3. KONZIL VON TRIENT- DIE HL. MESSE & ANATHEM!




Siebte Sitzung
des hochheiligen, allgültigen und allgemeinen
Konzils von Trient
unter Papst Paulus III.

gehalten am 3. März 1547

Ad consummationem
von den Sakramenten

S. 65-80

Einleitung

Zur Vollendung der heilsamen Lehre von der Rechtfertigung, welche in der nächstvorgehenden Sitzung mit einmütiger Übereinstimmung aller Väter bekannt gemacht worden ist, schien es angemessen, von den heiligsten Sakramenten der Kirche, als durch welche alle wahre Gerechtigkeit entweder anfängt oder angefangen vermehrt oder verloren wieder hergestellt wird, zu handeln. Deswegen glaubte der hochheilige, allgültige und allgemeine, rechtmäßig im Heiligen Geist versammelte Kirchenrat von Trient, unter dem Vorsitz der nämlichen Gesandten des Apostolischen Stuhls, zur Austilgung der Irrtümer und Ausrottung der Irrlehren, welche zu dieser unserer Zeit über dieselben heiligsten Sakramente, teils aus den einst von unseren Vätern verdammten Häresien wieder auferweckt, teils auch von Neuem erfunden wurden, und die der Reinheit der katholischen Kirche, und dem Heile der Seelen so sehr schaden, in der Anhänglichkeit an die Lehre der heiligen Schriften, an die Apostolischen Überlieferungen und an die Übereinstimmung anderer Konzilien und der Väter, diese gegenwärtigen Kanon verordnen und beschließen zu müssen; die übrigen, die zur Vollführung des angefangenen Werkes noch übrig sind, wird er, unter dem Beistande des Heiligen Geistes, späterhin herausgeben.



1. Canon

Wenn jemand sagt die Sakramente des neuen Gesetzes seien nicht alle von Jesus Christus unserm Herrn eingesetzt worden oder es seien deren mehr oder weniger, als sieben, nämlich die Taufe, die Firmung, das Altarsakrament, die Buße, die letzte Ölung, die Weihe und die Ehe oder auch, es sei eines von diesen sieben nicht wahrhaft und eigentlich ein Sakrament, der sei im Bann.


2. Canon

Wenn jemand sagt, diese Sakramente des neuen Gesetzes selbst seien von den Sakramenten des alten Gesetzes nicht anders verschieden, als weil die Zeremonien andere, und die äußerlichen Gebräuche andere sind, der sei im Bann.


3. Canon

Wenn jemand sagt, diese sieben Sakramente seien so unter einander gleich, dass auf keine Weise das eine würdevoller, als das Andere sei, der sei im Bann.



4. Canon

Wenn jemand sagt, die Sakramente des neuen Gesetzes seien zum Heile nicht notwendig, sondern überflüssig und die Menschen erlangen ohne dieselben oder ohne das Verlangen nach ihnen, durch den Glauben allein, von Gott die Gnade (oben, Sitz. 6 von der Rechtfertigung, Kap. 7 und Kanon 9) der Rechtfertigung; obwohl dieselben nicht alle Allen einzelnen notwendig sind, der sei im Bann.


5. Canon

Wenn jemand sagt, diese Sakramente seien einzig zur Ernährung des Glaubens eingesetzt, der sei im Bann.


6. Canon

Wenn jemand sagt, die Sakramente des neuen Gesetzes enthalten die Gnade nicht, welche sie anzeigen oder teilen diese Gnade denen, welche ihr kein Hindernis entgegensetzen, nicht mit, so, als wären sie nur äußerliche Zeichen der durch den Glauben empfangenen Gnade oder Gerechtigkeit und gewisse Merkmale des christlichen Glaubensbekenntnisses, durch welche sich die Gläubigen von den Ungläubigen vor den Menschen unterscheiden, der sei im Bann.


7. Canon

Wenn jemand sagt, die Gnade werde durch diese Sakramente nicht immer, soviel dies Sache Gottes ist, allen, auch wenn sie diese in rechter weise empfangen, mitgeteilt, sondern nur bisweilen und Einigen, der sei im Bann.


8. Canon

Wenn jemand sagt, durch diese Sakramente des Neuen Bundes, werde die Gnade nicht vermöge des gewirkten Werkes (ex opere operato) mitgeteilt, sondern der Glaube auf die göttliche Verheißung allein, reiche hin zur Erlangung der Gnade, der sei im Bann.


9. Canon

Wenn jemand sagt (auch unten, Sitzung 23, Kanon 4), in den drei Sakramenten, der Taufe nämlich, der Firmung und der Weihe, werde der Seele nicht ein Charakter, das ist, ein geistiges und unauslöschliches Zeichen eingeprägt, weswegen sie nicht wiederholt werden können, der sei im Bann.


10. Canon

Wenn jemand sagt (auch unten Sitz. 14 von der Buße, Kap. 6), alle Christen haben Gewalt zur Verwaltung des Wortes und aller Sakramente, der sei im Bann.


11. Canon

Wenn jemand sagt, für die Verwalter werde, wenn sie die Sakramente vollbringen und austeilen, nicht wenigstens die Willensmeinung erfordert, zu tun, was die Kirche tut, der sei im Bann.


12. Canon

Wenn jemand sagt, ein Ausspender, der sich in einer Todsünde befinde, falls er sonst alles Wesentliche, welches zu Vollbringung oder Mitteilung des Sakramentes gehört beobachtet, vollbringe oder mitteile das Sakrament nicht, der sei im Bann.


13. Canon

Wenn jemand behauptet, die von der katholischen Kirche überlieferten und genehmigten, in der feierlichen Verwaltung der Sakramente zu beobachten üblichen Gebräuche, können entweder missachtet, oder, ohne Sünde, von den Verwaltern nach Belieben weggelassen, oder von jeglichem Kirchenhirten in andere Neue Riten umgeändert werden, der sei im Bann.


Von der Taufe

1. Kanon

Wenn jemand sagt, die Taufe des Johannes, habe mit der Taufe Christi dieselbe Kraft gehabt, der sei im Bann.


2. Kanon

Wenn jemand sagt, zur Taufe sei nicht wahres und natürliches Wasser notwendig und somit jene Worte Jesu Christi unseres Herrn (Joh 3,5): „Wenn jemand nicht wiedergeboren ist aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste,“ bloß als eine Metapher ausdeutet, der sei im Bann.


3. Kanon

Wenn jemand sagt, in der Römischen Kirche, welche die Mutter und Lehrerin aller Kirchen ist, sei nicht die wahre Lehre vom Sakramente der Taufe, der sei im Bann.


4. Kanon

Wenn jemand sagt, die Taufe, welche auch von Irrlehrern im Namen des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes, mit der Willensmeinung zu tun, was die Kirche tut, erteilt wird, sei keine wahre Taufe, der sei im Bann.


5. Kanon

Wenn jemand sagt (Joh 3,5), die Taufe sei frei, das heißt, zum Heile nicht notwendig, der sei im Bann.


6. Kanon

Wenn jemand sagt, der Getaufte könne, auch wenn er wolle, die Gnade nicht verlieren, so viel er immer sündigen möge, außer wenn er nicht glauben wolle, der sei im Bann.


7. Kanon

Wenn jemand sagt (Gal 5,6), die Getauften werden durch die Taufe selbst nur allein zum Glauben verpflichtet, aber nicht zur Haltung des ganzen Gesetzes Christi, der sei im Bann.


8. Kanon

Wenn jemand sagt, die Getauften seien von allen Geboten der heiligen Kirche, mögen sie geschrieben oder überliefert sein, frei, so dass sie nicht verpflichten seien, dieselben zu halten, wenn sie sich ihnen nicht aus selbst, eigenem Willen unterwerfen wollen, der sei im Bann.


9. Kanon

Wenn jemand sagt, die empfangene Taufe müsse den Menschen wieder so ins Gedächtnis zurückgerufen werden, dass sie alle Gelübde, welche nach der Taufe gemacht werden, Kraft des schon in der Taufe selbst getanen Versprechens, für nichtig ansehen, als wenn durch dieselben sowohl dem Glauben, den sie bekannten, als der Taufe selbst Eintrag getan würde, der sei im Bann.


10. Kanon

Wenn jemand sagt, alle Sünden, welche nach der Taufe getan werden, werden allein durch die Wiedererinnerung und den Glauben an die empfangene Taufe entweder nachgelassen oder lässliche Sünden, der sei im Bann.


11. Kanon

Wenn jemand sagt, die wahre und rechterweise mitgeteilte Taufe müsse für denjenigen, der bei Ungläubigen den Glauben Christi verleugnete, wenn er zur Buße zurückgekehrt, wiederholt werden, der sei im Bann.


12. Kanon

Wenn jemand sagt, es dürfe niemand anders, als in dem Alter, in welchem Christus getauft wurde oder in der Todesgefahr selbst, getauft werden; der sei im Bann.


13. Kanon

Wenn jemand sagt, die Kinder seien nach empfangener Taufe, darum, weil sie die Übung des Glaubens nicht besitzen, nicht mit unter die Gläubigen zu zählen, und deswegen, wenn sie zu den Unterscheidungsjahren gekommen sind, wiederzutaufen oder es sei besser, ihre  Tauf zu unterlassen, als dass sie, ohne durch eigene Übung gläubig zu sein, allein im Glauben der Kirche getauft werden, der sei im Bann.


14. Kanon

Wenn jemand sagt, die also getauften Kinder, wenn sie erwachsen seien, müssen gefragt werden, ob sie für gültig halten wollen, was ihre Paten in ihrem Namen, da sie getauft wurden, versprochen haben und falls sie dies nicht zu wollen erwiedern, seien sie ihrem freien Willen zu überlassen und indessen durch keine andere Strafe zu einem christlichen Leben anzuhalten, außer, dass sie von der Empfangung der Eucharistie und andere Sakramenten zurückgewiesen werden, bis sie Buße tun, der sei im Bann.


Von der Firmung

1. Kanon

Wenn jemand sagt, die Firmung der Getauften sei eine müßige Zeremonie und nicht vielmehr ein wahres und eigentliches Sakrament oder sie sei ehemals nichts anderes gewesen als ein gewisser Unterricht, durch welchen die das Jünglingsalter Antretenden vor der Kirche Rechenschaft von ihrem Glauben ablegten, der sei im Bann.


2. Kanon

Wenn jemand sagt, diejenigen seien Beleidiger des Heiligen Geistes, welche dem heil. Chrisam der Firmung eine gewisse Kraft beilegen, der sei im Bann.


3. Kanon

Wenn jemand sagt (unten, Sitzung 23 Kap 4 von der Weihe), der ordentliche Verwalter der heiligen Firmung sei nicht allein der Bischof, sondern jeglicher einfache Priester, der sei im Bann.



Beschluss
von der Verbesserung

Der nämliche, hochheilige Kirchenrat, unter dem Vorsitze der nämlichen Gesandten, glaubte, indem er das (siehe oben, Sitzung 6 Kap 2 und unten, Sitzung  23 Kap. 1 von der Verbesserung) begonnene Geschäft über die Anwesenheit und die Verbesserung zum Lobe Gottes und Wachstum der christlichen Religion fortzusetzen beabsichtigt, verordnen zu müssen, wie folgt; wobei aber immer in allem (unten, letzte Sitzung, Kap. 21 von der Verbesserung) das Ansehen des Apostolischen Stuhls unverletzt verbleibt.


1. Kapitel
Wer des Vorstandes der Kathedralkirchen fähig sei

Zur Regierung (unten, Sitzung 22 Kap. 2 von der Verbesserung) der Kathedralkirchen soll niemand angenommen werden, als wer, gemäß der im Konzil vom Lateran bekannt gemachten Verordnung Alexander des Dritten, welche anfängt „Cum in cunctis“, aus rechtmäßiger Ehe geboren, mit reifem Alter, würdigen Sitten und Schriftenkenntnis begabt ist.


2. Kapitel
Denen, welche mehrere Kathedralkirchen innehaben, wird befohlen, nach bestimmter Weise und Zeit alle bis auf eine zu entlassen

Niemand, mit welcher Würde, Stufe oder Auszeichnung er auch immer glänze, soll sich vermessen, mehrere Metropolitan- oder Kathedralkirchen, namentlich oder empfohlenerweise oder unter irgend einem anderen Namen (Unten, Sitzung 22 Kap. 2 von der Verbesserung), wider die Bestimmungen der heiligen Canones, anzunehmen und zugleich zu behalten; zumal derjenige, dem es zu Teil wird, eine einzige Kirche gut und fruchtbringend und zum Heile seiner anvertrauten Seelen zu regieren, sehr glücklich zu schätzen ist. Diejenigen aber, welche gegen den Inhalt des gegenwärtigen Beschlusses zur Zeit mehrere Kirchen innehaben, sollen eine, welche sie lieber wollen, beibehaltend, auf die übrigen, wenn sie der freien Verfügung des Apostolischen Stuhles angehören, innerhalb sechs Monaten, sonst aber innerhalb einem Jahr, verzichten. Widrigenfalls seien die Kirchen, mit Ausnahme nur der zuletzt erhaltenen, dadurch selbst für ledig zu erachten.


3. Kapitel
Dass die Benefizien nur tauglichen Personen erteilt werden sollen

Die niederen kirchlichen Benefizien, besonders diejenigen, welche Seelsorge au sich haben, sollen nach der im lateranischen Konzil herausgegebenen Verordnung Alexander des III., welche anfängt: „Quia non nulli, und einer andern im allgemeinen Konzil von Lyon herausgegebnen Gregor des X., welche anfängt: „Licet canon“, würdigen und fähigen Personen und solchen, welche am Orte anwesend sein und die Seelsorge selbst ausüben können, erteilt werden dürfen; widrigenfalls sei eine gemachte Besatzung oder Verpfründung durchaus nichtig und der ordentliche Besatzungsherr soll wissen, dass er dadurch in die Strafen der Verordnung des allgemeinen Conziliums, welche anfängt: „Grave nimis“, verfällt.


4. Kapitel
Dass derjenige, welcher gegen die Kanon mehrere Benefizien beibehält, derselben beraubt werden soll

Wer immer in Zukunft mehrere seelsorgliche oder sonst (siehe unten, Sitzung 24 Kap 17 von der Verbesserung) unvereinbare kirchliche Benefizien, entweder auf dem Wege der Vereinigung auf Lebenszeit oder einer ewigen Übergabe oder mit was immer für einem andern Namen und Titel gegen die Vorschrift der heiligen Kanon und besonders der Verordnung Innozenz des III., welche anfängt: „de multa“ anzunehmen und zugleich zu behalten sich vermessen mag, der soll nach der Verfügung dieser Verordnung, durch das Recht selbst, auch Kraft des gegenwärtigen Kanons, derselben Benefizien beraubt sein.


5. Kapitel
Dass die Besitzer mehrerer seelsorglichen Benefizien zugleich die Erlaubnisse dazu ihrem Ordinarius vorweisen und dass die Ordinarien für die Kirchen, zur Ausübung der Seelsorge Vikarien mit einem angemessenen Gehaltanteil bestellen sollen

Die Ortsordinarien sollen durchaus alle jene, welche mehrere seelsorgliche, aber sonst unvereinbare kirchliche Benefizien innehaben, strenge zur Vorweisung ihrer Erlaubnisse anhalten und widrigenfalls nach der im allgemeinen Konzil von Lyon herausgegebenen Verordnung Gregor des X. einschreiten, welche anfängt (sieh unten, Sitzung 24 Kap. 17; und oben, Sitzung 6 Kap. 2 von der Verbesserung): „Ordinarii“ und welche der nämliche heilige Kirchenrat glaubt erneuern zu müssen und erneuert, überdies noch beifügend, dass diese Ordinarien auch durch Bestellung tauglicher Vikarien und Anweisung eines angemessenen Anteils Einkünfte des gänzlichen dafür vorsorgen sollen, damit auf keine Weise die Seelsorge vernachlässigt und dieselben Benefizien ihrer schuldigen Pflichtleistungen durchaus nicht beraubt werden; ohne dass was immer für Appellationen, Privilegien und Befreiungen, auch mit der Bestellung besonderer Richter und derer Verbote, in dem Vorgemeldeten jemanden zu Gunsten sein können.


6. Kapitel
Was für Vereinigungen der Benefizien für gültig zu halten seien

Die ewigen Vereinigungen, welche seit (siehe unten, Sitzung 14 Kap. Von der Verbesserung und Sitz. 24 Kap. 13 und Sitz 25 Kap. 9 von der Verbesserung) der Zeit von vierzig Jahren gemacht worden sind, können von den Ordinarien, als Bevollmächtigten des Apostolischen Stuhls geprüft und die, welche durch Erschlich oder Betrug erhalten wurden, sollen für nichtig erklärt werden. Jene aber, die seit der genannten Zeit erlaubt wurden und auch noch nicht ganz oder zum Teil ihre Wirksamkeit erlangt haben und jene, welche in Zukunft vor wessen Instanz immer gemacht werden, wenn sie nicht offenbar aus gesetzlichen oder sonst gründlichen Ursachen, die vor dem Ortsordinarius, unter Vorberufung derer, welchen daran liegt, bewährt werden müssen, gemacht wurden, sollen zum voraus für solche gehalten werden, die durch Erschlich erlangt worden sind und deswegen auch aller Gültigkeit ermangeln, falls nicht von dem Apostolischen Stuhle anders darüber gesprochen wird.


7. Kapitel
Dass die vereinigten kirchlichen Kurat-Benefizien visitiert und die Seelsorge auch durch immerwährende Vikarien ausgeübt und diesen ihrer Bestellung ein Anteil Einkünfte angewiesen werden soll, selbst auch über das Gewisse hinaus

Die kirchlichen Seelsorg-Benefizien, (unten, Sitz. 14 Kap. 9 von der Verbesserung) welche sich mit Kathedral-, Kollegial- oder anderen Kirchen oder Klöstern, Benefizien oder Kollegien oder was immer für frommen Orten auf immer verbunden und vereinigt vorfinden, sollen alle Jahre von den Ortsordinarien visitiert werden, und (siehe unten, Sitzung 25 Kap. 16 von der Verbesserung, und oben Kap. 5) diese sorgfältig dafür fürzusorgen streben, dass die Seelsorge durch taugliche Vikarien rühmlich ausgeübt werde, auch, falls es diesen Ordinarien zur guten Leitung der Kirche nicht anders zu frommen scheint, durch immerwährende, welche von ihnen mit Anweisung der dritten Teils oder nach ihrem Gutachten, mehr oder weniger Einkünfte, auch über das Gewisse hinaus, dahin zu bestellen sind; ohne dass was immer für Appellationen, Privilegien, Befreiungen, auch mit Richterbestellungen und deren Verbote in dem Vorbemeldeten irgend im geringsten geltend sein können.


8. Kapitel
Dass die Kirchen wieder hergestellt; und die Seelsorge sorgfältig versehen werden soll

Die Ordinarien sollen gehalten sein, durchaus alle, (unten, Sitz. 24 Kap. 9 und Sitz. 21 Kap. 8 von der Verbesserung) auf was immer für Weise befreiten Kirchen, alle Jahre, mit apostolischem Ansehen zu visitieren und durch geeignete Rechtsmittel vorzusorgen, dass diejenigen, die der Herstellung bedürfen, hergestellt und der Seelsorge, die ihnen etwa obliegt und anderer schuldiger Pflichtleistungen durchaus nicht beraubt werden; zumal alle Appellationen, Privilegien, Übungen, auch wenn sie seit unbedenklicher Zeit vorgeschrieben wären, Richterbestellungen und deren Verbote hierüber des gänzlichen ausgeschlossen sein sollen.


9. Kapitel
Dass die Empfangung der bischöflichen Weihe nicht aufgeschoben werden dürfe

Diejenigen, welche zu höhern Kirchen befördert worden sind, sollen innerhalb der vom Rechte verordneten Zeit (unten, Sitzung 23 Kap 2 von der Verbesserung) die Verbindlichkeit der bischöflichen Weihe auf sich nehmen und keinem länger, als für 6 Monate erteilter Aufschub darüber zu Gunsten sein können.


10. Kapitel
Dass während der Vakanz des bischöflichen Stuhls die Kapitel niemanden Dimissorialbriefe erteilen sollen, als nur solchen, die durch Veranlassung eines erlangten oder zu erlangenden; verschiedene Strafen gegen zuwider Handelnde

Den Kapiteln der Kirchen sei es nicht erlaubt, (unten, ebendaselbst Kapitel 10) während der Vakanz des bischöflichen Stuhl, innerhalb einem Jahre vom Tage der Vakanz an, weder nach der Verfügung des gemeinen Rechts, noch Kraft irgend eines Privilegiums oder einer Übung, jemanden, der es nicht vermöge der Veranlassung eines erlangten oder zu erlangenden kirchlichen Benefiziums notwendig hat, die Erlaubnis, sich weihen zu lassen oder Dimissorial- oder wie sie einige heißen, Referend-Briefe zu erteilen. Falls dagegen gehandelt wird, soll (unten, Sitzung 23 Kap. 10 von der Verbesserung) das zuwiderhandelnde Kapitel dem kirchlichen Interdikt unterliegen und die also Geweihten, wenn sie in die kleineren Weihen erhoben wurden, sich keines geistlichen Privilegiums, besonders in Kriminaldingen, erfreuen, wenn aber in die Höhern, von der Ausübung der Weihen durch das Recht selbst so lange suspendiert seien, als es den künftigen Prälaten gut dünkt.


11. Kapitel
Dass die Vollmachten, sich befördern zu lassen, für niemanden ohne rechtmäßige Ursache geltend sein sollen

Die Vollmachten zur Weihebeförderung von wem immer, sollen für niemanden anders geltend sein können, als für solche, welche eine gesetzmäßige Ursache haben, wegen welchen sie von ihren eigenen Bischöfen nicht können geweiht werden und welche schriftlich angegeben werden muss und auch dann sollen dieselben nicht anders, (oben, Sitz. 6 Kap 5 und unten, Sitz. 14 Kap. 2 von der Verbesserung) als nur von einem in seiner Diözese anwesenden Bischöfe oder von demjenigen geweiht werden, welcher für ihn die Pontifikalien ausübt und nach vorausgegangener, sorgfältiger Prüfung.


12. Kapitel
Dass die Vollmacht der Nichtbeförderung nicht über ein Jahr hinausreichen dürfe

Die erteilten Vollmachten zur Nichtbeförderung sollen, außer in den vom Rechte ausgesprochenen Fällen, nur auf ein Jahr lang geltend sein dürfen.


13. Kapitel
Dass diejenigen, welche von wem immer vorgestellt werden, nicht anders, als nach vorausgegangener Prüfung und Genehmigung des Ordinarius eingesetzt werden dürfen; wovon aber einige ausgenommen seien

Diejenigen, welche von was immer für kirchlichen Personen, auch von den Nuntien des Apostolischen Stuhls, vorgestellt oder erwählt oder ernennt werden sollen, auch unter dem Vorwande irgend eines Privilegiums oder einer Übung, auch wenn diese seit undenklicher Zeit vorgeschrieben wäre, zu jeglichen kirchlichen Benefizien anders nicht eingesetzt (unten, Sitzung 25 Kap 9 von der Verbesserung) und nicht bestätigt und nicht zugelassen werden, als nach dem sie zuerst von den Ortsordinarien geprüft und für tauglich erfunden sind. Und niemand kann sich durch das Mittel der Appellation davor bewahren, dass er nicht der Prüfung sich zu unterziehen gehalten sei. Doch sind hiervon diejenigen ausgenommen, welche von (Vergleiche unten, Sitzung 24 Kap. 18) Universitäten oder Kollegien allgemeiner Wissenschaften vorgestellt, erwählt oder ernannt wurden.


14. Kapitel
Dass bürgerliche Streitsachen der befreiten Welt- oder Ordensgeistlichen, welche außer dem Kloster leben, von den Bischöfen geschlichtet werden

In Streitsachen der Befreiten soll die in dem allgemeinen Konzil von Lyon herausgegebene Verordnung Innozenz des IV. beobachtet werden, welche  anfängt: (siehe auch unten, Sitzung 14 Kap. 5 von der Verbesserung) „Volentes“, und welche der nämliche hochheilige Kirchenrat erneuern zu müssen glaubt und erneuert, überdies noch beifügend, dass in bürgerlichen Streitdingen über Lohnsachen und gemeiner Menschen die Weltgeistlichen und die außer dem Kloster lebenden Ordensgeistlichen, wie sie immer befreit sein mögen, auch wenn sie einen bestimmten, vom Apostolischen Stuhl örtlich bestellten Richter haben, in andern aber nur, wenn sie einen solchen Richter nicht haben, vor den Ortsordinarien, als den hierfür Bevollmächtigten des Apostolischen Stuhls, erscheinen und vermittelst des Rechtes zur Bezahlung des Schuldigen angehalten und gezwungen werden können; ohne dass Privilegien, Befreiungen, Bestellungen von Schirmherrn und ihre Verbote, gegen das Vorgemeldete im geringsten etwas vermögen sollen.


15. Kapitel
Dass die Ordinarien dafür sorgen sollen, dass alle und jegliche Hofspitäler, auch die Befreiten, von ihren Verwaltern treu verwaltet werden

Die Ordinarien sollen dafür sorgen (unten, Sitzung 25 Kap. 8 von der Verbesserung), dass durchaus alle Hospitäler von ihren Verwaltern, mit was immer für Namen diese genannt und auf was immer für Weise sie auch befreit sein mögen, treu und sorgfältig verwaltet werden, unter Beobachtung der Vorschrift der Verordnung des Konzils von Vienne, welche anfängt: „Quia contingit“ und welche Verordnung der nämliche heilige Kirchenrat erneuern zu müssen glaube und sie, mit den Zunichterklärungen, welche in ihr enthalten sind, erneuert.


Ansagung der künftigen Sitzung

Ferner verordnete und beschloss dieser hochheilige Kirchenrat, dass die nächstkünftige Sitzung gehalten und gefeiert werden soll, am Donnerstage, den fünften Wochentag, nach dem folgenden weißen Sonntage, als den 21. Tag des Monats April des gegenwärtigen Jahres 1547.



Bulle
Paulus episcopus
des hochheiligen, allgültigen und allgemeinen
Konzils von Trient
von Papst Paulus III.

im März 1547

S. 81-83

Wir Paulus Bischof, Diener der Diener Gottes, entbieten dem ehrwürdigen Bruder, Johannes Maria, Bischof von Präneste und den geliebten Söhnen, dem Marcellus, Priester zum heiligen Kreuze in Jerusalem und Reginaldus, Diakon zu St. Maria in Kosmedin, Kardinälen und Unsern und des Apostolischen Stuhls Gesandten von der Seite, Heil und den Apostolischen Segen.

Der Regierung der allgemeinen Kirche, obgleich mit ungleichen Verdiensten, durch die Fügung des Herrn vorgesetzt, halten Wir es für einen Teil unserer Pflicht, dass, wenn etwas Wichtigeres für die Christenheit verordnet werden soll, dasselbe nicht nur zur gelegenen Zeit, sondern auch an einem bequemen und dienlichen Orte vollführt werde. Nachdem Wir daher jene Aufhebung der Feier des heiligen, allgültigen und allgemeinen Konzils, die von Uns über das früherhin, aus dazumal ausdrücklich angegebenen Ursachen und mit dem Rat und der Zustimmung Unserer ehrwürdigen Brüder, der Kardinäle der Hl. Röm. Kirche in der Stadt Trient Angesagte, aus anderen gewissen, damals ebenfalls ausdrücklich angegebenen Ursachen, mit dem gleichen Rat und Zustimmung, bis auf eine andere, geeignetere und bequemere von Uns zu bestimmende, Zeit festgesetzt worden ist, nach vernommener Herstellung des Friedens zwischen Unsern, in Christo geliebtesten Söhnen, dem römischen, stets mächtigen Kaiser Karl und dem allerchristlichen König der Franken Franziskus, mit dem gleichen Rat und Zustimmung zernichtet und beseitigt hatten; so haben Wir, weil Wir selbst, damals rechtmäßig verhindert,  Uns nicht persönlich nach der besagten Stadt begeben und demselben Konzil beiwohnen konnten, Euch als Unsere und des Apostolischen Stuhls Gesandte von der Seite, für das gleiche Konzil, mit dem gleichen Rat, bestimmt und abgeordnet und Euch, gleichsam als Boten des Friedens, nach der gleichen Stadt hingesendet, wie es in Unsern verschiedenen darüber abgefassten Schreiben vollständiger erhalten ist. Da Wir nun dienlich vorsorgen möchten, dass dies so heilige Werk der Feier dieses Konzils nicht durch die Unbequemlichkeit des Ortes oder sonst auf irgend eine Weise gehindert oder länger als geziemt verzögert werde; so erteilen Wir aus eigener Entschließung und mit gewisser Erkenntnis und aus der Fülle der apostolischen Gewalt und mit dem gleichen Rat und Zustimmung, Euch allen zugleich oder falls einer durch ein rechtmäßiges Hindernis abgehalten oder von da etwa abwesend sein mag, zwei aus Euch, laut des Gegenwärtigen, mit apostolischer Autorität, volle und freie Gewalt und Vollmacht, wann es Euch immer gut scheinen mag, das vorbesagte Konzil aus der gleichen Stadt Trient, nach was immer für einer anderen, bequemern und geeigneteren oder sichereren Stadt, welche Euch auch gefällig sein wird, zu versetzen und abzuändern und dasselbe in der Stadt Trient selbst zu unterdrücken und aufzulösen, so auch den Prälaten und anderen Personen dieses Konzils, auch unter den kirchlichen Zensuren und Strafen, zu gebieten, dass sie in demselben in der besagten Stadt Trient nicht mehr zu Weiterem schreiten sollen und dann das nämliche Konzil in jener anderen Stadt, nach welcher die Versetzung und Abänderung statt finden mag, fortzusetzen, zu halten und zu feiern und zu demselben die Prälaten und anderen Personen dieses Trientinischen Konzils, auch unter des Meineids und andern in dem Ansagungsschreiben dieses Konzils angegebenen Strafen, herbeizurufen und demgleichen also versetzten und abgeänderten Konzil, in dem erwähnten Namen und Ansehen vorzustehen und in demselbigen vorzuschreiten und das übrige in dem Vorbemeldeten und rücksichtlich desselben Nötige und Dienliche, nach Inhalt und Sinn des früherhin an Euch gerichteten Anleitungsschreiben, zu tun, festzusetzen, anzuordnen und zu vollziehen; indem Wir für gültig und genehm halten, was von Euch in dem Vorgemeldeten getan, festgesetzt, angeordnet und vollzogen wird und mit Gottes Hilfe bewirken werden, dass es unverletzlich beobachtet werde; ohne dass apostolische Verordnungen und Verfügungen und anderes Entgegengesetztes, dagegen sein können. Es sei daher durchaus keinem Menschen erlaubt, diese Schrift Unserer Vollmachtserteilung zu brechen oder ihr mit leichtfertigem Erkühnen entgegen zu handeln. Wenn aber jemand sich vermessen sollte, dies zu versuchen, der wisse, dass er dadurch den Widerwillen des Allmächtigen Gottes und seiner Apostel, des heiligen Petrus und Paulus, auf sich ziehen würde.

Gegeben zu Rom bei St. Peter,
im Jahre der Menschwerdung des Herrn 1547,
an den 8. Kalenden des März (den 25. Februar)
im 11. Jahre Unserer Päpstlichen Regierung.

Fab. Bischof von Spoleto.

B. Motta



Achte Sitzung
des hochheiligen, allgültigen und allgemeinen
Konzils von Trient
unter Papst Paulus III.

gehalten am 11. März 1547
S. 83-84

Beschluss
Placetne vobis decernete
von der Versetzung des Konzils


Ist es Euch gefällig, zu beschließen und zu erklären, dass es vermöge der vorgemeldeten und anderer Berichte über jene Krankheit, offenbar und bekannt am Tage liege, dass die Prälaten ferner nicht ohne Lebensgefahr in dieser Stadt verweilen, und deswegen auch gar nicht wider ihren Willen in derselben zurückgehalten werden können und sollen? Ist es Euch gefällig, in Betrachtung, dass der letztverflossenen Sitzung viele Prälaten verreist sind, und in Betrachtung, dass sehr viele andere Prälaten in den allgemeinen Versammlungen protestierten, und aus Furcht vor dieser Seuche sich durchaus von hier wegbegeben wollen, wovon sie nicht recht zurückgehalten werden können, und durch deren Abreise das Konzil entweder aufgelöst, oder doch in seinem guten Fortgange, wegen der geringen Anzahl der Prälaten, gehindert würde, und auch in Betrachtung der Lebensgefahr, und anderer Ursachen, welche von einigen Vätern in den Versammlungen selbst, als offenbar wahr und gesetzmäßig, vorgebracht wurden, auf gleiche Weise zu beschließen und zu erklären, dass dieses Konzil zur Erhaltung und Fortsetzung Ebendesselben, und zur Sicherheit des Lebens der Prälaten selbst, einstweilen nach der Stadt Bologna, als an einen geeigneten, gesündern und dienlichern Ort, versetzt werden soll, und von nun an versetzt werde; und dass daselbst die schon angesagte Sitzung, an dem bestimmten Tage, den ein und zwanzigsten April gefeiert werden soll, und gefeiert werde, und dass in demselben stufenweise zu Fernerem fortgeschritten werden möge, bis es unserm heiligsten Herrn und dem heiligen Konzil ersprießlich scheinen wird, dass dieses Konzil, auch mit gemeinsamem Rat des unüberwindlichsten Kaisers, und des allerchristlichsten Königs, und anderer christlichen Könige und Fürsten, wieder an diesen, oder einen andern Ort zurückgesetzt werden könne und soll?

Sie antworteten: „Es ist gefällig.“



Neunte Sitzung
des hochheiligen, allgültigen und allgemeinen
Konzils von Trient
unter Papst Paulus III.

gehalten zu Bologna den 21. April 1547
S. 85-86

Beschluss
Haec sacrosancta oecumenica
von der Sitzungsvertagung


Dieser hochheilige, allgültige und allgemeine Kirchenrat, welcher lange in der Stadt Trient versammelt war und jetzt zu Bologna rechtmäßig im Heiligen Geiste versammelt ist und in welchem im Namen des in Christo heiligsten Vaters und Unsers Herrn, des Herrn Paulus, durch Gottes Vorsehung Papst des III., die namentlichen ehrwürdigsten Herren, Johannes Maria del Monte Bischof von Präneste und Marcellus, Priester zum heiligen Kreuze in Jerusalem, der Heiligen Römischen Kirche Kardinäle und apostolische Gesandte von der Seite vorsitzen;

In Betrachtung, dass er am elften Tage des Monats März des gegenwärtigen Jahres in der allgemeinen, öffentlichen, in ebenderselben Stadt Trient und dem gewohnten Orte gefeierten Sitzung, nach Beobachtung alles gebräulich zu Beobachtenden, aus damals dringenden, notwendigen und gesetzmäßigen Ursachen und auch mit hinzugekommener, den nämlichen ehrwürdigsten Vorständen auch besonders erteilter Vollmacht des heiligen apostolischen Stuhls, beschlossen und angeordnet hat, dass das Konzil von jenem Orte nach dieser Stadt versetzt werden soll, wie er es versetzte und dass ferner die auf diesen ein und zwanzigsten April daselbst angesagte Sitzung, um über die Gegenstände der Sakramente und der Verbesserung, voll welchen er zu handeln sich vorgenommen hatte, Kanons zu sanktionieren und bekannt zu machen, in eben dieser Stadt Bologna gefeiert werden soll;

Und in Betrachtung, dass einige von den Vätern, welche dem Konzil beizuwohnen pflegten, an diesen höhern Festtagen der hohen Woche und der Osterfeier in den eigenen Kirchen beschäftigt und einige auch durch andere Hindernisse abgehalten waren und noch nicht hierher gekommen sind, doch aber, wie zu hoffen ist, bald sich hier einfinden werden und dass eben deswegen dieselben Gegenstände der Sakramente und der Verbesserung nicht mit der Anzahl von Prälaten, wie der heilige Kirchenrat es wünschte, geprüft und untersucht werden konnten;

Hielt und hält es, damit alles mit reifer Beratung, mit Würde und Gewichtigkeit geschehe, für gut, dienlich und ersprießlich, die vorgenannte Sitzung, welche, dem Angeführten gemäß, an eben diesem Tage gehalten werden sollte, um dieselben Gegenstände abzutun, auf den nächstkünftigen Donnerstag, während der Pfingstoktav hinauszustellen und zu vertagen, wie er sie hinausgestellt und vertagt; indem er diesen Tag für die Verhandlung der Sache sehr geeignet und für die Väter, besonders für die Abwesenden, sehr bequem achtete und achtet. Doch sei beigefügt, dass der heilige Kirchenrat selbst diesen Zeittermin nach seinem Gutachten und Willen, so wie er es für die Dinge des Konzils ersprießlich achtet, auch in einer Privat-Versammlung beschränken und abkürzen könne und möge.



Zehnte Sitzung
des hochheiligen, allgültigen und allgemeinen
Konzils von Trient
unter Papst Paulus III.

gehalten zu Bologna den 2. Juni 1547
S. 86-87

Beschluss
Quamvis haec
von der Sitzungsvertagung

Obwohl dieser hochheilige, allgültige und allgemeine Kirchenrat die Sitzung, welche auf den ein und zwanzigsten Tag des letztverflossenen Aprils über die Gegenstände der Sakramente und der Verbesserung in dieser berühmten Stadt Bologna, vermöge des in der öffentlichen Sitzung, am 11. Tag des Monats März, in der Stadt Trient, bekannt gemachten Beschlusses, gehalten werde sollte, wegen einigen Ursachen und besonders wegen der Abwesenheit einiger Väter, von welchen er hoffte, dass sie in kurzem hier sein würden, auf diesen gegenwärtigen Tag hinauszustellen und zu vertagen beschlossen hat: so verordnet und beschließt doch der nämliche hochheilige, rechtmäßig im heiligen Geiste versammelte Kirchenrat, unter dem Vorsitze der nämlichen Kardinäle der Heiligen Römischen Kirche und Gesandten des apostolischen Stuhl, weil er mit den nicht Angekommenen auch jetzt noch gütig handeln möchte, dass diese Sitzung, die er an diesem zweiten Tage des Monats des gegenwärtigen Jahres 1547 zu feiern beschlossen hatte, auf den Donnerstag nach dem Geburtsfest der seligen Jungfrau Maria, als den 15. Tag des nächstkünftigen Monats September, um die vorerwähnten und andere Gegenstände abzutun, hinausgestellt und vertagt werden soll, wie er sie hinausgestellt und vertagt; doch so, dass die Fortsetzung der Untersuchung und Prüfung dessen, was sowohl die Glaubenslehren, als die Verbesserung betrifft, unterdessen nicht unterlassen werden soll und dass diesen Zeittermin der heilige Kirchenrat selbst nach seinem Belieben und Willen, auch in einer Privatversammlung, frei abkürzen und verlängern könne und möge.

Am 14. Tag September 1547 wurde in der allgemeinen Versammlung zu Bologna die Sitzung, welche folgenden Tags gehalten werden sollte, nach dem Gutdünken des heiligen Konzils vertagt.




Bulle
zur Wiederaufnahme des Konzils von Trient
Unter Papst Julius III.
Cum ad tollenda

14. November 1550

S. 88-90

Julius Bischof, Diener der Diener Gottes,
zu der Sache zukünftigen Gedächtnisse

Da es zur Tilgung der Entzweiungen unserer Religion, welche lange Zeit in Deutschland nicht ohne Verwirrung und Ärgerung der ganzen christlichen Welt mächtig obwalteten, gut, dienlich und ersprießlich scheint, so wie auch Unser in Christo geliebteste Sohn der stets mächtige, Römische Kaiser Karl es Uns durch seine Schreiben und Nuntien anzeigen ließ, dass in der Stadt Trient das heilige, allgültige und allgemeine Konzil wieder hergestellt werde, welches durch Unsern Vorfahr Papst Paulus den III., seligen Angedenkens, angesagt und durch Uns, die Wir damals die Kardinalswürde bekleideten und im Namen desselben Vorfahren zugleich mit zwei andern Kardinälen der heiligen Römischen Kirche diesem Konzil vorstanden, angefangen, angeordnet und fortgesetzt und in welchem mehrere öffentliche und feierliche Sitzungen gehalten und mehrere Beschlüsse sowohl in Sache des Glaubens, als der Verbesserung bekannt gemacht, auch viele, diese beiden Gegenstände Betreffende, geprüft und verhandelt werden;

Und damit  zugleich mit zwei andern Kardinälen der heiligen Römischen Kirche diesem Konzil vorstanden, angefangen, angeordnet und fortgesetzt und in welchem mehrere öffentliche und feierliche Sitzungen gehalten und mehrere Beschlüsse sowohl in Sache des Glaubens, als der Verbesserung bekannt gemacht, auch viele, diese beiden Gegenstände Betreffende, geprüft und verhandelt werden;

Und damit Wir, denen es, als zur Zeit höchsten Papst, zukommt, allgemeine Konzilien anzusagen und zu leiten, den Frieden der Kirche und das Wachstum des christlichen Glaubens und der wahren Religion, zum Lobe und zur Verherrlichung des allmächtigen Gottes, befördern und so viel an Uns ist, für die Ruhe Deutschlands selbst – welches wahrlich in den früheren Zeiten eine Provinz war, die in der wahren Religion und in der Verehrung der Lehre der heiligen Konzilien und heiligen Väter und in Erweisung des Gehorsams und der Ehrfurcht, welche den obersten Priestern und Statthaltern Christi unseres Erlösers auf Erden gebührt, keiner andern christlichen Provinz jemals nachstand – väterlich Rat verschaffen mögen, zumal Wir hoffen, es werden durch die Gnade und Güte desselben Gottes alle christlichen Könige und Fürsten diesen unsern gerechten und frommen Wünschen hierfür willfahren; günstig sein und beistehen:

So ermahnen, fordern auf und erinnern Wir bei der innigen Barmherzigkeit Unsers Herrn Jesu Christi, Unsere ehrwürdigen  Brüder, die Patriarchen, Erzbischöfe und Bischöfe und die geliebten Söhne, die Äbte und alle und jegliche Anderer, welche nach dem Rechte oder der Übung oder einen Privilegium den allgemeinen Konzilien beizuwohnen schuldig sind und welchen Unser gleiche Vorfahr in seinem Ansagungs- und jeglichen andern darüber abgefassten und bekannt gemachten, Schreiben dem Konzil beizuwohnen anbefahl, aß sie auf die nächsten Kalenden (den ersten Tag) des Mais – als auf welchen Tag Wir, nach vorausgegangener reifer Überlegung und mit Unserer gewissen Erkenntnis und mit der Fülle der apostolischen Autorität und mit dem Rat und der Zustimmung Unserer ehrwürdigen Brüder, der Kardinäle der heiligen Römischen Kirche, die Wiederaufnahme und Fortsetzung desselben Konzils in dem Zustande, in welchem es sich jetzt befindet, in derselben Stadt Trient, verordnen, beschließen und erklären – in Ermangelung eines gesetzesmäßigen Hindernisses, dahin zusammen kommen und sich versammeln und der Fortdauer und Fortsetzung desselben Konzils sich ohne alle Verzögerung widmen wollen. Denn Wir werden Uns sorgsam bemühen, dass sich zur nämlichen Zeit, in der nämlichen Stadt, Unsere Gesandten gewiß einfinden; durch welche Wir dann, falls Wir wegen Unserem Alter und Gesundheit und wegen den Bedürfnissen des apostolischen Stuhls nicht persönlich gegenwärtig sein können, unter der Leitung des Heiligen Geistes demselben Konzil vorstehen werden; ohne dass eine Versetzung und Aufhebung und irgend etwas anderes Entgegengesetztes und besonders dasjenige dagegen sein kann, von welchem Unser gleiche Vorfahr in seinen vorgenannten Schreiben – rücksichtlich welcher Wir wollen und beschließen, dass sie mit allen und jeden darin enthaltenen Klauseln und Beschlüssen in ihrer Kraft verbleiben und welche Wir, so weit es nötig ist, erneuern – wollte, dass es nicht dagegen sein soll; wobei Wir nichts desto weniger alles für ungültig und nichtig erklären, was hierüber anders von wem und mit wessen Ansehen immer, wissentlich oder nicht wissentlich, dagegen versucht werden sollte. Es sei daher durchaus keinem Menschen erlaubt, diese Schrift Unserer Ermahnung, Aufforderung, Erinnerung, Verordnung, Erklärung, Erneuerung, Willens und Beschlüsse zu brechen oder ihr mit leichtfertigem Erkühnen entgegen zu handeln. Wenn aber jemand sich vermessen sollte dies zu versuchen, der wisse, dass er dadurch den Widerwillen des allmächtigen Gottes und seiner Apostel, des heiligen Petrus und Paulus auf sich ziehen würde.

Gegeben in Rom, bei St. Peter, im Jahre der Menschwerdung des Herrn 1550
an den 18ten Kalenden des Monats Dezember (den 14. Wintermonat)
im ersten Jahre Unserer Päpstlichen Regierung.

M Kardinal Crescen
Rom. Amasäus



Elfte Sitzung
des hochheiligen, allgültigen und allgemeinen
Konzils von Trient
welches die Erste ist
unter Papst Julius III.

gehalten an den Kalenden (den 1.Tag) des Mais 1551
S. 91

Beschluss
Placetne vobis ad
von der Wiederaufnahme des Konzils


Ist es euch gefällig, dass zum Lobe und zur Verherrlichung der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes zum Wachstum und zur Erhöhung des Glaubens und der christlichen Religion, das heilige, allgültige und allgemeine Konzil von Trient, nach der Vorschrift und dem Inhalte des Schreibens Unsers heiligsten Herrn, wieder aufgenommen werden müsse und dass in demselben zu fernerem fortgeschritten werden soll?

Sie antworteten: „Es ist gefällig.“


Ansagung der künftigen Sitzung

Ist es Euch gefällig, dass die nächstkünftige Sitzung gehalten und gefeiert werden soll an den künftigen Kalenden (den 1. Tag) des Septembers?

Sie antworteten: „Es ist gefällig.“




Zwölfte Sitzung
des hochheiligen, allgültigen und allgemeinen
Konzils von Trient
welches die Zweite ist
unter Papst Julius III.

gehalten den ersten Tag September 1551
S. 92-93

Beschluss
Sacrosancta oecumenica (2)
von der Sitzungsvertagung


Der hochheilige, allgültige und allgemeine, rechtmäßig im Heiligen Geiste versammelte Kirchenrat von Trient unter dem Vorsitze des nämlichen Legaten und der nämlichen Nuntien des heiligen apostolischen Stuhls, nachdem er in der letzverflossenen Sitzung diese Folgende auf heute zu halten und zu Fernerem vorzuschreiten beschlossen hatte und wegen der Abwesenheit der berühmten deutschen Nation, wegen welcher es sich vorzüglich handelt und wegen der nicht großen Anzahl der übrigen Väter, bisdahin fortzuschreiten zögerte, frohlocket an eben diesem heutigen Tage im Herrn über die Ankunft seiner in Christo ehrwürdigen Brüder und Sohne der Erzbischöfe von Trier und Mainz und Kurfürsten des heiligen Römischen Reichs und sehr vieler Bischöfe aus desselben und aus andern Provinzen und indem er, dafür Gott dem Allmächtigen selbst geziemenden Dank sagend, die feste Hoffnung fasset, dass noch sehr viele andere Prälaten aus Deutschland selbst sowohl, als aus andern Nationen, teils durch ihre Amtsverbindlichkeit, teils durch dieses Beispiel bewogen, nächstens ankommen werden; sagt er die künftige Sitzung auf den vierzigsten Tag, als den elften des nächstkünftigen Monats Oktober an; und um das Konzil in dem Stande, in welchem es sich befindet, fortsetzen und weil in den verflossenen Sitzungen über die sieben Sakramente des neuen Bundes im Allgemeinen und über die Taufe und Firmung im Besondern abgeschlossen wurde: so verordnet und beschließt er, dass von dem heiligsten Altarsakramente, so wie auch, rücksichtlich des die Verbesserung Betreffenden, von den übrigen Dingen, welche sich auf die leichtere und bequemere Anwesenheit der Prälaten beziehen, gesprochen und abgehandelt werden müsse; auch erinnert und ermahnet er die Väter alle, dass sie unterdessen, nach dem (Mt 4,2) Beispiele Unsers Herrn Jesu Christi, soviel es jedoch die menschliche Gebrechlichkeit zulässt, dem Fasten und Beten obliegen sollen, damit endlich Gott, der in Ewigkeit gepriesen sei, besänftigt, sich würdige, die Herzen der Menschen zur Anerkenntnis seines wahren Glaubens und zur Einheit der heiligen Mutterkirche und zur Richtschnur eines rechtschaffenen Lebens zurückführen.

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