12. KONZIL VON TRIENT - KLOSTER LEBEN


Das Konzil von Trient



Von den Klostergeistlichen und Klosterfrauen

Der nämliche hochheilige Kirchenrat glaubte, die Verbesserung weiter fortsetzend, dasjenige, was folgt verordnen zu müssen.

1. Kapitel

Dass alle Klostergeistlichen ihr Leben genau nach ihrer Regel einrichten und die Oberen fleissig dafür, dass dies geschieht, sorgen sollen

Weil dem heiligen Kirchenrat nicht unbewusst ist, wie großer Glanz uns Nutzen in der Kirche Gottes aus fromm eingerichteten und ordentlich verwalteten Klöstern entsprosst, so urteilt er, es sei, um die alte klösterliche Zucht, wo sie verfallen ist, desto leichter und bälder wieder herzustellen und wo sie erhalten ist, desto dauerhafter fortzubewahren, notwendig sie zu befehlen, so wie er es durch diesen Beschluss befiehlt, dass alle Ordensmitglieder, sowohl Männer als Frauen, ihr Leben nach der Vorschrift der Regel, welcher sie sich angelobt haben einrichten und ordnen und vorzüglich das, was zur Vollkommenheit ihrer Ordensgelobung, nämlich des Gehorsams, der Armut und der Keuschheit und anderer, irgend einer Regel und eiem Orden besonders eigenen Gelübde und Vorschriften und zu ihrer besonderen Wesenheit, so wie auch zur Erhaltung ihres gemeinschaftlichen Lebens, Unterhaltes und der Kleidung gehört, treu beobachten sollen. Auch die Oberen sollen sowohl in den allgemeinen und Provinzial-Kapiteln, als bei der Visitation derselbigen, (Gleich unten, Kap 20) die sie zu ihrer Zeit zu machen nicht unterlassen sollen, alle Sorgfalt und allen Fleiß anwenden, dass von jenen Dingen nicht abgewichen werde, zumal es offenbar ist, dass von ihnen dasjenige, was zur Wesenheit des klösterlichen Lebens gehört, nicht erlassen werden kann, denn wenn das, was die Grundlage und das Fundament der ganzen klösterlichen Zucht ist, nicht genau beobachtet wird, so sinkt notwendig das ganze Gebäude zusammen.


2. Kapitel

Den Ordensgeistlichen wird aller Eigentumsbesitz gänzlich verboten

Niemanden von den Ordensmitgliedern, sowohl der Männer als der Frauen, sei es daher erlaubt unbewegliche oder bewegliche Güter, von was immer für einer Beschaffenheit und was immer für eine Weise sie von ihnen erworben sein mögen, als eigen oder auch im Namen des Konvents zu besitzen oder zu behalten, sondern dieselbigen sollen sogleich dem Oberen ausgeliefert und dem Konvent einverleibt werden. Auch sei es künftighin den Obern nicht erlaubt, einem Ordensmitglied liegende Güter zuzugestehen, auch nicht zur Nutznießung oder zum Gebrauche, zur Verwaltung oder als Übergabe. Die Verwaltung der Kloster- oder Konventgüter aber soll den, auf den Wink der Oberen offenbaren, Offizialen derselben zukommen. Den Gebrauch der beweglichen Güter dagegen dürfen ihnen die Oberen so zulassen, dass das Hausgerät derselbigen dem Stande der angelobten Armut angemessen und darin nichts Überflüssiges sei, ihnen aber auch nichts, was notwendig ist, abgeschlagen werde. Wenn einer ergriffen oder überwiesen wird, dass es anders etwas behält, so soll er auf zwei Jahre der AKtiv und Passivstimme beraubt sein und auch nach den Verordnungen seiner Regel und seines Ordens bestraft werden.


3. Kapitel

Dass alle Klöster, denen es hier nicht verboten wird, unbewegliche Güter besitzen dürfen und dass die Personenzahl nach dem Verhältnisse des Vermögens oder der Unterstützung einzurichten sei und dass keine Klöster ohne Erlaubnis des Bischofs errichtet werden können

Allen Klöstern und Häusern sowohl Männer als der Frauen und der Medikanten- mit Ausnahme der Brüder des heiligen Franziskus, der Kapuziner und der sogenannten Minderen Brüder von der Observanz und auch derjenigen, denen es vermöge ihrer Satzungen verboten oder nicht durch ein apostolisches Privilegium erlaubt war, - gibt der heilige Kirchenrat zu, dass ihnen erlaubt sein soll, künftighin unbewegliche Güter zu besitzen. Und wenn es unter den vorbesagten Orten, welchen durch apostolische Autorität erlaubt war, dergleichen Güter zu besitzen, einige gibt, denen sie geraubt worden sind. So sollen diese, beschließt er, ihnen alle wieder zurückgestellt werden. In den (Gleich oben) vorgenannten Klöstern und Häusern aber, sowohl Männer als der Frauen, mögen sie unbewegliche Güter beseitzen oder nicht besitzen, darf nur eine solche Anzahl festgesetzt und künftighin beibehalten werden, dass sie entweder aus den eigenen Klostereinkünften oder aus den gewöhnlichen Liebessteuern füglich unnterhalten werden kann. Und künftig sollen keine ähnliche Orte ohne die zuvor erhaltene Erlaubnis des Bischofs, in dessen Diözese sie zu errichten sind, errichtet werden dürfen.


4. Kapitel

Dass ein Ordensgeistlicher sich nicht, ohne Erlaubnis des Oberen, dem Gehorsam eines anderen Ortes oder einer anderen Person unterwerfen und nicht aus dem Konvente austreten und wenn er der Studien wegen abwesend ist, sich nur in einem Konvente aufenthalten darf

Der heilige Kirchenrat gebietet, dass kein Ordensgeistlicher ohne Erlaubnis seines Oberen, unter dem Vorwande des Predigens oder des Vorlesens oder irgend eines anderen frommen Werkes, sich dem Gehorsam eines Prälaten, Fürsten oder einer Universität oder Gemeinde und was immer für eine andere Person oder Ortes unterwerfen dürfe und dass hierin kein Privileg und keine darüber von andern erhaltene Vollmacht zu gunsten sein könne. Wenn er dem entgegen handelt, so werde er nach dem Gutachten des Obern als Ungehorsamer bestraft. Auch sei es den Ordensgeistlichen nicht erlaubt, ihre Konvente zu verlassen, selbst nicht unter dem Vorwande, um sich zu ihren Obern zu verfügen, wofern sie nicht von demselbigen gesendet oder gerufen sind. Wenn aber einer ohne diese genannte, schriftlich gehaltene Weisung getroffen wird, so soll er von den Ortsordinarien als ein Ausreißer aus seinem Institute bestraft werden. Demjenigen dagegen, welche der Studien wegen auf Universitäten gesendet werden, dürfen nur in Konventen wohnen, widrigenfalls werde von den Ordinarien gegen sie eingeschritten.


5. Kapitel

Wie dass die Klausur der Klosterfrauen, vorzüglich derer, welche außerhalb einer Stadt wohnen, vorgesorgt werden soll

Die Verordnung Bonifatius VIII., welche anfängt "Periculoso" erneuernd, befiehlt der heilige Kirchenrat samtlichen Bischöfen unter Anrufung des göttlichen Gerichtes und Androhung des ewigen Fluches, dass sie in allen den ihnen unterworfenen Klöstern vermöge der Ordentlichen in andern aber vermöge der Autorität des apostolischen Stuhls, die Klausur der Klosterfrauen, wo sie verletzt ist, sorgfältig herzustellen und wo sie unverletzt ist zu erhalten, sich angelegentlichst beeifern und die Ungehorsamen und Widersprenstigen mit Hintansetzung jeder Appellation, durch die kirchlichen Zensuren und andere Strafen, auch wo es nötig ist, durch Zuhilferufung des weltlichen Armes dafür bezwingen sollen. Und zur Gewährung dieser Hilfe ermahnt der heilige Kirchenrat alle christlichen Fürsten und verpflichtet dazu alle weltlichen Obrigkeiten unter Strafe der Exkommunikation, in welche sie durch die Tat selbst verfallen. Keiner Klosterfrau aber sei es erlaubt, nach getaner Profeß, aus dem Kloster auszugehen, auch nicht auf kurze Zeit, unter was immer für einen Vorwande, außer einer rechtmäßigen vom Bischof zu genehmigten Ursache, ohne dass was immer für Indult und Privilegien dagegen sein können. Auch sei es niemanden, wessen Standes und Berufes, Geschlechts oder Alters er immer sei, erlaubt, ohne des Bischofs  oder des Obern schriftlich erhaltene Erlaubnis innerhalb der Klostermauern einzutreten, unter der Strafe der Exkommunikation, in die er durch die Tat selbst verfällt. Der Bischof oder Obere aber darf die Erlaubnis nur in notwendigen Fällen erteilen. Auch steht dieses sonst niemanden anderen auf irgend eine Weise zu, auch nicht kraft was immer für einer Vollmacht oder eines bis dahin erteilten oder künftig der erteilenden Indultes. Und weil jene Frauenklöster, welche außer den mauern einer Stadt oder eines Fleckens errichtet sind, oft ohne allen Schutz dem Raube und anderen Missetaten böser Menschen sich ausgesetzt befinden, so sollen die Bischöfe und andere Obere dafür sorgen, dass da, wo es also zu frommen scheint, die Klosterfrauen aus denselben weg, in eue oder alte Klöster innerhalb einer Stadt oder einem bevölkerten Flecken versetzt werden, auch, wenn es nötig ist, durch Zuhilferufung des weltlichen Armes. Diejenigen aber, die dies hindern oder nicht gehorchen wollen, sollen sie durch die kirchlichen Zensuren zum Gehorsam anhalten.


6. Kapitel

Die Erwählungsweise der Oberen wird angegeben

Damit bei der Wahl durchaus aller Oberen, der zeitlichen Äbte und andere Offizialen und der Generäle und der Äbtissinen und anderer Vorsteherinnen alles ordentlich und sonder allen Betrug statt finde, so befiehlt der heilige Kirchenrat vor allem aus strenge, dass die Obgemeldeten alle durch geheime Stimmen erwählt werden müssen so dass die Namen der einzelnen Wähler nie bekannt werden sollen. Auch sei es künftighin nicht erlaubt, Provinzialen oder Äbte, Prioren oder was immer für Betitelte bis zur Bewirkung der vorzunehmenden Wahl einzusetzen oder die Stimmen oder Zustimmungen der Abwesenden zu ergänzen. Wenn aber jemand gegen die Verordnung dieses Beschlusses erwählt wird, so sei die Erwählung nichtig und derjenige, der sich zu solcher Bewirkung zum Provinzialen, Abt oder Prior wählen ließ, nachher zu allen Ämtern unfähig, welche im Orden erhalten werden können und die hierüber erteilten Vollmachten sollen dadurch selbst für abgestellt und wenn künftighin andere erteilt werden, diese für erschlichen gehalten werden.


7. Kapitel

Welche und wie sie zu Äbtissinnen und anderen Vorsteherinnen erwählt werden sollen. Und dass keine zwei Klöstern vorgesetzt werden dürfe

Zu einer Äbtissin und Priorin oder mit was immer für namen eine Vorgesetzte oder Vorsteherin benannt werde, soll keine jünger, als mit vierzig Jahren erwählt werden und nachdem sie acht Jahre nach abgelegter Profeß rühmlich gelebt hat. Wenn in dem gleichen Kloster keine mit diesen Eigenschaften vorgefunden wird, so kann sie aus einem andern ebendesselben Ordens genommen werden. Wofern aber auch dieses dem Oberen, welcher der Wahl vorsteht unpaßlich scheint, so werde mit Einstimmung des Bischofs oder des anderen Obern eine aus denjenigen, welche in den gleichen Kloster das dreißigste Jahr zurückgelegt und wenigstens fünf jahre nach der Gelübdeablegung ordentlich gewandelt habe, erwählt. Allein zwei Klöstern darf keine vorgesetzt werden. Und wenn irgend eine zwei oder mehrere Klöster, auf was immer für eine Weise inne hat, so werde sie angehalten, mit Ausnahme eines Einzigen, innerhalb sechs Monaten auf dieÜbrigen zu verzichten. Hat sie aber nach dieser Zeit nicht Verzicht geleistet, so seien durch das Recht selbst alle erledigt. Derjenige Bischof oder andere Obere dagegen, welcher der Wahl vorsteht, trete nicht in die Klausur des Klosters, sondern vernehme oder empfange die Stimmen jeglicher vor dem Gitterfeuster. Im Übrigen sollen die Verordnungen jeder einzelnen Orden oder Klöster beobachtet werden.


8. Kapitel

Wie die Beaufsichtigung derjenigen Klöster, welche keine ordentliche Ordensvisitatoren haben, einzurichten sei

Alle Klöster, welche nicht den generalkapiteln oder den Bischöfen untergeben sind und nicht ihre ordentlichen Ordensvisitatoren haben, sondern unmittelbar unter dem Schutze und der Leitung des apostolischen Stuhles regiert zu werden pflegten, sollen gehalten sein, innerhalb einem jahre nach Beendigung des gegenwärtigen Conciliums und nachgehends alle drei Jahre sich selbst in Kongregationen zu versammeln, nach der Vorschrift Innozenz III. in dem allgemeinen Concilium, welche anfängt: "In singulis" und daselbst bestimmte Ordenspersonen zu bestellen, welche über die Weise unnd Ordnung, über die Errichtung der vorbesagten Kongregationen und über die in diesen zu vollziehenden Satzungen ratschlagen und verordnen. Wofern sie hirin nachlässig sind, so sei es dem Metropoliten, in dessen Provinz sich die vorgenannten Klöster befinden, als Bevollmächtigten des apostolischen Stuhls, erlaubt, sie für die obengenannten Gegenstände zusammen zu rufen. Wenn aber innerhalb den Grenzen einer Provinz sich nicht eine zur Errichtung einer Kongregation hinreichende Anzahl solcher Klöster befindet, so können die Klöster von zwei oder drei Provinzen eine Kongregation bilden. Allein nachdem diese Kongregationen errichtet sind, sollen ihre Generalkapitel und die von ihnen erwählten Vorstände oder Visitatoren die nämliche Autorität über die Klöster ihrer Kongregation und über die in denselben wohnenden Ordensgeistlichen haben, welche andere Vorstände und Visitatoren in den übrigen Orden besitzen und gehalten sein, die Klöster ihrer Kongregation öfter zu visitieren uns sich ihrer Verbesserung zu widemen und dasjenige zu beobachten, was in den heiligen Kanones und durch dieses heilige Concilium beschlossen worden ist. Wofern sie aber auch auf die Aufforderung des Metropoliten nicht für die Vollziehung des Vorbemeldeten sorgen, so sollen sie den Bischöfen, in derer Diözesen die vorgenannten Orte gelegen sind, als Bevollmächtigten des Apostolischen Stuhls, untergeben werden.


9. Kapitel

Dass die unmittelbar dem Apostolischen Stuhl unterworfenen Frauenklöster von dem Bischof, andere aber von den Abgeordenten der Generalkapitel oder von anderen Ordensgeistlichen verwaltet werden sollen

Die unmittelbar dem heiligen Apostolischen Stuhl unterworfenen Frauenklöster, auch die mit dem Namen der Kapitel des heiligen Petrus oder des heiligen Johannes oder wie sonst immer Benannten, sollen von den Bischöfen als Bevollmächtigten des genannten Stuhles verwaltet werden, ohne dass irgend etwas dagegen sein kann. Diejenigen aber, welche von den Abgeordneten in allgemeinen Kapiteln oder von andern Ordensgeistlichen regiert werden, sollen unter derer Obsorge und Obhut gelassen sein.


10. Kapitel

Dass die Klosterfrauen alle Monate beichten und kommunizieren und dass der Bischof ihnen einen außerordentlichen Beichtvater bestellen und dass das heilige Altarsakrament bei ihnen nicht außer der öffentlichen Kirche aufbewahrt werden soll

Die Bischöfe und übrigen Obern der Frauenklöster sollen sorgfältig darüber wachen, dass die Klosterfrauen in ihren Verordnungen dazu angemahnt werden, wenigstens alle Monate einmal zu beichten und das hochheilige Altarsakrament zu empfangen, damit sie durch dieses heilsame Schutzmittel sich zur standhaften Besiegung aller Nachstellungen des Satans festbewahren mögen. Außer dem gewöhnlichen Beichtvater werden ihnen vom Bischof und der andern Oberen zwei- bis dreimal im Jahre ein anderer außerordentlicher Beichtvater angeboten, der sie alle Beicht zu hören schuldig sei. Den heiligsten Leib Christi aber innerhalb dem Chore oder den Mauern des Klosters und nicht in der öffentlichen Kirche aufzubewahren, verbietet der heilige Kirchenrat, ohne dass was immer für ein Indult oder Privileg dagegen sein kann.


11. Kapitel

Dass in den Klöstern, welchen Seelsorge über weltliche Personen obliegt, der Bischof, außer denjenigen, welche zur Familie gehören, über diejenigen Visitation und Prüfung halten soll, denen diese Seelsorge übertragen wird, doch seien einige ausgenommen

In den Klöstern oder Häusern, sowohl der Männer als der Frauen, welchen Seelsorge über weltliche Personen obliegt, sollen, ohne diejenigen, die zur Familie jener Klöster oder Orte gehören, die sowohl Ordens- als weltlichen Personen, welche diese Seelsorge ausüben, in demjenigen, was sich auf die besagte Seelsorge und Verwaltung der Sakramente bezieht, unmittelbar der Gerichtsbarkeit, Visitation und Zurechtweisung des Bischofs untergeben seinén, in dessen Diözese sie gelegen sind. Und es dürfen daselbst keine, wenn auch auf den Wink entfernbare, anders bestellt werden, als nur mit seiner Einstimmung und der vorausgegangenen, durch ihn oder seinen Vikar zu haltenden, Prüfung. Ausgenommen hievon sind das Kloster Klugny mit seinem Gebiet und auch diejenigen Klöster oder Orte, in welchen die Äbte, Generäle oder Ordenshäupter den ordentlichen Hauptsitz haben und die übrigen Klöster oder Häuser, in welchen die Äbte oder andere Ordensobern bischöfliche und zeitliche Gerichtsbarkeit über die Pfarrer und Pfarrangehörigen ausüben, doch verbleibt das Recht derjenigen Bischöfe, welche die höhere Gerichtsbarkeit über die vorbesagten Worte oder Personen ausüben, unverletzt.


12. Kapitel

Dass die Klostergeistlichen den Weltgeistlichen in Beobachtung der bischöflichen Zensuren und Diözesanfeste gleich gestellt werden

Die Zensuren und Interdikte, nicht nur die vom Apostolischen Stuhl ausgeflossenen, sondern auch die von den Ordinarien verkündigten, sollen, auf das Gebot des Bischofs, von den OOrdensgeistlichen in ihren Kirchen bekannt gemacht und beobachtet und auch die Festtage, die eben derselbe Bischof in seiner Diözese zu halten befiehlt von allen Befreiten, selbst von den Ordensgeistlichen gehalten werden.


13. Kapitel

Dass der Bischof die Streitigkeiten über den Vortritt schlichte und dass alle befreiten, die nicht in strengerer Klausur leben, angehalten werden können, den öffentlichen Gebeten beizuwohnen

Alle Streitigkeiten über den Vortritt, welche öfter zum größten Ärgernisse zwischen kirchlichen, sowohl weltlichen als Ordenspersonen bei öffentlichen Bittgängen und bei denjenigen, die zur Beerdigung der Leichnahme der Abgestorbenen gehalten werden und beim Umtragen des Schirmhimmels und bei andern dergleichen entspringen, schlichte, mit Ausschlusse aller Appellation und ohne dass irgend etwas dagegen sein kann, der Bischof. Die Befreiten aber alle, sowohl die Welt- als Ordensgeistlichen, wer sie immer sind, auch die Mönche, sollen, wenn zu öffentlichen Gebeten gerufen angehalten werden, dahin zu kommen. Ausgenommen seien allein diejenigen, welche für immer in strengerer Klausur leben.


14. Kapitel

Von wem ein Ordensgeistlicher, der sich öffentlich verfehlt zur Strafe zu ziehen sei

Ein dem Bischof nicht untergebener Ordensgeistlicher, der in der Klausur des Klosters lebt und sich außer derselben so notorisch ergeht, dass er dem Volke zum Ärgernisse wird, soll auf Aufforderung des Bischofs innerhalb der vom Bischof vorzubestimmenden Zeit von seinem Obern nachdrücklich bestraft werden und den Bischof über die Bestrafung in Kenntnis setzen. Wo aber nicht, so soll er von seinem Obern seines Amtes beraubt werden und der Fehlbare vom Bischof bestraft werden können.


15. Kapitel

Dass das feierliche Ordensgelübde nicht abgelegt werden könne, bis das Prüfungsjaqhr vollendet und das sechszehnte Jahr des Alters erfüllt ist

In durchaus jedem Orden, sowohl der Männer als der Frauen, soll das Ordensgelübde nicht vor dem erfüllten sechszehnten Jahre abgelegt und niemand, der weniger als ein Jahr nach Annahme des Habits in der Prüfung gestanden ist, zur Gelübdeablegung zugelassen werden. Eine vorher getane Profession aber sei nichtig und führe keine Verpflichtung zur Beobachtung oder eines Ordens und durchaus keinerlei andere Wirkungen herbei.


16. Kapitel

Dass eine Ab- und Zusage, die zwei Monate vor der Professs gemacht wurde, nichtig sei und dass nach vollendeter Prüfung die Novizen entweder das Gelübde ablegen oder aus dem Kloster ausgestossen werden sollen und dass in dem frommen Institute der Gesellschaft Jesu nichts neues eingeführt werde und dass zugleich von den Gütern der Novizen vor der Profess nichts dem Kloster zugeeignet werden dürfe

Auch soll keine, wenn gleich mit einem Eidschwur oder zu Gunsten irgend einer frommen Stiftung früher getane Aufkündigung oder Verpflichtung gültig sein, wofern sie nicht mit Erlaubnis des Bischofs oder seines Vikars innerhalb den zwei letzten Monaten vor der Gelübdeablegung gemacht hat und nicht anders sich verstehen lassen, als dass sie erst nach erfolgter Profess ihre Wirksamkeit erlange. Jede anders, wenn auch mit ausdrücklicher Verzichtleistung auf diese Begünstigung, sogar unter einem Eide gemachte, aber sei nichtig und von keiner Wirksamkeit. Nach beendigter Zeit des Noviziats sollen die Obern jene Novizen, welche sie dafür fähig finden, entweder zur Gelübdeablegung zulassen oder aus dem Kloster entlassen - Doch beabsichtigt der heilige Kirchenrat hiermit nicht etwas neues zu verordnen oder zu verbieten, dass die Ordensgeistlichen von der Gesellschaft Jesu nicht nach ihrer frommen, vom heiligen Apostolischen Stuhle bestätigten Einrichtung, dem Herrn und seiner Kirche dienen könnnen - Allein vor der Profess darf, außer der Nahrung und Kleidung des Novizen oder der Novizin für jene Zeit, in welcher er in der Prüfung steht, unter durchaus keinerlei Vorwande durch seine Eltern oder Verwandte oder Obsorger etwas von seinen Gütern dem Kloster angeeignet werden, damit er nicht durch diese Veranlassung weil das Kloster sein Vermögen ganz oder größtenteils besitzt und er es, wenn er wegginge, nicht leicht wieder erhalten könnte, nicht mehr zurück geben könne. ja vielmehr befiehlt der heilige Kirchenrat unter der Strafe des Bannfluchs für die Gebenden und Empfangenden, dass dieses auf keine Weise geschehen und dass diejenigen, welche vor der Profess weggehen, alles zurückgegeben werden soll, was ihnen gehörte. Und der bischof soll, wo es nötig ist, auch durch die kirchlichen Zensuren bewirken, dass dies ordentlich  geschehe.


17. Kapitel

Dass ein Mädchen, welches den Klosterhabit annehmen will über zwölf Jahre alt sein und vorher, so wie auch wieder vor der Profess vom Bischof befragt werden müsse

Für die Freiheit der Gelübdeablegung der Jungfrauen, welche sich Gott weihen wollen, vorsorgend, verordnet und beschließt der heilige Kirchenrat, dass ein Mädchen, wenn es den Ordenshabit annehmen will, über zwölf Jahre alt sein müsse und vorher ihn nicht annehmen dürfe und dass nachher dieses oder ein anderes das Versprechen nicht ablegen soll, bis der Bischof oder wenn er abwesend odergehindert ist, sein Vikar oder ein anderer auf ihre Kosten und von ihnen Bestellter sorgfältig den Willen der Jungfrau, ob sie gezwungen oder missleitet sei, ob sie wisse, was sie tut, erforscht hat. Und wenn ihr Wille für frommsinnig und frei erkannt wird und die nach der Regel jenes Klosters und Ordens erforderlichen Bedingungen besitzt und das Kloster selbst auch dafür geeignet ist, so sei es ihr erlaubt, frei die Gelübde abzulegen. Damit aber der Bischof die Zeit der Gelübdeablegung wisse, soll die Vorsteherin des Klosters gehalten sein, ihn einen Monat vorher darüber in Kenntnis zu setzen. Und falls die Vorsteherin den Bischof nicht in Kenntnis setzt, so sei sie so lange vom Amte suspendiet, als es dem Bischof gut scheint.


18. Kapitel

Dass niemand ein Mädchen oder eine Witwe, außer in den vom Rechte angegebenen Fällen, zum Eintritt ins Kloster zwingen oder die, welche eintreten will, hindern dürfe und dass die Verordnungen der Konvertitinnen beobachtet werden sollen

Der heilige Kirchenrat belegt mit dem Bannfluche alle und jede Personen, von was immer für Eigenschaft oder Stande sie seien, sowohl Geistliche, als Laien, Welt- oder Ordensgeistliche, auch in was immer für einer Würde sie stehen, welche auf irgend eine Weise eine Jungfrau oder Witwe oder was sonst immer für weibliche Personen, außer in den vom Recht ausgesprochenen Fällen, zwingen, wider ihren Willen in ein Kloster einzutreten oder den Habit, was immer für eines Ordens anzunehmen oder die Profess abzulegen und welche Rat, Hilfe oder Begünstigung dazu geben und welche, wissend, dass eine solche nicht mit Willen ins Kloster tritt oder den Habit annimmt oder die Profess ablegt, für diese Handlung auf irgend eine Weise entweder ihre Gegenwart oder ihre Zustimmung oder Autorität herleiten.

Mit dem gleichen Bannfluch belegt er auch diejenigen, welche der Jungfrauen oder anderen weiblichen Personen heiligen Willens, den Schleier anzunehmen oder das Gelübde abzulegen, auf irgend eine Weise ohne gerechte Ursache hindern. Auch soll dasjenige alles und jegliches, welches vor der Profess oder bei der Profess getan werden muss, nicht nur in den, dem bischof unterworfenen Klöstern, sondern auch durchaus in allen andern beobachtet werden. Ausgenommen hievon sind jedoch die Frauenpersonen, welche Büßerinnen oder Konvertitinnen heißen, denn bei ihnen sollen ihre eigenen Verordnungen beobachtet werden.


19. Kapitel

Wie in Sachen solcher, welche vom Orden abtrünnig werden einzuschreiten sei

Wenn ein Ordensgeistlicher, wer immer er sein mag, behauptet, er sei durch Gewalt oder aus Furcht in den Orden getreten oder auch sagt, er habe vor dem gebührenden Alter die Gelübde abgelegt oder etwas ähnliches und was immer für Ursache den Habit anziehen oder auch mit dem Habit ohne Erlaubnis des Oberen austreten will, der soll nicht anders, als nur innerhalb den fünf Jahren von seinen Professtage an, angehört werden und auch dann nicht nur andere Weise, als nur wenn er die Ursachen, auf die er sich beruft, vor seinem Oberen und dem Ordinarius vorbringt. Falls er aber vorher den Habit aus eigener Willkür ablegt, so soll ihm nie mehr die Vorbringung irgend einer Ursache zuzugeben, sondern er gezwungen ins Kloster zurückzukehren und als ein abtrünniger bestraft werden, auch ihm indessen kein Privileg seines Ordens zu gut sein können. Gleichfalls darf kein (Oben, Sitzung 14 Kap. 11 von der Verbesserung) Ordensgeistlicher kraft irgend einer Vollmacht zu einem leichteren Orden hinüber versetzt und keinem Ordensgeistlichen die Erlaubnis gegeben werden, den Habit seines Ordens verborgen zu tragen.


20. Kapitel

Dass die den Bischöfen nicht unterworfenen Ordensobern die niederen Klöster, auch die Anempfohlenen visitieren und verbessern sollen

Die Äbte, welche die Häupter der Orden sind und der vorbesagten Orden übrige Obern, die den Bischöfen nicht unterworfen sind und rechtmäßige Gerichtsbarkeit über andere niedere Klöster oder Priorate besitzen, sollen jeglicher in seinem Orte und Orden von amtswegen eben dieselben ihnen untergebenen Klöster und Priorate, auch wenn es Anempfohlene sind, visitieren. Denn da diese den Häuptern ihrer Orden untergeben sind, so erklärt der heilige Kirchenrat, dass sie dem, (Oben, Sitzung 21 Kap. 8 von der Verbesserung) was anderswo über die anempfohlenen Klöster bestimmt worden ist, nicht mitbegriffen und dass jene, welche vorbesagten Orden vorstehen, wer immer sie sind, gehalten seien, die obengenannten Visitatoren aufzunehmen und ihre Anordnungen zu vollziehen. Auch jene Klöster, welche die Häupter der Orden sind, sollen nach den Verordnungen des heiligen Apostolischen Stuhls und jeglichen Ordens visitiert werden. Und so lange solche Besuche dauern, sollen von den Generalkapiteln oder den Visitatoren dieser Orden Klausurprioren oder in den Prioraten, die ein Konvent haben, Subprioren eingesetzt werden, welche die Zurechtweisung und geistliche Verwaltung ausüben. In allem Übrigen verbleiben die Privilegien und Vollmachten der obgemeldeten Orden, in soweit sie ihre eigenen Personen, Orte und Rechte betreffen fest und unverletzt.


21. Kapitel

Dass die Klöster nur an Ordensgeistlichen vergeben und nur die Ordenshäupter künftighin niemanden mehr anempfohlen werden sollen

Da die meisten Klöster, auch die Abteienpriorate und Probsteien, durch die schlechte Verwaltung derer, denen sie anvertraut waren, sowohl im Geistlichen als Zeitlichen nicht geringen Schaden erlitten haben, so wünscht der heilige Kirchenrat sie gänzlich zu einer angemessenen klösterlichen Lebenszucht zurückzubringen. Aber der Zukunft der gegenwärtigen Zeiten ist so hart und schwierig, dass nicht sogleich für alle und nicht überall ein allgemeines Hilfsmittel, wie er wünschte, angewendet werden kann. Damit er aber doch nichts unterlasse, wodurch für die Vorbesagten endlich auf heilsame Weise vorgesorgt werden kann, so hegt er ernstlich das Zutrauen, der heilige römische Papst werde nach seiner Frömmigkeit und Klugheit, so viel er sieht, dass diese Zeiten zu tragen vermögen, dafür sorgen, dass diejenigen, welche jetzt als Anempfohlene vorgefunden werden und welche ihre eigenen Konvente haben, Ordenspersonen vorgesetzt werden, die sich ausdrücklich dem nämlichen Orden angelobt haben und die der Herde vorangehen und vorzustehen fähig sind. Diejenigen aber, (Oben, Sitzung 14 Kap. 10 von der Verbesserung) welche künftighin ledig fallen, sollen nicht anders, als an Ordensgeistliche von anerkannter Tugend und Heiligkeit vergeben werden. In Bezug auf jene Klöster dagegen, welche die Häupter und ersten der Orden sind, heißen die Abteien oder Priorate, Töchter dieser Häupter, sollen die, welche sie gegenwärtig als Übergaben besitzen – falls diese dieselbigen nicht ein Ordensgeistlicher zum Nachfolger bestellt ist – verpflichtet sein, innerhalb sechs Monaten das jenem Orden eigene Gelübde feierlich abzulegen oder auf dieselbigen zu verzichten, widrigenfalls aber die besagten Übergaben durch das Recht selbst für erledigt gehalten werden. Allein damit in allem und jeglichem Vorgemeldeten nicht etwa Betrug geübt werden könne, so gebietet der heilige Kirchenrat, dass bei den Besetzungen der genannten Klöster die Beeigenschaftung aller Einzelnen namentlich angegeben und eine anders gemachte Besetzung für erschlichen gehalten werden soll und durch keinen darauf folgenden, auch dreijährigen Besitz beschützt werden könne.


22. Kapitel

Dass die obengenannten Beschlüsse über die Verbesserung der Ordensgeistlichen ohne Verzug beobachtet werden sollen

Dieses alles und jedes, was in den obigen Beschlüssen enthalten ist, befiehlt der heilige Kirchenrat zu beobachten in allen Ordensvereinigungen und Klöstern, Kollegien und Häusern durchaus aller Mönche und Ordensgeistlichen, so wie auch durchaus aller Klosterjungfrauen und Wittfrauen, selbst wenn sie unter der Verwaltung der Milizorden, auch dessen von Jerusalem leben und mit was immer für Namen sie benannt werden, unter was immer für Regel oder Verordnungen, auch unter dem Schutze oder der Verwaltung oder irgend einer Unterwürfigkeit oder Verbindung oder Abhängigkeit von was immer für einem Orden der Medikanten oder Nichtmedikanten oder was immer für andere Ordensmönche oder Chorherren sie sein mögen, ohne dass die Privilegien (Siehe hierüber die Zurückrufungs-Bulle Pius IV., welche unten beigefügt ist) ihrer aller und jeglicher – mit was immer für Wortformeln dieselben abgefasst und auch wenn sie Maremagnum genannt und auch wenn sie in der Stiftung enthalten sind – oder ihre Verordnungen oder Regeln, selbst die Beeidigten und auch ihre Übungen oder Vorschriften, auch seit undenklicher Zeit dagegen sein können. Wenn es aber Ordensgeistliche gibt, sowohl Männer als Frauen, welche unter einer strengeren Regel oder Satzungen leben, so beabsichtigt sie – mit Ausnahme der Erlaubnis, gemeinschaftlich liegende Güter zu besitzen – der heilige Kirchenrat nicht von ihrer Einrichtung und Observanz abzuhalten. Und weil der heilige Kirchenrat sehnlich wünscht, dass das Obengenannte alles und jedes sobald möglich der Vollziehung anbefohlen werde, so gebietet er allen Bischöfen, in den ihnen unterworfenen Klöstern und in allen Übrigen, welche in den obigen Beschlüssen ihnen speziell angewiesen sind und sämtlichen Äbten, Generälen und anderen oben besagten Ordensoberen, das Vorgenannte sogleich in Vollziehung zu setzen. Wofern aber irgend etwas nicht zur Vollziehung anbefohlen wird: so sollen die Provinzialkonzilien die Nachlässigkeit der Bischöfe ergänzen und bezäumen. Die Provinzial- und die Generalkapitel der Ordensgeistlichen dagegen und in Ermangelung der Generalkapitel, die Provinzialsynoden sollen für ebendasselbe durch Abordnung einiger des gleichen Ordens vorsorgen. Auch ermahnt der heilige Kirchenrat alle Könige, Fürsten, Staaten und Obrigkeiten und befiehlt ihnen, kraft des heiligen Gehorsams, dass sie den vorgenannten Bischöfen, Äbten und Generalen und übrigen Vorgesetzten bei der Vollziehung der oben enthaltene Verbesserung ihre Hilfe und ihr Ansehen wollen angedeihen lassen, so oft die dafür in Anspruch genommen werden, damit das Vorgemeldete ohne alles Hindernis zum Lobe Gottes des Allmächtigen ordentlich vollzogen werde.



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