11. KONZIL VON TRIENT - FEGEFEUER & RELIQUIEN!

Fünfundzwanzigste Sitzung
des hochheiligen, allgültigen und allgemeinen
Conciliums von Trient
welches die Neunte ist
unter Papst Pius IV.

gehalten am 4. Dezember 1563

S. 274-332

Cum catholica ecclesia
von der Verbesserung

Beschluss vom Fegfeuer

Da die Katholische Kirche, vom heiligen Geiste belehrt, nach den heiligen Schriften und der alten Übergabelehre der Väter, in den heiligen Konzilien und jüngsthin in diesem allgültigen Kirchenrate gelehrt hat (oben, Sitz. 6 Kanon 30 und Sitz. 22 Kap. 2 und Kanon 3) dass es ein Fegfeuer gebe und dass die dort zurückgehaltenen Seelen durch die Hilfeleistungen der Gläubigen, vorzüglichst aber durch das angenehme Opfer des Altars Erleichterung erhalten, so befiehlt der heilige Kirchenrat den Bischöfen, sorgfältig dahin zu streben, dass von den Gläubigen Christi die gesunde, von den heiligen Vätern und heiligen Konzilien überlieferte Lehre vom Fegfeuer geglaubt, beibehalten, gelehrt und überall gepredigt werde. Bei dem ungebildeten Volke aber sollen die schwereren und zu spitzfindigen (2 Tim. 2, 23) Fragen, welche nichts zur Erbauung beitragen und durch welche meistens die Frömmigkeit nichts gewinnt, von den Volksvorträgen ausgeschlossen werden; auch das Ungewisse oder das, was den Schein des Unwahren an sich trägt, sollen sie nicht verbreiten und nicht verhandeln lassen, dasjenige aber, was irgend zum Aberwitz oder Aberglauben gehört oder nach schändlichen Gewinne riecht, als ärgerlich und für die Gläubigen anstößig verbieten. Dagegen sollen die Bischöfe dafür (Unten, Kap. 4 von der Verbesserung) sorgen, dass die Hilfeleistungen der lebenden Gläubigen, nämlich die Heiligen Meßopfer, Gebete, Almosen und andere Werke der Frömmigkeit, dioe von den Gläubigen für andere hingeschiedene gläubigen verrichtet zu werden pflegen, nach den Anordnungen der Kirche fromm und andächtig verrichtet und dasjenige, was denselbigen vermöge Vermächtnisstiftungen oder auf andere Weise gebührt, nicht saumselig, sondern von den Priestern und Kirchendienern und Anderen, welche dies zu leisten verpflichtet sind und sorgfältig und genau entrichtet werde.


Von der Anrufung und Verehrung und von den Reliquien der Heiligen und von den Heiligenbildern

Der heilige Kirchenrat gebietet allen Bischöfen und übrigen, welche das Lehramt und die Seelsorge auf sich haben, nach dem seit den ersten Zeiten der christlichen Religion angenommenen Gebrauche der katholischen und apostolischen Kirche und nach der Übereinstimmung der heiligen Väter und den Beschlüssen der heiligen Konzilien die Gläubigen vorzüglich sorgfältig über die Fürbitte und Anrufung der Heiligen, die Verehrung der Reliquien und den rechtmäßigen Gebrauch der Bilder zu unterrichten und sie zu lehren, wie dass die Heiligen, die zugleich mit Christus herrschen, ihre Fürbitten für die Menschen Gott darbringen und dass es gut und nützlich sei, sie demütig anzurufen und zur (Oben, Sitzung 22 Kap. 3 vom Heiligen Meßopfer) Erlangung der Wohltaten von Gott durch seinen Sohn Jesus Christus unsern Herrn, der alleinige Erlöser und Heiland ist, zu ihrer Fürbitte, Hilfe und Beistand Zuflucht zu nehmen, dass aber diejenigen gottlos denken, welche leugnen, dass die Heiligen die die ewige Seligkeit im Himmel genießen, angerufen werden dürfen oder welche behaupten, dieselbigen bitten entweder nicht für die Menschen oder ihre Anrufung, damit sie für uns auch einzeln fürbitten mögen, sei Götzendienst oder widerstreite dem Worte Gottes und widerstrebe der Ehre Jesu Christi, (1 Tim 2, 3) des einzigen Mittlers zwischen Gott und den Menschen oder es sei töricht, die im Himmel herrschenden mit Worten oder Gedanken anzuflehen. auch dass die heiligen Leiber der heiligen Leiber der heiligen Martyrer und anderer bei Christus lebender, welche lebendige Glieder Christi und (1 Kor 3, 16 und 6, 19) ein Tempel des Heiligen Geistes waren und einst von ihm zum ewigen Leben werden auferweckt und verherrlicht werden, den Gläubigen verehrungswürdig seien, zumal durch sie den Menschen von Gott viele Wohltaten erwiesen werden, so zwar, dass  diejenigen, welche behaupten, den Reliquien der Heiligen gebühre keine Vererhrung und Ehre oder dieselben und andere heilige Denkmäler werden von den Gläubigen ohne Nutzen geehrt und das Andenken der Heiligen vergeblich zur Erlangung ihrer Hilfe öfter gefeiert, des Gänzllichen zu verdammen seien, so wie die Kirche sie schon früherhin verdammt hat und jetzt verdammt. Ferner dass die Bilder Christi, der Jungfrau Gottesgebärerin und anderer Heiligen besonders in den Tempeln gehalten und beibehalten und ihnen die gebührende Ehre und Verehrung erwiesen werden müsse, nicht als ob geglaubt werden dürfe, dass denselben eine Gottheit oder eine Kraft innewohne, wegen welcher sie verehrt werden sollen oder als ob ihnen etwas zu erbitten oder das Vertrauen auf die Bildnisse zu setzen sei, wie ehemals die (Psalm 134, 15.16.18) Heiden taten, welche ihre Hoffnung auf die Götzenbilder setzen, sondern weil die Ehre, die ihnen erwiesen wird, sich auf das Abgebildete bezieht, welches dieselbigen darstellen, so dass wir durch die Bildnisse, die wir küssen und vor denen unser Haupt entblösen und uns beugen, Christum anbeten und die Heiligen verehren, derer Abbild durch jene vorgestellt wird, was auch durch die Beschlüsse der Konzilien, besonders aber der zweiten Synode von Nizäa wider die Bilderstürmer sanktioniert worden ist. Besonders sorgfältig aber sollen die Bischöfe das lehren, dass durch die in Gemälden oder andern Bildnissen ausgedrückten Geschichten der Geheimnisse unserer Erlösung das Volk in den denkwürdigen und beharrlich zu verehrenden Artikeln des Glaubens unterwiesen und befestigt, sodann aber großer Nutzen aus allen heiligen Bildern geschöpft werde, nicht nur weil das Volk dadurch an die Wohltaten und Gnadengeschenke, die ihm von Christus zuerteilt wurden erinnert wird, sondern auch weil durch die Heiligen den Gläubigen die Wunder Gottes und heilsame Beispiele vor Augen gestellt werden, damit sie Gott für dieselben Dank sagen, ihr Leben und ihre Sitten nach de, Vorbild der Heiligen einrichten und zur Anbetung und Liebe Gottes und zum Streben nach Frömmigkeit aufgemuntert werden. Wenn aber jemand etwas diesen Beschlüssen Widersprechendes lehrt oder glaubt, der sei im Banne.


Allein wofern bei diesen heiligen und heilsamen Beobachtungen irgend einige Missbräuche eingeschlichen sind. So wünscht der heilige Kirchenrat sehnlichst, dass dieselbigen durchaus abgestellt werden, so dass keine Bildnisse falscher Lehre und solche, welche den Ungebildeten Anlass zu gefährlichen Irrtümern geben könnten, aufgestellt werden sollen. Und wo es sich trifft, dass man Geschichten und Erzählungen der Heiligen Schrift äußerlich darstellt und abbildet, weil dies dem ungelehrten Volk frommt. Da soll das Volk belehrt werden, dass die Gottheit nicht deswegen abgebildet werde, als ob sie mit leiblichen Augen gesehen oder mit Farben oder Bildern ausgedrückt werden könnte. Ferner werde in der Anrufung der Heiligen, in Verehrung der Reliquien und im heiligen Gebrauche der Bilder aller Aberglaube abgeschafft, aller schändliche Gewinn getilgt und endlich alles Schlüpfrige vermieden, so dass keine Bildnisse mit verführerischer Schönheit gemalt oder ausgeziert, auch die Feier der Heiligen und die Besuchung der Reliquien von den Menschen nicht zum Zechen und zur Trunkenheit missbraucht werden, als ob man die festlichen Tage zur Ehre der Heiligen mit Schwelgerei und Üppigkeit zubringen dürfe. Endlich soll von den Bischöfen solcher Fleiß und solche Sorgfalt für diese Dinge verwendet werden, dass dabei nichts Undenkliches, nichts linkisch und stürmisch angespaßtes, nichts unheiliges und nichts unehrbares erscheinen möge. Da dem Hause Gottes (Psalm 92, 5) Heiligkeit geziemt. Damit dieses desto treuer beobachtet werde, so verordnet der heilige Kirchenrat, dass es niemanden erlaubt sein soll, an irgend einem Orte oder in einer Kirche, auch wenn sie auf was immer für eine Weise befreit wäre, ein ungewöhnliches Bild aufstellen oder aufstellen zu lassen, wenn es nicht von dem Bischof genehmigt ist und dass keine neue Mirakel zugelassen und keine neuen Reliquien aufgenommen werden sollen ohne Kenntisnahme und Genehmigung eben dieselben Bischofs, welcher sobald er über jene etwas erfahren hat mit Zuratbeiziehung Gottesgelehrter und anderer frommen Männer dasjenige tun soll, was er der Wahrheit und Frömmigkeit angemessen achtet. Und wenn etwa ein zweifelhafter oder schwieriger Missbrauch auszutilgen ist oder eine gar zu schwere Frage über diese Gegenstände einfällt, so soll der Bischof, ehe er die Streitsache löset, in dem Provinzialkonzilinen die Meinung des Metropoliten und der Mitprovinzialbischöfe abwarten, doch so, dass nichts Neues oder in der Kirche bis dahin Ungebräuchliches ohne die Beratung des Heiligen Römischen Papsts beschlossen werde.





Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wieso sieht die Audienzhalle in Rom wie eine Schlange aus?

Körpersprache: der Papst ordnet sich den Illuminaten unter! "Satan muss im Vatikan regieren. Der Papst wird sein Sklave sein"!

Im Jahr 2017: Jubiläum für 100 Jahre Fatima, der erwartete "Messias" der Juden und der Dritte Weltkrieg! Unsere Rettung? MARIA!