst Seminaristen um diese Exkommunication auch baten.
Wie können wir heute verstehen, daβ die Autoritäten der Bruderschaft um die Rücknahme einer solcher Exkommunikation gebeten haben?
Exzellenz, welcher Autorität sollen wir vertrauen?
In diejenige, die von einer nichtigen Exkommunication gesprochen hat?5
Oder in die Autoritäten, die öffentlich für die Rücknahme dieser Exkommunication gedankt haben und deshalb ihre Rechtsgültigkeit bekennt haben?6
Dieser zweite Punkt ist sehr bedeutend, denn die Autoritäten haben mehrfach den Gläubigen gesagt, diese Exkommunikation sei nichtig. 
In dem Dankbrief an Benedikt XVI aber, der von den vier Bischöfen unterschrieben wird, haben dieselbe Autoritäten die Rechtsgültigkeit dieser Exkommunication seit den Bischofweihungen im 1988 bis am 21. Januar, 2009 anerkannt.
Diese Gegensätze der Autoritäten der Bruderschaft St Pius X bringen unseres Miβtrauen.
Wer darf aber es uns vorwerfen?

Exzellenz, noch eine Frage:
was ist aus der Ehrfurcht der Bruderschaft St Pius X zur Heiligen Jungfrau Maria geworden?
Die Autoritäten der Bruderschaft St Pius X rechnen ihr das Motu proprio Summorum Pontificum an, indem dieses Motu proprio die Heilige Messe erniedrigt. 
Die Autoritäten rechnen ihr die Rücknahme der Exkommunication durch ein Dekret an, daβ Pater Bouchacourt für «sehr kläglich» erklärt; ein Dekret, 
das nach Bischof de Galarreta «mit der Wahrheit und dem Recht nicht übereinstimmt».7

Wie kann man sagen, dieses Motu proprio und dieses Dekret sei von der Heiligen Jungfrau eine geschenkte Gnade? 

Wie kann man verstehen, daβ eine solche Erklärung, die von vielen Gläubigen für lästerlich gehalten wird, von den Autoritäten der Bruderschaft St Pius X stammt?

Exzellenz, über ein Jahr nach Campos Angliederung haben Sie uns vor diesen Vorkommen gewarnt. «So wird der Kampf allmählich verwässert, und man gewöhnt sich schließlich an die Situation. In Campos selbst wird sicherlich alles, was positiv traditionell ist, bewahrt, daher sehen die Gläubigen keine Veränderung, mit Ausnahme der Scharfsinnigeren, die die Tendenz bemerken, häufiger und respektvoller von aktuellen römischen Erklärungen und Ereignissen zu sprechen, wobei die Warnungen von früher und die Abweichungen von heute unerwähnt bleiben; die große Gefahr ist daher, sich schließlich an die Situation zu gewöhnen und nicht mehr zu versuchen, ihr abzuhelfen.»8
Was sollen wir nun denken, als wir dieselbe Tendenz 
in der Brudeschaft St Pius X bemerken können?

Nun wird in der Bruderschaft St Pius X häufiger und respektvoller von Rom gesprochen.

Es sei uns genug, die respektvollen und lobsvollen Dankbriefe an Benedikt XVI zu lesen.
Sie selbst, Exzellenz, sprechen von ihm als
«ein redlicher Mensch, der für die Kirche eine groβe Sorge trägt».

Nun bleiben die Warnungen, die früher die Abweichungen der modernistichen Kirche anzeigten, in der Bruderschaft St Pius X unerwähnt. 

Wo ist die amtliche Mitteilung bezüglich der letzten Enzyklika von Benedikt XVI?

Seit über einem Jahre hat die Bruderschaft St Pius X gleichsam aufgehört, die Abweichungen der nachkonziliären Kirche anzuzeigen. 
Die Priester und Gläubigen, die diese Abweichungen angezeigt haben, wurden sogar gestraft.
Was über alle Versammlungen mit Mitgliedern von verschiedenen Glauben (offenkundige Abfälle!), an denen Benedikt XVI während des Jahres 2009 teilnahm?
Gewöhnt sich die Bruderschaft St Pius X an diese Situation?
Versucht sie nicht mehr, ihr abzuhelfen?
Daher dürften Sie heute, Exzellenz, diese im Jahre 2003 geschriebenen Wörter über Campos gegen die Bruderschaft St Pius X ohne groβe Schwierigkeiten richten.

Exzellenz, unsere Priester haben uns gesagt, unser Vertrauen in die Autoritäten der Bruderschaft St Pius X zu setzen.
Aber, wie könnten wir es machen, wenn einer Ihrer Priester, Pater Grégoire Celier in einem modernistichen Benedikt XVI zugeigneten Merkbuch einen Text veröffentlichen darf, in dem er einen ganz zufriedenen Ritus, Frucht einer Verbindung der modernistichen mit der traditionellen Liturgie wünscht.9 ?

Wie könnten wir es machen? Dieser gleiche Priester hat diese Verbindung, in der die traditionelle Liturgie von dem Modernismus verseucht wird, schon gestellt (10) und nach drei Jahren hat er seinen Thema noch nicht zurückgenommen.


  • Nach drei Jahren ist er dafür noch nicht bestraft worden!


Seit wann hat die Bruderschaft St Pius X aufgehört, die Heilige Messe des Papsts St Pie V für ganz zufrieden zu halten? Seit wann meint sie, daβ die Verbindung der modernistichen und der traditionellen Liturgie einen ganz zufriedenen Ritus werden kann?

Exzellenz, die Gläubigen, die versuchen, vor der Gefahr dieser Situation zu warnen, werden von manchen Priestern angegriffen. Diese Priester werfen ihnen vor, die Autoritäten zu tadeln, und strafen sie dafür.
Um diese Angriffe zu widerlegen, eignen wir uns die Wörter, mit denen Ihre Exzellenz solche Angriffe widerlegt hat. «Die einfache Darstellung des Tatbestands», zum Beispiel: alle Gegensätze, daβ wir bemerkt haben, die Schulden gegen die Heilige Jungfrau, die doppelte Rede, entweder für die Gläubigen, oder für den Vatikan und die Presse, usw…, diese einfache Darstellung des Tatbestands bedeutet nicht, daβ «wir zum Richter – der Autoritäten der Bruderschaft St Pius X - uns aufwerfen» «oder gar müssen wir ganz einfach nicht mehr denken».11
So, am Ende dieses Briefs, fragen wir uns mit groβer Ehrfurcht, aber auch mit groβer Bestürzung: nach welcher Richtung geht Bischof Fellay? 
wohin führt er die Priester, Brüder und Seminaristen, die Gott ihm in Obhut gegeben hat? Wohin führt er die Gläubigen, die in ihn ihr Vertrauen setzen?
Welche Antwort wird er geben, wenn Gott von diesen Seelen Rechenschaft fordern wird?
Hochachtungsvoll,

Jaime Adolfo Flores Guerrero  – Marco Antonio Flores Guerrero



1 Brief an die Freunde und Wohltäter Nr 65, Dezember 2003.
 2 Brief an die Freunde und Wohltäter Nr 64, Juli 2003. Bischof Fellay schrieb: «Im Klartext: Wir glauben erst dann, daß Rom wirklich eine Geste gegenüber der Tradition gemacht hat, wenn es, auf die eine oder andere Weise, die generelle anti-traditionelle Linie, welche die Kirche weiterhin vergiftet, ändert und korrigiert.»
3 Jesus Christus, n° 121, 2009.
 4 Brief an die Freunde und Wohltäter Nr 62, 2002.
 5 Bischof Fellays Predigt am 2. Februar, 2006 in Flavigny ; Jesus Christus n° 121, 2009; Mitteilung des Generaloberen der Bruderschaft St Pius X am 24. Januar, 2009.
 6 Dankbrief der vier Bischöfe an Benoît XVI.
 7 Jesus Christus n° 121, 2009.
 8 Brief an die Freunde und Wohltäter Nr 63, 2003.
 9 «Benoît XVI und die Traditionalisten» Verfasser: Pater Grégoire Celier und der Journalist Olivier Pichon. Ed. Entrelacs, Frankreich, 2007.
 10 Merkbuch Benoît XVI, Ed. Terramare, Frankreich, 2010.
 11 Brief an die Freunde und Wohltäter Nr 62, 2002.







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