6. KONZIL VON TRIENT- SACRAMENT&KIRCHENBANN


Von dem heiligsten Sakramente der Buße

1. Kanon

Wenn jemand sagt, (Oben, Kap. 1 von der Buße) ind er katholischen Kirche nicht wahrhaft und eigentlich ein Sakrament, von Christus unserm Herrn eingesetzt, um die Gläubigen, so oft sie nach der Taufe in Sünden fallen, wieder mit Gott selbst auszusöhnen, der sei im Banne.


2. Kanon

Wenn jemand die Sakramente durcheinanderwerfend, sagt, (Oben, Kap. 2 von der Buße) die Taufe selbst sei das Bußsakrament, so, als wenn diese zwei Sakramente nicht verschieden wären und die Buße darum nicht mit Recht das zweite Brett nach dem Schiffbruche genannt werde, der sei im Banne.


3. Kanon

Wenn jemand sagt, jene Worte unseres Herrn und Heilandes: (Joh 20, 22; Mt 18,18; und oben Sitz. 6. Kap. 14 von der Rechtfertigung) „Nehmet hin den Heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden vergebet, denen sind sie vergeben. Und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten“, seien nicht von der Gewalt, im Sakramente der Buße die Sünden nachzulassen und zu behalten, zu verstehen, wie sie die katholische Kirche von Anfang an immer verstand, sondern sie, wider die Einsetzung dieses Sakramentes, für die Vollmacht der Verkündigung des Evangeliums ausdeutet, der sei im Banne.


4. Kanon

Wenn jemand leugnet, (Oben, Kap: 3. von der Buße) dass zur vollständigen und vollkommenen Nachlassung der Sünden drei Handlungen im Büßenden, gleichsam als Materie des Bußsakramentes, erfordert werden, namlich die Reue, die Beicht, und die Genugtuung, wellche die drei Stücke der Buße heißen oder sagt, es seien nur zwei Teile der Buße, nämlich die durch die anerkannte Sünde eingejagten Gewissensängstigungen und der aus dem Evangelium oder der Lossprechung empfangene Glaube, vermöge dessen jemand glaubt, die Sünden seien ihm durch Christus nachgelassen, der sei im Banne.


5. Kanon

Wenn jemand sagt, (Oben, Kapitel 4. von der Buße) jene Reue, welche durch Erforschung, Zusammenstellung und Verabscheuung der Sünden erworben wird, vermöge welcher jemand (Is 38,15) mit Seelenbitterkeit seine Jahre überdenkt, erwägend die Schere, die Gräulichkeit seiner Sünden, den Verlust er ewigen Seligkeit und die Verschuldung der ewigen Verdammnis, sei, mit dem Vorsatze zu einem besseren Leben, nicht ein wahrer und nützlicher Schmerz und bereite nicht zur Gnade vor, sondern mache den Menschen zum Heuchler und noch mehr zum Sünder und sei endlich ein erzwungener und nicht ein freier und freiwilliger Schmerz, der sei im Banne.


6. Kanon

Wenn (Oben, Kap. 5. von der Buße)) jemand leugnet, entweder dass die sakramentale Beichte eingesetzt oder zum Heile notwendig sei, nach dem Geist Gottes oder sagt, die Art, heimlich dem Priester allein die Sünden zu beichten, welche die katholische Kirche von Anfange an immer beobachtet hat und beobachtet, sei der Einsetzung und dem Gebote Christi fremd und eint menschliche Erfindung, der sei im Banne.


7. Kanon

Wenn jemand sagt, (Oben, Kap. 5) es sei nach dem göttlichen Gesetze zur Verzeihung der Sünden nicht notwendig, in dem Sakramente der Buße alle und jede tödliche Sünden, deren man sich, nach schuldigen und fleißigem Nachdenken erinnert, auch die geheimen und wider (Deut 5,21) die zwei  letzten der zehn Gebote begangenen und die Umstände, welche die Art der Sünde ändern, zu beichten, sondern Beicht sei nur Belehrung und Tröstung der Büßenden nützlich und ehemals nur beobachtet worden, um die kanonische Genugtuung aufzulegen, oder sagt, diejenigen, welche alle Sünden sich zu befleißen, wollen der göttlichen Barmherzigkeit nichts zur Verzeihung überlassen oder endlich, es sei nicht erlaubt, die lässlichen Sünden zu beichten, der sei im Banne.


8. Kanon

Wenn jemand sagt, die Beicht aller Sünden, wie die Kirche sie beobachtet, sei (Oben, Kap. 5) unmöglich und eine menschliche, von den Frommen abzustellende Überlieferung oder es seien  zu ihr nicht alle jede Christgläubigen beiden Geschlechtes, gemäß der Verordnung des großen lateranischen Konzils, einmal im Jahre verpflichtet und deswegen müsse man den Gläubigen Christi raten, zur Zeit der vierzigtägigen Fasten nicht zu beichten, der sei im Banne.


9. Kanon

Wenn jemand sagt, (Oben, Kap. 6 gegen das Ende) die sakramentale Lossprechung des Priesters sei nicht eine richterliche Handlung, sondern ein nackter Dienst der Verkündigung und Erklärung, dass die Sünden dem Beichtenden nachgelassen seien, wofern er nur, dass er losgesprochen sei, glaubt oder der Priester brauche nicht ernsthaft, sondern könne Scherzweise losgesprochen oder sagt, die Beicht des Büßenden werde nicht dazu erfordert, dass der Priester ihn lossprechen könne, der sei im Banne.


10. Kanon

Wenn jemand sagt, die Priester, welche sich in einer (Oben, Kap. 4. und 6. von der Buße) Todsünde befinden, haben die Gewalt zu binden und zu lösen, nicht oder die Priester seien nicht die alleinigen Verwalter der Lossprechung sondern es sei zu allen und jeden Gläubigen Christi gesagt: „Was (Mt 16, 19 und 18,18) ihr immer bindet auf der Erde, wird auch im Himmel gebunden sein; und was ihr immer löset auf der Erde, wird auch im Himmel gelöset sein,“ und: (Joh 20, 23) „welchen ihr die Sünden vergebet, denen sind sie vergeben und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.“ Kraft welcher Worte jeglicher von den Sünden lossprechen könne, von den öffentlichen zwar nur durch Zurechtweisung, wenn der Zurechtgewiesene beipflichte, von den heimlichen aber durch eine willkürliche Beicht, der sei im Banne.


11. Kanon

Wenn jemand sagt, die Bischöfe haben nicht das Recht sich Sündenfälle (Oben Kap 7, von der Buße) vorzubehalten, außer nur in Bezug auf die äußere Zuchtordnung und die Vorbehaltung der Sündenfälle verhindere daher nicht, dass ein Priester nicht wahrhaft von den Vorbehaltenen losspreche, der sei im Banne.


12. Kanon

Wenn jemand sagt, immer werde von Gott zugleich (Oben Kap. 8) mit der Schuld die ganze Strafe nachgelassen und die Genugtuung der Büßenden sei nichts anderes, als der Glaube, durch den sie ergreifen, dass Christus für sie genug getan habe, der sei im Banne.


13. Kanon

Wenn jemand sagt, in Bezug auf die zeitliche Strafe (Oben Kap. 8 und 9) werde Gott für die Sünden nicht im geringsten, mittelst der Verdienst Christi, durch die von ihm verhängten und geduldig ertragenen oder durch die vom  Priester auferlegten Strafen und ach nicht durch die freiwillig Übernommenen, wie nämlich durch Fasten, beten, Almosen oder auch andere Werke der Frömmigkeit, genug getan und die beste Buße sei daher nur ein neues Leben, der sei im Banne.


14. Kanon

Wenn jemand sagt, (Oben Kap. 8) die Genugtuungen, mit welchen die Büßenden durch Jesum Christum die Sünden auslösen, seien kein Dienst Gottes, sondern menschliche Überlieferungen, die die Lehre von der Gnade und den wahren Dienst Gottes und selbst die Wohltat des Todes Christi verdunkeln, der sei im Banne.


15. Kanon

Wenn jemand sagt, die Schlüssel seien der Kirche nur zum Lösen (Oben Kap. 1 und 8. von der Buße) gegeben und nicht auch zum Binden und deswegen handeln die Priester, indem sie den Beichtenden Strafen auflegen, wider den Endzweck der Schlüssel und wider die Einsetzung Christi und es sei eine Erdichtung, dass, nach der Tilgung der ewigen Strafe durch die Schlüsselgewalt, meistens noch eine zeitliche Strafe abzutragen übrig bleibe, der sei im Banne.



Von dem heiligsten Sakramente der Letzten Ölung

1. Kanon

Wenn jemand sagt, (Oben Kap. 1 von diesem Sakramente) die letzte Ölung sei nicht wahrhaft und eigentlich ein Sakrament, von Christus unserm Herrn eingesetzt und (Mk 6,13 und Jak 5,14) und von dem heiligen Apostel Jakobus verkündet, sondern nur ein von den Vätern empfangener Ritus oder eine menschliche Erdichtung, der sei im Banne.


2. Kanon

Wenn jemand sagt, (Oben Kap. 2 von diesem Sakramente) die heilige Ölung der Kranken erteile keine Gnade und erlasse keine Sünden und erleichtere die Kranken nicht, sondern sie habe jetzt aufgehört, als wäre sie nur ehemals eine Heilungsgnade gewesen, der sei im Banne.


3. Kanon

Wenn jemand sagt, (Oben, letztes Kap und Jak 5,15) der Ritus und Gebrauch der letzten Ölung, welchen die heilige römische Kirche beobachtet, widerstreite (Jak 5,14) dem Ausspruche des heiligen Apostels Jakobus und müsse daher umgeändert und könne ohne Sünde von den Gläubigen missachtet werden, der sei im Banne.


4. Kanon

Wenn jemand sagt, (Oben letztes kap. Und Jak. 5, 14) die Ältesten der Kirche, welche nach der Ermahnung des heiligen Jakobus zur Salbung des Kranken hervorgerufen werden sollen, seien nicht die vom Bischofe geweihten Priester, sondern die an Alter Vorgerückten in jeder Gemeinde und deswegen sei der Priester nicht der alleinige, eigene Verwalter der letzten Ölung, der sei im Banne.



Beschluss
von der Verbesserung

Einleitung
Dass es das Amt der Bischöfe sei, die untergebenen Geistlichen alle und besonders die in der Seelsorge Stehenden, an ihre Pflicht zu ermahnen.

Da es eigentlich das Amt des Bischofs ist, die Vergebungen (Siehe auch oben 6. Sitzung, Kap. 3 von der Verbesserung) aller Untergebenen zu rügen; so müssen sie vorzüglich verhüten, dass die Geistlichen, besonders die in Seelsorge stehenden, nicht lasterhaft seien, noch durch ihre Nachsicht ein unehrbares Leben führen. Denn wenn sie zulassen, dass dieselben von verkehrten und verdorbenen Sitten sind, auf was für Weise wollen sie dann die Laien über ihre Vergebungen bezichtigen, da selbige es ihnen mit einem Worte verweisen könnten, dass sie die Geistlichen verdorbener, als sie selbst, sein lassen? Mit welcher Freiheit könnten auch die Priester die Laien zurechtweisen, wenn sie sich selbst stillschweigend erwiedern müssen, dass sie das nämliche, was sie rügen, selber begangen haben? Deswegen sollen die Bischöfe ihre Geistlichen, in was (Unten, Sitzung 22 Kap.) immer für Weihen diese sich befinden, ermahnen, im Wandel, im Reden und in der Wissenschaft, dem ihnen anvertrauten Volke Gottes vorzugehen, eingedenk dessen, was geschrieben steht: (Lev 19,2) „Seid heilig, weil auch ich heilig bin“ und gemäß dem Worte des Apostels (2 Kor 6,3) „Sie sollen niemanden irgend einen Anstoß geben, auf dass ihr Dienst nicht getadelt werde, sondern sich in allem als Diener erweisen“, damit an ihnen nicht erfüllt werde jener Spruch des Propheten: (Ez 22,26 und Zef 3,4) „Die Priester Gottes beflecken das Heilige und verwerfen das Gesetz.“ Damit aber die Bischöfe selbst dieses desto freimütiger vollziehen und darob durch keinerlei Vorwand gehindert werden können, so glaubte der nämliche, hochheilige, allgültige und allgemeine Kirchenrat von Trient unter dem Vorsitze des nämlichen Legaten und der nämlichen Nuntien des apostolischen Stuhles, diese folgenden Kanones verordnen und beschließen zu müssen.


1. Kapitel
Dass solche, welchen es verboten ist, zu den Weihen aufzusteigen oder welche suspendiert oder im Interdikt sind und die doch aufsteigen, bestraft werden sollen

Da es für den Untergebenen ehrbarer und sicherer ist, durch Erweisung des von Vorgesetzten schuldigen Gehorsams in niederem Dienste zu dienen, als mit dem Ärgernisse der Vorgesetzten nach der Würde höherer Stufen zu streben, so soll demjenigen, welchem der Emportritt in die heiligen Weihen von seinem Prälaten, aus was immer für einer Ursache, auch wegen einem geheimen Verbrechen, wie immer, auch außergerichtlich, untersagt ist oder welcher von seinen Weihen oder kirchlichen Graden und Würden suspendiert ist, keine gegen den Willen des eigenen Prälaten erteilte Erlaubnis sich befördern zu lassen oder keine Wiedereinsetzung in die vorigen Weihen, Grade und Würden oder Ehren zu Gunsten sein können.


2. Kapitel
Dass, wenn ein Bischof einem ihm nicht Untergebenen, auch unter dem Vorwande der Hausfreundschaft, Weihen erteilt, ohne ausdrückliche Einstimmung des eigenen Prälaten erteilte Erlaubnis, der Weihende und der Geweihte der bestimmten Strafe unterliegen sollen

Und weil einige Bischöfe der in den Gegenden der Ungläubigen gelegenen Kirchen, da sie, der Geistlichkeit und des christlichen Volkes ermangelnd, fast heimatlos sind und keinen bleibenden Wohnsitz haben, nicht die Sache Christi, sondern (Oben, Sitzung 6. Kap. 5) ohne Wissen des eigenen Hirten, fremde Schafe suchen und sehend, dass ihnen durch diesen heiligen Kirchenrat die Pontifikal-Verrichtungen in einer anderen Diözese, außer nur mit ausdrücklichen Erlaubnis des Ortsordinarius und für diesen Ordinarius untergebene Personen, auszuüben verboten ist, in ihrer Verwegenheit zur Umgebung und Verachtung des Gesetzes, sich gleichsam einen bischöflichen Stuhl an einem zu keiner Diözese gehörigen Orte auswählen und sich vermessen, alle zu ihnen Kommende, wenn sie auch keine Erlaubnisbriefe ihrer Bischöfe oder Prälaten besitzen, mit dem priesterlichen Charakter auszuzeichnen und zu den heiligen Weihen, auch de3s Presbyterats zu fördern, wodurch meistens geschieht, dass weniger taugliche und rohe und unwissende und solche, die von ihrem Bischof als Untüchtige und Unwürdige zurückgewiesen wurden, geweiht werden, welche unfähig sind den Gottesdienst  zu versehen und die kirchlichen Sakramente ordentlich verwalten, so soll keiner von den sogenannten Titularbischöfen, auch wenn er an einem in keiner Diözese gelegen, auch befreiten Orte oder in einem Kloster von was immer für einem Orden residierte oder verweilte, weder kraft irgend eines, ihm einstweilen erteilten Privilegiums, alle zu ihm Kommenden befördern zu dürfen, noch auch unter den Vorwande steter Hausfreund- und Tischgenossenschaft, eines Untergebenen eines Andern, zu einigen heiligen oder zu den kleinen Weihen oder zur ersten Tonsur befördern oder einweihen können ohne die ausdrückliche Einstimmung oder (Oben, Sitzung 6. Kap. 5 von der Verbesserung, und unten Sitzung 23. Kap. 3, 8 und 10 von der Verbesserung) die Dimissorialbriefe seines eigenen Prälaten. Ein Zuwiderhandelnder soll auf ein Jahr von der Ausübung der Pontifikalien und ein auf solche Weise Geweihter von der Ausübung der so empfangenen Weihen, so lange es seinem Prälaten gut scheint, durch das Recht selbst suspendiert sein.


3. Kapitel
Dass der Bischof, ohne seine Erlaubnis Geweihten suspendieren und ihnen den Altardienst untersagen könne.

Der Bischof soll (Oben, das letzte Kapitel und unten, Sitzung 23. Kap. 8 von der Verbesserung) durchaus alle seine Geistlichen, besonders wenn sie, ohne seine vorausgegangene Prüfung und Empfehlungsbriefe, in die heiligen Weihen eingesetzt sind, durch wessen Autorität immer sie befördert worden seien, obgleich sie von dem, der sie weihte, als tauglich genehmigt wurden, doch, falls er sie zur Versehung des Gottesdienstes oder zur Verwaltung der kirchlichen Sakramente nicht tauglich und fähig genug findet, von der Ausübung der Weihen auf so lange Zeit, als ihm gut dünkt, suspendieren und ihnen untersagen können, dem Altare oder in einer Weihe zu dienen.


4. Kapitel
Dass kein Geistlicher, auch außer der Visitation, von der Zurechtweisung des Bischofs befreit sein könne

Alle (Oben Kap. 1, auch Sitzung 6. Kap 3 von der Verbesserung) Kirchenprälaten, welche sich emsig zu bestreben schuldig sind, die Vergehen der Untergebenen zurechtzuweisen und vor welchen nach den Satzungen dieses heiligen Kirchenrats kein Geistlicher unter dem Vorwande irgend eines Privilegiums für so verwahrt gehalten werden darf, dass er nicht von ihnen, gemäß den kanonischen Satzungen visitiert, bestraft und zur Verbesserung angewiesen werden kann, sollen, wenn sie bei ihren Kirchen residieren, durschaus alle, wie immer befreiten, Weltgeistlichen, die sonst ihrer Gerichtsbarkeit unterworfen wären, über ihre Fehltritte, Verbrechen und Vergehen, so oft und wann es nötig sein mag auch außer der Visitation als hierfür Bevollmächtigte des Apostolischen Stuhls, zurechtweisen und zu bestrafen (Oben Sitzung 6 Kap. 4 von der Verbesserung) die Vollmacht haben, ohne dass, was immer für Befreiungen, Erklärungen, Übungen, Richtersprüche, Eide, Verträge- als welche nur ihre Urheber verpflichten – denselben Geistlichen und ihren Verwandten, Kaplänen, Hausfreunden, Sachwaltern und was immer für andern, aus Betrachtung und Berücksichtigung der Befreiten selbst, im Geringsten zu Gunsten sein können.


5. Kapitel
Die Gerichtsbarkeit der Schirmherrn wird in bestimmte Grenzen eingeschränkt

Da überdies einige, welche unter dem Vorwande, dass ihnen über ihre Güter, Dinge und Rechte verschiedene Unbilden und Widrigkeiten zugefügt werden, durch Schirmbriefe das Recht besitzen, bestimmte Richter zu bestellen, welche sie vor solchen Widrigkeiten und Unbilden beschützen und verteidigen und im wahren oder vorgeblichen Besitze ihrer Güter, Dinge und Rechte erhalten und bewahren und sie darüber nicht bestätigt werden lassen sollen, der sie ihnen erteilt hat, nach verwerflichem Sinne ausdeuten, so sollen deswegen durchaus niemanden, von welcher Würde und von welchem Stande er immer sei, auch wenn es ein Kapitel wäre, Schirmbriefe, die mit was immer für Klauseln oder Beschlüssen und mit Bestellung von was immer für Richtern, auch unter was immer für einem andern Vorwande oder Anstriche, erteilt worden und dafür zu Gunsten sein können, dass er nicht, in Kriminal- und vermischten Gegenständen vor seinem Bischof oder einem andern ordentlichen Obern angeklagt werden, erscheinen, gegen ihn Untersuch vorgenommen und eingeschritten werden könne oder dass er nicht, falls ihm etwa vermöge einer Abtretung einige Rechte zukommen, darüber frei vor dem ordentlichen Richter erscheinen müsse. Auch in bürgerlichen Streitsachen ist ihm, wenn er selbst Kläger ist, durchaus nicht erlaubt, jemanden bei seinem Schirmrichter vor Gericht zu ziehen. Wenn es aber bei denjenigen Streitdingen, bei welchen er selbst der Angeklagte ist, sich trifft, dass der von ihm erwählte Schirmrichter von dem Kläger als verdächtig angegeben wird oder über die Kompetenz der Gerichtsbarkeit zwischen den Richtern selbst, dem Schirmrichter und Ordinarius Streit entspringt, so darf er in der Sache gar nicht vorgeschritten werden, bis von Schiedrichtern, die nach der Form des Rechtes erwählt wurden, über die Verdächtigung oder die Kompetenz der Gerichtsbarkeit entschieden ist. Seinen Hausfreunden aber, die sich durch solche Schutzbriefe zu verwahren pflegen, sollen diese nicht weiter, als nur zweien zu gut sein, jedoch nur wenn die auf seine eigene Kosten leben. Auch soll sich der Wohltat ähnlicher Schutzbriefe niemand länger, als fünf Jahre erfreuen können. Den Schirmrichtern sei es gleichfalls nicht erlaubt, irgend einen errichteten Richterstuhl zu besitzen. In Streitsachen über Belöhnungsgegenstände oder geringer Personen aber verbleibe (Oben Sitzung 7. Kap von der Verbesserung) der Beschluss dieses heiligen Kirchenrats darüber in seiner Kraft. Allein die allgemeinen Universitäten und die Lehrer- oder Schulkollegien und die regulierten Orte, so auch die Spitäler, welche wirklich Hospitalität üben und die Personen dieser Universitäten, Kollegien, Orte und Hospitäler sollen durchaus nicht in diesem Kanon mitbegriffen, sondern des gänzlichen befreit sein und dafür gehalten werden.


6. Kapitel
Wie dass die Geistlichen, die in die heiligen Weihen erhoben oder Benefizien besitzend, sich nicht einer ihrem Stande geziemenden Kleidung bedienen, bestraft werden sollen

Weil es aber den Geistlichen, obgleich der Habit den Mönch nicht macht, doch geziemt, stets eine dem eigenen Stande angemessenen Kleidung zu tragen, um durch die Wohlanständigkeit des äußeren Anzuges zu tragen, um durch die Wohlanständigkeit die innere Ehrbarkeit der Sitten an den Tag zu legen, bei einigen aber heutzutage eine so große Leichtfertigkeit und Missachtung der Religion eingewachsen ist, dass sie, ihre eigene Würde und geistliche Ehre geringschätzend, auch öffentlich weltliche Kleidung tragen, ihre Füße auf entgegengesetzten Boden, den einen auf göttlichen, den andern auf fleischlichen setzend: so können und sollen deswegen alle kirchlichen, wie immer befreiten Personen, welche sich in den heiligen Weihen befinden oder kirchliche Würden, Personalstellen, Ämter oder was immer für Benefizien inne haben, wenn sie einmal von ihrem Bischofe auch durch ein öffentliches Edikt ermahnt sind und nicht gemäß der Anordnung und dem Gebote dieses Bischofs, eine ehrbare, ihrem Stande und ihrer Würde angemessene Klerikalkleidung tragen, durch Suspension von den Weihen und vom Amt und Benedfizium und von den Früchten, Einkünften und Gehalten von diesen Benefizien, so auch, wenn sie nach einmaliger Zurechtweisung, sich abermals hierin verfehlen, auch durch Entfernung von diesen Ämtern und Benefizien gebändigt werden, zumal hiermit die Verordnung Klemens des V. im Kirchenrat von Wien, welche anfängt „Quoniam“, erneuert und erweitert wird.


7. Kapitel
Dass freiwillige Mörder niemals und auf welche Weise zufällige geweiht werden dürfen

Da auch derjenige, welcher (Ex 21,14) geflissentlich und nachstellungsweise seinen Nächsten umbrachte, weggerissen werden muss er von dem Altare. So soll der, welcher mit eigenem Willen menschenmord verübte, auch wenn das Verbrechen weder gerichtlicher Weise erwiesen, noch auf andere Art öffentlich, sondern geheim ist, zu keiner Zeit je zu den heiligen Weihen befördert werden können. Auch sei es nicht erlaubt, ihm je kirchliche Benefizien, wenn sie auch keine Seelsorge auf sich haben, zu erteilen, sondern er soll auf immer aller kirchlichen Weihe, Benefiziums und Amtes ermangeln. Wenn aber berichtet wird, dass der Menschenmord nicht vorsätzlich, sondern zufällig oder darum, weil jemand Gewalt mit Gewalt vertreibend, sich vor dem Tode verteidigen, begangen wurde, weswegen auch für den Dienst die heiligen Weihen und des Altares und für jegliche Benefizien und Würden vermöge Rechtens auf gewisse Weise Dispensation erteilt werden müsse. So soll die Sache vor den Ordinarius des Ortes oder wenn Ursache dazu da ist, an den Metropoliten oder nähern Bischof angewiesen werden und dieser dann nicht anders, als nach Kenntnisnahme der Sache und nach Bewährung des Gebetenen und Einberichteten dispensieren können.


8. Kapitel
Dass es niemanden erlaubt sei, vermöge eines Privilegiums fremde Geistliche bestrafen zu dürfen

Weil überdies (Oben Kap 2 und Sitzung 6. letztes Kap von der Verbesserung) einige, von welchen die einen auch wahre Hirten sind und eigene Schafe besitzen auch fremden Schafen vorzustehen suchen und bisweilen so nach fremden Untergebenen streben, dass sie die Obsorge der ihrigen vernachlässigen. So soll durchaus keiner, der , wenn er auch mit bischöflicher Würde bekleidet ein Privilegium zu Bestrafung fremder Untergebener besitzt, gegen ihm nicht untergebene Geistliche, besonders wenn sie in die heiligen Weihen erhoben sind, welcher groben Verbrechen sie immer angeklagt sein mögen, einschreiten dürfen, ohne Dazwischenkunft des eigenen Bischofs dieser Geistlichen, wenn er bei seiner Kirche residiert oder einer von demselben Bischof abzuordnenden Person. Widrigenfalls sei das Einschreiten und was immer daraus folgte, des gänzlichen ohne Kraft.


9. Kapitel
Dass die Benefizien einer Diözese auf keine Weise mit solchen einer anderen vereinigt werden können

Und weil die Diözesen und Pfarrein mit bestem Rechte (Unten, Sitz. 24 Kap. 23 geg. D. Ende und 17 v.d. Verbesserung) ausgeschieden und jeglicher Herde eigene Hirten und Vorsteher der niederen Kirchen zugeteilt sind, auf dass sie jegliche über ihre eigenen Schafe Obsorge haben. So sollen, damit die kirchliche Ordnung nicht durcheinander geworfen werde oder eine und die nämliche Kirche auf irgend eine Weise, nicht ohne große Unbequemlichkeit der ihr Untergebenen, zwei Diözesen angehöre, keine Benefizien einer Diözese, auch wenn es Pfarrkirchen, ewige Vikariate oder einfache Benefizien oder Prästimonien oder Prästimonialanteile wären, weder selbst aus dem Grunde, den Gottesdienst oder die Anzahl der Verpfründeten vermehren, noch sonst aus irgend einer Ursache mit einem Benefizium, Kloster, Kollegium oder auch immerwährendem frommen Orte einer anderen Diözese (Oben Sitzung 7 Kap. 6 und 7 und unten Sitzung 24 Kap. 13 und 15 von der Verbesserung) vereinigt werden, zumal der Beschluss dieses heiligen Kirchenrats über derlei Vereinigungen hiermit erklärt wird.


10. Kapitel
Dass Ordensbenefizien Ordensgeistlichen erteilt werden sollen

(Unten letzter Sitzung Kap. 21 von den Ordensgeistlichen und Klosterfrauen) Ordensbenefizien, welche namentlich von angelobten Ordensgeistlichen versehen zu werden pflegten, sollen, wenn sie durch Tod oder Verzichtleistung oder sonst von dem sie namentlich innehabenden ledig fallen, nur Relgiösen dieses Ordens oder solchen, welche durchaus zur Annahme des Habits und Ablegung der Profession verpflichtet seien, erteilt werden und keinen anderen, damit sie nicht eine (Dtn 22,11) aus Lein und Wolle gewobene Kleidung tragen müssen.


11. Kapitel
Dass solche, die von einem Orden in einen anderen versetzt wurden, in der Klausur unter dem Gehorsame verbleiben und weltlichen Benefizien unfähig sein sollen

Weil aber die aus einem Orden in einen andern versetzten Ordensgeistlichen leicht von ihrem Obern die Erlaubnis zu erhalten pflegen, sich außer dem Kloster aufzuhalten, wodurch ihnen Gelegenheit zum Herumschweifen und Abtrünnigwerden gegeben wird, so soll kein Prälat oder Oberer, von was immer für einem Orden, kraft irgend einer Vollmacht jemanden zum Habit und zur Gelübdeablegung zulassen können, außer so, dass dieser in demselben Orden, in welchen er versetzt wird, für immer in der Klausur unter dem Gehorsam seines Obern verbleibe. Und auf eine solche Weise Versetzter sei, auch wenn er zu den regulierten Chorherrn gehört, zu weltlichen, auch zu Seelsorgbenefizien durchaus unfähig.


12. Kapitel
Dass niemand anders, als durch eine Stiftung oder Vergabe, ein Schutzrecht erhalten könne

Da Niemand, von welcher kirchlichen oder weltlichen (Unten Sitzung 25 Kap. 9 von der Verbesserung) Würde er auch ei, soll auf irgend eine Weise (ebendaselbst) ein Schutzrecht erlangen oder inne haben können oder dürfen, als wer eine Kirche, ein Benefizium oder eine Kapelle entweder neu begründet und aufbaut oder eine schon Errichtete, welche jedoch ohne hinreichende Dotation ist, aus seinen eigenen und Patrimonialgütern hinlänglich begabt. Im Falle einer Begründung oder Vergabe aber, soll die Einsetzung darüber dem Bischof und keinem andere niederen vorbehalten werden.



13. Kapitel
Dass die Vorstellung an den Ordinarius stattfinden und widrigenfalls, sie und die allfällige Einsetzung nichtig sein soll

Da Überdies sei es keinem (Ebendaselbst) Schutzherrn unter dem Vorwande irgend eines Privilegiums erlaubt, jemanden für die Benefizien seines Schutzrechtes auf irgend eine Weise anders vorzustellen, als dem ordentlichen Ortsbischof, welchem die Versetzung oder Einsetzung desselben Benefiziums, in Ermangelung des Privilegiums, vermöge des Rechtes zugehörte. Widrigenfalls soll die Vorstellung und die Einsetzung, die allfällig erfolgte, nichtig sein und dafür gehalten werden.


14. Kapitel
Dass hiernächst von der Heiligen Messe, der Priesterweihe und der Verbesserung gehandelt werden solle

Der heilige Kirchenrat erklärt überdies, dass in der künftigen Sitzung, welche er den 25. Januar des folgenden Jahres 1552 zu halten schon beschlossen hat, zugleich mit dem Messopfer, von dem Sakrament der Weihe gehandelt und abgehandelt und der Gegenstand der Verbesserung weiter fortgesetzt werden soll.



Fünfzehnte Sitzung
des hochheiligen, allgültigen und allgemeinen
Conciliums von Trient
welches die Fünfte ist
unter Papst Julius III.

gehalten am 25. Januar 1552

Beschluss
Cum ex eo
von der Sitzungsvertagung

S. 147-153

Da dieser heilige und allgemeine Kirchenrat, gemäß dem, was in den letzten Sitzungen beschlossen worden ist, diese Tage über auf das genaueste und sorgfältigste diejenigen Dinge verhandelte, welche das heiligste Opfer der Messe und das Sakrament der Weihe betreffen, um in der heutigen Sitzung, wie der Heilige Geist lehrte, die Beschlüsse über diese Gegenstände und überdies die vier, das heiligste Altarsakrament betreffenden, auf die heutige Sitzung vertagten Artikels zu machen. Und da er glaubte, dass sich unterdessen diejenigen, welche sich Protestanten nennen, bei diesem hochheiligen Concilium einfinden würden, zumal er wegen ihnen die Bekanntmachung dieser Artikel aufgeschoben und ihnen, damit sie frei und ohne alle Verzögerung hierher kommen möchten, die öffentliche Verzögerung oder das sichere (Oben Sitzung 13 am Ende) Geleit erteilt hatte. Da aber dieselben doch nicht angekommen sind und in ihrem Namen an diesen heiligen Kirchenrat die Bitte gestellt wurde, die Bekanntmachung, welche auf den heutigen Tag geschehen sollte, auf die folgende Sitzung aufzuschieben, mit vorgebrachter sicherer Hoffnung, dass sie, wofern sie indessen das sichere Geleit in weiterer Form erhielten, gewiss lange vor jener Sitzung sich hier einfinden werden. So hat der nämliche heilige, rechtmäßig im heiligen Geiste versammelte Kirchenrat, unter dem Vorsitze des nämlichen Legaten und der nämlichen Nuntien – indem er nichts mehr wünschet, als aus der so ausgezeichneten deutschen Nation alle Entzweiungen und Trennungen über die Religion auszutilgen und für die Ruhe, den Frieden und die Muße desselben Rat zu verschaffen und bereit ist, dieselben, wenn sie kommen, menschenfreundlich aufzunehmen und gütig anzuhören – im Vertrauen, dass sie mit Eifer, nicht um hartnäckig den katholischen Glauben zu bestreiten, sondern die Wahrheit zu erkennen, herkommen und wie es für Eiferer der evangelischen Wahrheit geziemt, endlich den Beschlüssen und der Lehre der heiligen Mutter Kirche beipflichten werden, die folgende Sitzung zur Herausgabe und Bekanntmachung der oben erwähnten Gegenstände auf den Festtag des heiligen Josephs, als den 19. Tag des Monats März aufgetaget, damit sie Zeit und Weile genug haben, nicht nur um herzukommen, sondern auch um dasjenige, was sie wollen, noch vor dem Eintreffen jenes Tages vorzuschlagen. Und um ihnen alle Ursachen zu längeren Verzögerung zu nehmen, gibt und erteilt er ihnen gerne die öffentliche Beglaubigung oder das sichere Geleit des Inhaltes und des Sinnes wie wird angegeben werden. Unterdessen aber soll, verordnet und beschließt er, von der Sakramente er Ehe gehandelt und nebst der Bekanntmachung der obigen Beschlüsse in der nämlichen Sitzung über dasselbe abgeschlossen un der Gegenstand der Verbesserung weiter fortgesetzt werden.


Den Protestanten gegebenes sicheres Geleit

Der hochheilige, allgültige und allgemeine, rechtmäßig im heiligen Geist versammelte Kirchenrat von Trient, unter dem Vorsitze des nämlichen Legaten und der nämlichen Nuntien des heiligen Apostolischen Stuhles, gibt in der Anhänglichkeit an das in der vorletzten Sitzung erteilte sichere Geleit und der Erweiterung derselben noch dem unten beschriebenen Inhalte allmänniglich die Zusicherung, dass allen und jeden Priestern, Kurfürsten, Fürsten, Herzogen, Markgrafen, Grafen, Baronen, Edeln, Militärpersonen, Gemeinen und was immer für andern Männern, wessen Standes, Berufes oder welcher Eigenschaft sie immer seien, aus der deutschen Provinz und Nation, ihren Städten und andern Orten und sämtliche kirchlichen und weltlichen Personen, besonders des Augsburger – Glaubensbekenntnisses, die, oder welche zugleich mit ihnen zu diesem allgemeinen Trientinischen Concilium hinkommen oder gesendet und verreisen werden oder bisher angekommen sind, mit was immer für Namen sie genennt werden oder genannt werden dürfen, laut des Gegenwärtigen, die öffentliche Beglaubigung und die volleste und wahrhafteste Sicherheit, die sie sicheres Geleit nennen, gewähret und gänzlich erteilt, frei nach dieser Stadt Trient hinzukommen, daselbst zu bleiben, sich aufzuhalten, zu verweilen, vorzuschlagen, zu sprechen, zugleich mit dem Kirchenrat selbst, über was immer für Geschäfte zu verhandeln, zu prüfen, zu untersuchen und alles, was ihnen immer beliebt und jegliche Artikel sowohl schriftlich, als mündlich frei vorzubringen, zu eröffnen und sie mit den heiligen Schriften und mit den Worten, Aussprüchen und Gründen der heiligen Väter zu erklären, zu bewähren und glaubwürdig zu machen und wenn es nötig ist, auch auf die Einwürfe des allgemeinen Concilium ausgewählt werden, sich christlich zu unterreden oder liebevoll ohne alles Hindernis Konferenz zu halten, mit gänzlicher Entfernung aller Vorwürfe, Schmähungen und Verunglimpfungen und mit der Anzeige, dass in dem vorgenannten Trientinischen Concilium alle Streitgegenstände nach der Heiligen Schrift, den Überlieferungen der Apostel, den bewährten Konzilien, der Übereinstimmung der Katholischen Kirche und dem Ansehender heiligen Väter sollen verhandelt werden. Auch mit der Beifügung, dass sie durchaus nicht unter dem Vorwande der Religion oder über diese begangener oder zu begehender Vergehen bestraft werden sollen. Zugleich auch so, dass wegen ihrer Gegenwart weder auf die Reise oder an sonst irgend einem Orte, während dem Hinreisen, Verbleiben oder Zurückkehren, noch in der Stadt Trient selbst irgend eine Art der Gottesdienst werden soll und dass sie nach Vollendung oder nicht Vollendung dieser Dinge zu welcher Zeit es ihnen immer beliebt oder sie auf Befehl und mit Zustimmung ihrer Obern nach ihrer Heimat zurückkehren wünschen oder jemand aus ihnen es wünscht, alsogleich, ohne allen Rückhalt, Umstände oder Verweilung nach Wohlgefallen frei und sicher zurückkehren können, mit Unverletzlichkeit ihres und der ihrigen Eigentums und der Ehre zugleich, so wie hinwieder auch der Personen, jedoch mit Wissen derjenigen, die der nämliche Kirchenrat dazu bestellen wird, damit dann ohne Arg und Trug für ihre Sicherheit schicklich vorgesorgt werde. Der heilige Kirchenrat will auch, dass in dieser öffentlichen Beglaubigung und sicheren Geleite alle und jede Klauseln eingeschlossen und enthalten und für eingeschlossen gehalten werden, welche zur vollen, wirksamen und hinreichenden Sicherheit während dem Hingehen, dem Aufenthalte und der Rückkehr notwendig und dienlich sein mögen. Zur größeren Sicherheit und zum Wohl des Friedens und der Versöhnung, spricht er auch das ausdrücklich aus, dass er, wenn auch jemand oder einige aus ihnen entweder auf der Reise, während der Hinkunft nach Trient oder dem Verweilen daselbst oder der Rückkehr – was ferne sei – etwas so großes vergingen oder verfehlten, wodurch die ihnen gewährte Wohltat dieser öffentlichen Beglaubigung und Versicherung vernichtet oder aufgehoben werden könnte, will und zugibt, dass die über solchem Verbrechen ergriffenen nur von ihnen selbst und von keinem andern, also bald durch angemessene Ahndung und mit einer zureichenden von Seite dieses Kirchenrats recht zu genehmigenden und zu lobenden Buße bestraft werden sollen, so dass die Form, die Bedingnisse und Weise ihrer Versicherung durchaus ungeschwächt verbleiben. Auf gleiche Weise will er auch, dass wenn jemand oder einige von dem Kirchenrate selbst entweder auf der Reise oder während dem Aufenthalte oder der Rückkehr – was ferne sei- etwas so Großes vergingen pder verfehlten, wodurch die Wohltat dieser öffentlichen Beglaubigung und Versicherung verletzt oder auf irgend eine Weise aufgehoben werden könnte, die über solchen Verbrechen ergriffenen nur vom Kirchenrat selbst und nicht von andern durch angemessene Ahndung und mit einer zureichenden, von Seite der dann hier gegenwärtigen deutschen Herren der Augsburger Konfession recht zu lobenden und zu  genehmigenden Buße also bald bestraft werden sollen, so dass die gegenwärtige Form, Bedingnisse und Weise der Versicherung durchaus ungeschwächt verbleiben. Überdies will dieser Kirchenrat, dass es jenen Gesandten allen und jedem erlaubt sei, so oft, als es dienlich oder notwendig ist, aus der Stadt Trient zu gehen, um Luft zu schöpfen und wieder nach ihr zurückkehren, so wie auch ihren oder ihre Boten nach was immer für Orte, zur Besorgung ihrer nötigen Geschöpfe ungehindert hinzusenden oder abzuordnen und den oder die Gesendeten oder Abgeordneten wieder zu sich kommen zu lassen, so oft, als es ihnen ersprießlich scheint, so dass der oder derselben, um für seine oder ihre Sicherheit vorzusorgen, von solchen begleitet werden, welche das Concilium dazu bestellen wird. Und zwar soll dieses sichere Geleit und diese Sicherheit bestehen und andauern von der Zeit an und während der Zeit, in welcher sie unter die Schutzobsorge dieses Kirchenrates und der seinigen aufgenommen und nach Trient hingeleitet werden und während der ganzen Zeit ihres Verbleibens daselbst und wieder nach hinlänglicher, erhaltener Audienz, zwanzig Tage über den Zeitpunkt hinaus, wann sie es selbst begehren oder wenn das Concilium noch also gehaltener Audienz ihnen abzureisen ansaget. So wird es jeglichen, unter Gottes Huld, an den sicheren Ort, welchen er dafür auswählt, mit gänzlicher Ausschließung des Arges und Truges zurückzugeleiten. Und zwar verheißt und verspricht es in guter Treue für alle und jede Gläubigen Christi, für alle Fürsten, sowohl kirchlichen und weltlichen, wer sie immer sind und für alle andern kirchlichen und weltlichen Personen, wessen Standes und Berufes sie seien oder mit welchem Namen immer sie benennt werden mögen, dass dieses alles unverletzlich beobachtet werden soll. Überdies verspricht es, mit Ausschluss alles Arges und Truges, in wahrhafter und guter Treu, dass der Kirchenrat selbst weder öffentlich noch geheim eine Gelegenheit suchen oder ein Ansehen oder eine Macht oder eine Satzung, ein gesetzliches oder kanonisches Privilegium oder irgend eine mit Worten ausgedrückte Vorschrift von was immer für Konzilien besonders von dem Konstanziensischen und Sienischen auf irgend eine Weise zu einem Nachteile dieser öffentlichen Beglaubigung und vollsten Versicherung und öffentlich und freien, vom Kirchenrate selbst ihnen bewilligten Audienz benützen oder jemanden zu benützen zulassen werde. Zumal er jene, in diesem Stücke und für diesmal aufhebet. Wenn aber der heilige Kirchenrat, oder jemand aus ihm oder den seinigen, wessen Berufes, Standes oder Auszeichnung er immer sei, die Akte und Weise der vorgeschriebenen Versicherung und des sichern Geleites in was immer für einem Punkte oder einer Klausel verletze - was jedoch der Allmächtige abzuwenden sich würdigen wolle – und nicht bald eine zureichende und nach ihrem eigenen Urteile recht zu genehmigende und zu lobende Buße erfolgte: so mögen und können sie den Kirchenrat selbst dafür halten, dass er in alle Strafen, in welche nach göttlichen und menschlichen Rechte oder Übung die Schänder solcher sicheren Geleite verfallen können, verfallen sei und zwar ohne alle Entschuldigung oder ohne irgend einen Widerspruch in diesem Stücke.



Sechszehnte Sitzung
des hochheiligen, allgültigen und allgemeinen
Conciliums von Trient
welches die Sechste ist
unter Papst Julius III.

gehalten am 28. April 1552

Beschluss
Sacrosancta oecumenica (5)
von der Suspension des Conciliums

S. 153-155

Der hochheilige, allgültige und allgemeine, rechtmäßig im heiligen Geist versammelte Kirchenrat von Trient, unter dem Vorsitze des ehrwürdigsten Herrn Sebastianus, Erzbischof von Siponte Aloisius, Bischof von Verona, , apostollischen Nuntien – sowohl in ihrem eigenen, als im Namen des ehrwürdigsten und durchlauchtigsten seiner schweren Krankheit wegen abwesenden Herrn Gesandten Marcellus Crescentius, zu Sankt Marcellus der Heiligen Römischen Kirche Kardinals – hält außer Zweifel, es sei allen Christen bekannt, dass dieses allgemeine Konzil von Trient zuerst von den Papst Paulus, seligen Andenkens, zusammenberufen und versammelt, nachher von unserm Heiligen Vater Julius III. auf dringliches Bitten Karl des V., mächtigsten Kaisers, vorzüglich aus der Ursache wieder hergestellt wurde, damit es die in vielen Erteilen, besonders in Deutschland, in verschiedenen Meinungen zerrissene Religion wieder in den ehevorigen Zustand zurückbringen und die Missbräuche und äußerst verdorbenen Sitten der Christen verbessern möchte. Und da, um dieses zu bewirken, sehr viele Väter, ohne ihren Mühen und Gefahren Rechnung zu tragen, schleunig aus verschiedenen Gegenden zusammenströmten und die Sache, unter großem Zusammenlaufe der Gläubigen tätig und glücklich vorwärts ging und nicht geringe Hoffnung da war, dass jene Deutschen, welche jene Neuerungen erweckt hatten zum Konzil kommen und so gestimmt sein werden, dass sie den wahrhaften Gründen der Kirche einmütig beipflichten würden. Und daher endlich den Dingen einiges Licht zuzuleuchten schien und die vorher niedergeschlagene und bedrängte Christenheit, das Haupt wieder empor zu heben begann. So entbrannten plötzlich durch die Arglist des Feindes der Menschheit jene Empörungen und jene Kriege wieder, so dass das Konzil,  widrig genug, gleichsam stecken zu bleiben und seinen Gang zu unterbrechen gezwungen und alle Hoffnung zu weiterem Fortschreiten in dieser Zeit zernichtet wurde. So ferne war es, dass der heilige Kirchenrat den Übeln und Bedrängnissen der Christen steuerte, dass er wieder die Absicht seiner Seele die Gemüter wieder vieler vielmehr aufreizte, als besänftigte. Da also derselbe heilige Kirchenrat alles und vorzüglich Deutschland von Waffen und Zwietracht entbrannt und fast alle Deutschen Bischöfe, besonders die Kurfürsten, um für ihre Kirchen zu sorgen, aus dem Konzil abgereist sah. So beschloss er, solcher Not nicht zu widerstreben und Aufschub auf bessere Zeiten zu nehmen, damit die Väter, was ihnen jetzt zu tun nicht zustehe, zur Vorsorge für ihre Schafe zu ihren Kirchen zurückkehren können und nicht länger von einer beiderseits unnützen Muße dahingehalten werden. Und weil es der Zustand der Zeiten so mit sich brachte, so beschließt er also, dass die Fortsetzung des allgültigen Trientinischen Conciliums auf zwei Jahre suspendiert werden soll, sowie er es durch den gegenwärtigen Beschluss suspendiert. Doch mit der Bedingung, dass, wenn früher der Friede hergestellt werde und die vorige Ruhe zurückkehre, wie er es hofft, dass es durch des besten und größten Gottes Wohltat nach Kurzem geschehen werde – sodann zu gleicher Zeit die Fortsetzung desselben Konzils für in ihrer Kraft, Festigkeit und Gültigkeit bestehen gehalten werden soll. Falls aber, was Gott abwenden wolle, nach Verfluss der zwei Jahre die vorgenannten rechtmäßigen Hindernisse noch nicht entfernt sind, so soll, sobald sie aufhören, diese Suspension dadurch selbst für aufgehoben erachtet und dem Konzil seine Gültigkeit und Kraft, ohne eine andere neue Zusammenrufung des Konzils wieder zurückgestellt sein und dafür angesehen werden, wofern diesem Beschlusse die Einstimmung und Autorität seiner Heiligkeit und des heiligen Apostolischen Stuhles beitritt.

Unterdessen ermahnt jedoch der nämlich heilige Kirchenrat alle christlichen Fürsten und alle Prälaten, dass sie alles und jedes, was bis dahin durch dieses heilige, allgültige Konzil verordnet und beschlossen worden ist, beobachten und Beziehungsweise, soweit es sie betrifft, in ihren Reichen, Herrschaften und Kirchen zur Beobachtung bringen sollen.








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