7. KONZIL VON TRIENT- BULLLE UND DAS KONZIL

Bulle
Ad Ecclesiae regimen
der Feier des Konzils von Trient
unter Papst Pius IV.

29. November 1560

S. 156-160

Pius Bischof, Diener der Diener Gottes,
zu der Sache zukünftigen Gedächtnisse

Da Wir, zur Regierung der Kirche, obwohl für eine solche Bürde mit ungleichen Kräften, allein durch Gottes Würdigung berufen, sogleich die Augen des Gemütes nach allen Teilen der Christenheit hinwendeten und nicht ohne große Schrecken sahen, wie weit und breit die Pest der Ketzereien und der Trennung um sich gegriffen habe und wie sehr die Sitten des christlichen Volkes der Verbesserung bedürfen. So begannen Wir Uns, nach der Pflicht des übernommenen Amtes, jener Sorge und Betrachtung zu widmen, wie Wir dieselben Ketzereien austilgen und die so große und so verderbliche Trennung heben und die so sehr verdorbenen und entarteten Sitten verbessern könnten. Als Wir aber einsahen, dass zur Heilung dieser Übel das geeignetste Mittel, welches dieser heilige Stuhl anzuwenden gewohnt war, dasjenige eines ökumenischen und allgemeinen Konzils sei: so fassten Wir den Ratschluss, dasselbe zu versammeln und unter Gottes Beistande zu feiern. Zwar war dasselbige ehedem von Paulus dem III., seligen Andenkens und seinem Nachfolger Julius, Unsern Vorfahrern, angesagt: konnte aber, durch verschiedene Ursachen öfters gehindert und unterbrechen nicht vollendet werden. Paulus hat es zwar (Oben, in der Ansagungs-Bulle), da er es zuerst nach Mantua und hernach nach Vizenza angesagt hatte, wegen einigen in seinen Schreiben ausgedrückten Ursachen erstlich suspendiert, allein nachher nach Trient versetzt. Nachgehends, da auch daselbst wegen gewissen Ursachen die Zeit seiner Feier verzögert worden war, ward es endlich mit Beseitigung der Suspension in der nämlichen Stadt Trient angehoben. Aber nach einigen gehaltenen Sitzungen und einigen abgefassten Beschlüssen versetzte das Konzil darauf, etlichen Ursachen halber, mit gleichfalls hinzugetretener Autorität des Apostolischen Stuhls, sich selbst (Oben, Sitzung 8) nach Bologna. Allein Julius, der jenem nachfolgte, rief es wieder in die nämliche Stadt Trient zurück und zu dieser Zeit waren einige andere (Oben, Sitzung 11. und in den Folgenden) Beschlüsse abgesetzt. Als aber in den benachbarten Orten Deutschlands neue Unruhen aufgeregt wurden und sich in Italien und Frankreich ein sehr schwerer Krieg entzündete. Ward das Konzil abermals suspendiert und vertagt, da der Feind des menschlichen Geschlechtes, sich entgegenstämmend, eine Schwierigkeit und Hinderung nach der andern in den Weg warf, um einen so großen Vorteil der Kirche, den er nicht gänzlich vernichten konnte, wenigstens recht lange zu verzögern. Wie sehr aber unterdessen die Irrlehren vermehrt, vervielfältigt und ausgebreitet wurden, wie stark die Trennung zunahm, können Wir, ohne den größten Schmerzen der Seele, weder gedenken, noch erzählen. Doch endlich würdigte sich der liebende und barmherzige Herr, der (Hab 3,2) niemals so zürnt, dass er der Barmherzigkeit vergesse, den christlichen Königen und Fürsten Frieden und Einmüt zu verleihen. Bei dieser Uns dargebotenen Gelegenheit erhielten Wir, im Vertrauen auf seine Barmherzigkeit, die größte Hoffnung, dass auch diesen so großen Übeln der Kirche endlich auf dem nämlichen Wege eines Konzils ein Ende gesetzt werden werde. Daher glaubten wir, es dürfe die Feier desselben zur Austilgung der Trennung und Irrlehren, zur Verbesserung und Umgestaltung der Sitten und zur Erhaltung des Friedens unter den christlichen Fürsten, nicht mehr länger verschoben worden. Nachdem Wir also mit Unsern ehrwürdigen Brüdern, den Kardinälen der heiligen Römischen Kirche, reife Beratungen abhalten werden, auch Unsere in Christo geliebten Söhne, den erwählten Römischen Kaiser Ferdinand und andere Könige und Fürsten über Unsern Ratschluss benachrichtigt haben, und sie, wie Wir es Uns von ihrer höchsten Frömmigkeit und Weisheit versprachen, zum Beistande für die Feier des Konzils sehr bereit fanden; so sagen Wir, zum Lobe, zur Ehe und Verherrlichung des allmächtigen Gottes und zum Nutzen der ganzen Kirche, mit dem Rat und der Zustimmung Unserer nämlichen Brüder, vermöge des Ansehens desselben Gottes und der heiligen Apostel Petrus und Paulus, das auch Wir auf Erde (Mt 16, 19) vertreten und auf dasselbe vertrauend und gestützt, das heilige, allgültige und allgemeine Konzil in der Stadt Trient, auf den naächstkünftigen heiligsten Festtag der Auferstehung des Herrn an und verordnen und beschließen, mit Beseitigung jeglicher Suspension, dass es daselbst gefeiert werden soll. Worüber wir aus allen Orten Unsere ehrwürdigen Brüder, die Patriarchen, Erzbischöfe, Bischöfe und die geliebten Söhne, die Äbte und die Übrigen, denen es vermöge des gemeinen Rechts oder eines Privilegiums oder alter Übung erlaubt ist, in einem allgemeinen Konzil Sitz und Stimme zu haben, dringlich im Herrn ermahnen und gemahnen und ihnen auch nach strenger Betrachtungsweise gebieten, in Kraft des heiligen Gehorsams, auch vermöge des Eides, den sie geleistet haben und unter den, wie sie wissen, von (unten, Sitzung 24. Kap. 2 von der Verbesserung gegen das Ende) den heiligen Kanones gegen diejenigen, welche in allgemeinen Konzilien zu erscheinen vernachlässigen, verfügten Strafen, dass sie zu dem daselbst zu feiernden Konzil  binnen jener Zeit zusammen kommen sollen, falls sie nicht etwa durch ein rechtmäßiges Hindernis verhindert sind, welches Hindernis sie jedoch durch gesetzliche Sachwalter dem Kirchenrat ausweisen müssen. Wir ermahnen überdies alle und jede, denen daran gelegen ist oder liegen kann, dass sie ja nicht unterlassen wollen, dem Konzil beizuwohnen. Unsere in Christo geliebten Söhne aber, den erwählten Römischen Kaiser und die übrigen Könige und Fürsten, von denen wahrlich sehr zu wünschen wäre, dass sie dem Konzil beiwohnen könnten, mahnen und bitten Wir, dass, wenn sie selbst dem Konzil nicht beiwohnen können, sie ja doch kluge, angesehene und fromme Männer als ihre Sprecher hinsenden wollen, die in ihrem Namen ihm beiwohnen und dass sie nach ihrer Frömmigkeit fleißig dafür sorgen, dass die Prälaten aus ihren Reichen und Herrschaften ohne Verweigerung und Verweilung zu der so dringlichen Zeit Gott und der Kirche ihre Pflicht erweisen mögen, wobei Wir nicht im Geringsten zweifeln, dieselben werden auch vorsorgen, dass durch ihre Reiche und Herrschaften den Prälaten und derselben Angehörigen, Gefährten und allen andern, welche sich zu diesem Konzil hinbegeben oder von ihm zurückkehren, sicherer und freier Weg offen stehe und dass diese an allen Orten gütig und liebreich aufgenommen und behandelt werden, so wie auch Wir, soviel uns betrifft, dafür sorgen werden. Sintemal Wir beschlossen haben, durchaus nicht zu unterlassen, was zur Vollendung des so frommen und heilsamen Werkes, von Uns, die Wir an diese Stelle gesetzt sind, geleitet werden kann, wobei Wir, Gott weiß es, nichts anderes suchen und inder Feier dieses Konzils Uns nichts vorgesetzt haben, als die Ehre Gottes selbst, die Zurückführung der zerstreuten Schafe und das Heil und die stets dauernde Friedlichkeit und Ruhe der Christenheit. Damit aber dieses Schreiben und das in ihm Enthaltene zur Kenntnis aller, denen es geziemt, komme und sich niemand der Entschuldigung von dessen Unkunde bedienen könne, besonders weil vielleicht nicht zu allen, welche von diesem Schreiben in Kenntnis gesetzt werden sollen, sicherer Zugang offen steht. So wollen und gebieten Wir, dass dasselbige von einigen Läufern oder öffentlichen Nuntien Unserer Kurie in der vatikanischen Hauptkirche des Apostelfürsten und in der Laterankirche dann, wann in denselben das Volk, an der Feier der Messe beizuwohnen, sich zu versammeln beizuwohnen pflegt, öffentlich mit klarer Stimme verlesen nd nach der Verlesung an die Pforten jener Kirchen, sowie auch der Apostolischen Kanzlei und an dem gewohnten Orte des Florafeldes angeheftet, und damit es gelesen und allen bekannt werden könne, einige Zeit da gelassen werden, und, auch wenn es wieder abgenommen wird, Abschriften davon an den nämlichen Orten angeheftet zurückbleiben sollen. Denn Wir wollen, dass durch diese Verlesung, Bekanntmachung und Anheftung alle und jede, welche in diesem Schreiben begriffen sind, nach zwei Monaten von dem Tage der Bekanntmachung und Anheftung desselben, sodann so verbunden und verpflichtet seien, als wenn es vor ihren herausgegeben und verlesen worden wäre. Auch gebieten und beschlie0en Wir, dass auch den Abschriften desselben, welche von einem öffentlichen Notar eigenhändig geschrieben oder unterschrieben und mit dem Sigill und der Unterschrift einer in kirchlichen Würde stehenden Person versehen sind, ohne allen Zweifel Glauben gehalten werde. Es sei also durchaus keinem Menschen erlaubt, diese Schrift Unserer Ansagung, Verordnung, Beschließung, Gebietung, Erinnerung und Ermahnung zu brechen oder ihr mit vermessenen Erkühnen entgegen zu handeln. Wenn aber jemand sich vermessen sollte, dies zu versuchen, der wisse, das er dadurch den Widerwillen des allmächtigen Gottes und des heiligen Petrus und Paulus, seiner Apostel auf sich ziehen würde.

Gegen in Rom, bei Sankt Peter, im Jahre der Menschwerdung des Herrn 1560, an den 10 ten Kalenden des Dzembers (den 30 ten Wintermonat) im ersten Jahre Unser päpstlichen Regierung

                                       Antonius Florebellus
Lavellinus                                  Barengus




Siebzehnte Sitzung
des hochheiligen, allgültigen und allgemeinen
Conciliums von Trient
welches die Erste ist
unter Papst Pius IV.

gehalten am 18. Januar 1562

S. 161-162

Beschluss
Placetne vobis ad laudem
von der Feier des Conciliums

Ist es Euch gefällig, dass zum Lobe und zur Verherrlichung der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, zum Wachstum und zur Erhöhung des Glaubens und der christlichen Religion, vom heutigen Tage an, welcher der Römischen Stuhlfeier des Apostelfürsten Petrus geweiht, der 18. Tag des Monats Januar ist, des Jahres nach der Geburt des Herrn 1562, das heilige, allgültige und allgemeine, rechtmäßig im Heiligen Geiste versammelte Konzil von Trient, mit Beseitigung jeglicher Suspension, nach Vorschrift und Inhalt des Schreibens Unsers heiligsten Herrn Pius höchsten Papstes des IV. gefeiert und in demselben, unter Beobachtung (Unten, Sitzung 24 Kap. 21 und Sitzung 25 Kap. 21) der gebührenden Ordnung, dasjenige verhandelt werde, was unter dem Vorsitze und auf den Vortrag der Legaten zur Erleichterung der Drangsale dieser Zeiten, zur Stillung der Religionsstreitigkeiten, zur Bezähmung argsinnigen Zungen, zur Verbesserung der Missbräuche entarteter Sitten, zur Herstellung des wahren und christlichen Friedens der Kirche, dem heiligen Kirchenrat selbst geeignet und dienlich scheinen wird?


Ansagung der künftigen Sitzung

Ist es Euch gefällig, dass die nächstkünftige Sitzung gehalten und gefeiert werden soll am Donnerstag nach dem zweiten Sonntag in der Fasten, als den 26. Tag des Monats Februar?

Sie antworteten: „Es ist gefällig.“




Achtzehnte Sitzung
des hochheiligen, allgültigen und allgemeinen
Conciliums von Trient
welches die Zweite ist
unter Papst Pius IV.

gehalten am 26. Februar 1562

S. 162-169

Beschluss
Sacrosancta oecumenica (6)
von der Auswahl der Bücher und von der Einladung aller zu dem Concilium unter öffentlicher Beglaubigung

Der hochheilige, allgültige und allgemeine, rechtmäßig im heiligen Geist versammelte Kirchenrat von Trient, unter dem Vorsitze des nämlichen Gesandten des Apostolischen Stuhles, zwar nicht auf menschliche Kräfte vertrauend, sondern auf die Hilfe und den Beystand Unserees Herrn Jesu Christi, welcher (Lk 21,15) seiner Kirche Sprache und Weiheit zu geben verhieß, gestützt, denket vorzüglich darauf, wie das er die Lehre des katholischen Glaubens, die durch die Meinungen vieler unter sich Entzweiter an mehreren Orten verunreinigt und verdunkelt ist, endlich wieder in ihrer Reinheit und ihren Glanz zurückstellen und die von ihren ehemaligen Zustande abgewichenen Sitten zu einer besseren Lebensweise zurückrufen un das Herz der (Lk 1,17) Väter wieder den Kindern und das Herz der Kinder den Vätern zuwenden möge. Als er daher vor allem aus erstlich wahrnahm, dass zu dieser Zeit gar sehr die Zahl verdächtiger und verderblicher Bücher, welche eine unreine Lehre enthalten und weit und breit ausbreiten, angewachsen sei und dass, da dies zwar Ursache war, warum in verschiedenen Provinzen und besonders in der erhabenen Stadt Rom, mit einem frommen Eifer viele Zensuren eingeführt wurden, doch gegen diese so große verderbliche Krankheit keine heilsame Arznei fruchtete: so (Vergleiche Unten, letzte Sitzung, gegen das Ende derselben) urteilte er, dass dir, zu dieser Untersuchung auserwählten Väter sorgfältig das, was wegen den Zensuren und Büchern zu tun notwendig sei, beraten und es zu seiner Zeit auch dem nämlichen heiligen Kirchenrat vortragen sollten, damit er selbst desto leichter die verschiedenen und fremden Lehren wie (Mt 13,25) Unkraut, aus dem Weizen der christlichen Wahrheit ausscheiden und bequemer über dasjenige ratschlagen und verordnen könne, was zur Austilgung mehrerer Gemütsängstlichkeit und zur Hebung der Ursachen vielfacher Klagen zuträglicher scheinen wird. Zugleich aber will er, dass dieses alles zur Kenntnis aller gebracht werde, so wie er es auch durch den gegenwärtigen Beschluss dazu bringt, damit niemand zweifle, dass er nicht gütig vom heiligen Kirchenrate werde gehört werden, wenn er glaubt, dasjenige berühre ihn auf irgend eine Weise, welches entweder über dieses Bücher und Zensurgeschäft oder über andere Dinge vorgemeldet ist, dass es in diesem allgemeinen Konzil verhandelt werden soll.

Allein, weil der nämliche heilige Kirchenrat von Herzen das wünscht und flehentlich von Gott erbittet, (Psalm 121,6) was zum Frieden der Kirche dient, dass auf der Erde alle die gemeinsame Mutter, welche derer, die sie (Is 49,15) gebar, nicht vergessen kann, anerkennen und wir einmütig (Röm 15.6) aus einem Munde, Gott, den Vater unseres Herrn Jesu Christi, verherrlichen mögen. So ladet er bei der innigen Barmherzigkeit desselben Gottes und unseres Herrn alle, welche mit uns nicht in Gemeinschaft stehen, zur Eintracht und Wiederaussöhnung und dazu ein, dass sie zu diesem heiligen Kirchenrate kommen sollen und ermahnt sie die Liebe, welche das (Kol 3, 14) Band der Vollkommenheit ist zu umfangen und den, in ihren Herzen frohlockenden Frieden Christi, zu welchem sie berufen sind in einem Leibe vor sich herzubringen. Mögen sie also diese Stimme, nicht der Menschen, sondern des Heiligen Geistes hören und ihre Herzen (Psalm 94,8 und Hebr. 3,8) nicht verhärten, sondern, nicht nach ihrem Sinne (Eph 4,17) wandelnd und nicht, (Röm 15,1) sich selbst gefällig, auf die so frommsinnige und heilsame Ermahnung ihrer Mutter aufwachen und sich bekehren. Denn wie er heilige Kirchenrat sie einlädt, so wird er sie auch mit allem Liebespflichten umfangen.

Überdies beschloss der nämliche heilige Kirchenrat, dass die öffentliche Beglaubigung in einer allgemeinen Versammlung erteilt werden könne und dann die gleiche Kraft haben und von der gleichen Verbindlichkeit und Gültigkeit sein soll, als wenn sie in einer öffentlichen Sitzung erteilt und beschlossen worden wären.


Ansagung der künftigen Sitzung

Der nämliche hochheilige, rechtmäßig im Heiligen geist versammelte Kirchenrat von Trient, unter dem Vorsitze der nämlichen Gesandten des Apostolischen Stuhls, verordnen und beschließt, dass die nächstkünftige Sitzung gehalten und gefeiert werden soll am Donnerstage nach dem heiligen Feste der Auffahrt des Hernn, als den 14. Tag des Monats Mai.


Sicheres Geleit,
der deutschen Nation erteilt in
der allgemeinen Versammlung den 14. Tag März 1562

(Mit Ausnahme der unten beigefügten Ausdehnung, ist dies gleiche sichere Geleit oben in der 15. Sitzung enthalten) Der hochheilige, allgültige und allgemeine, rechtmäßig im Heiligen Geiste versammelte Kirchenrat von Trient, unter dem Vorsitze der nämlichen Gesandten des Apostolischen Stuhles, gibt allmänniglich die Zusicherung, dass er allen und jeden Priestern, Kurfürsten, Fürsten, Herzogen, markgrafen, Grafen, Baronen, Edeln, Militärpersonen, Gemeinen und was immer für Männern wessen Standes, Berufes oder wlcher Eigenschaft sie immer seien, aus der deutschen Provinz und Nation, ihren Städten und anderen Orten und sämtlichen anderen kirchlichen und weltlichen Personen, besonders des Augsburger Glaubensbekenntnisses, die oder welche zugleich mit ihnen zu diesem allgemeinen trientinischen Konzil hinkommen oder gesendet und verreisen werden oder bisher angekommen sind, mit was immer für Namen sie genennt werden oder genannt werden dürfen, laut des Gegenwärtigen die öffentliche Beglaubigung und die vollste und wahrhafteste Sicherheit, die sie sicheres Geleit nenen, gewährt und gänzlich erteilt, frei noch dieser Stadt Trient hinzukommen, daselbst zu bleiben, sich aufzuhalten, zu verweilen, vorzuschlagen, zu sprechen, zugleich mit dem Kirchenrat selbst, über was immer für Geschäfte, zu verhandeln, zu prüfen, zu untersuchen und alles, was ihnen immer beliebt und jegliche Artikel, sowohl schriftlich, als mündlich frei vorzubringen, zu eröffnen und sie mit den Heiligen Schriften und mit den Worten, Aussprüchen und Gründen der heiligen Väter zu erklären, zu bewähren und glaubwürdig zu machen und wenn es nötig ist, auch auf die Einwürfe des allgemeinen Konzils zu antworten und mit denen, welche vom Konzil ausgewählt werden, sich christlich zu unterreden oder liebevoll ohne alles Hindernis zusammentreten, mit gänzlicher Entfernung aller Vorwürfe, Schmähungen und Verunglimpfungen und mit der Anzeige, dass in dem vorgenannten Trientischen Konzil alle Streitgegenstände nach der Heiligen Schrift, den apostolischen Überlieferungen, den bewährten Konzilien, der Übereinstimmung der Katholischen Kirche und dem Ansehen der heiligen Väter sollen verhandelt werden, auch der Beifügung, dass sie durchaus nicht unter dem Vorwande der Religion oder über dieser vergangener oder zu begehender Vergehen bestraft werden sollen. Zugleich auch so, dass wegen ihrer Gegenwart weder auf der Reise oder an sonst irgend einem Orte während dem Hinreisen, Verbleiben oder Zurückkehren noch in der Stadt Trient selbst irgend auf eine Art der Gottesdienst eingestellt werden soll und dass sie nach Vollendung oder nicht Vollendung dieser Dinge, zu welcher Zeit es ihnen immer beliebt oder sie auf Befehl und mit Zustimmung ihrer Obern nach ihrer Heimat zurückzukehren wünschen oder jemand aus ihnen es wünscht, also gleich, ohne allen Rückhalt, Umstände oder Verweilung, nach Wohlgefallen frei und sicher zurückkehren können, mit Unverletzlichkeit ihres und der Ihrigen Eigentums und der Ehre zugleich, so wie hinwieder auch der Personen, jedoch mit Wissen derjenigen, die der nämliche Kirchenrat dazu bestellen wird, damit sodann ohne Arg und Trug für ihre Sicherheit schicklich vorgesorgt werde. Der heilige Kirchenrat will auch, dass in dieser öffentlichen Beglaubigung und sicherem Geleite alle und jede Klauseln eingeschlossen und enthalten und für eingeschlossen gehalten werden, welche zur vollen, wirksamen und hinreichenden Sicherheit, während dem Hingehen dem Aufenthalte und der Rückkehr notwendig und dienlich sein mögen. Zur größeren Sicherheit und zum Wohl des Friedens und der Versöhnung spricht er auch das ausdrücklich aus, dass er, wenn auch jemand oder einige aus ihnen entweder auf der Reise während der Hinkunft nach Trient oder dem Verweilen daselbst oder der Rückkehr – was ferne sei – etwas so Großes vergingen oder verfehlen, wodurch die ihnen gewährte Wohltat dieser öffentlichen Beglaubigung und Versicherung zernichtet oder aufgehoben werden könnte, will und zugibt, dass die über solchen Verbrechen ergriffenen nur von ihnen selbst und von keinem andern, also bald durch angemessene Ahndung und mit einer zureichenden, von Seite dieses Kirchenrats recht zu genehmigenden und zu lobenden Buße bestraft werden sollen, so dass die Form, die Bedingnisse und Weise ihrer Versicherung durchaus ungeschwächt verbleiben. Auf gleiche Weise will er auch, dass wenn jemand oder einige von dem Kirchenrat selbst, entweder auf der Reise oder während dem Aufenthalte oder der Rückkehr – was ferne sei – etwas so großes vergingen oder verfehlten, wodurch die Wohltat dieser öffentlichen Beglaubigung und Versicherung verletzt oder auf irgend eine Weise aufgehoben werden könnte, die über solchem Verbrechen ergriffenen nur vom Kirchenrate selbst und nicht von andern, durch angemessene Ahndung und mit einer zurückreichenden, von Seite der dann hier gegenwärtigen deutschen Herren der Augsburger-Konfession recht zu lobenden und zu genehmigenden Buße alsbald bestraft werden sollen, so dass die gegenwärtige Form, Bedingnisse und Weise der Versicherung durchaus ungeschwächt verbleiben. Überdies will dieser Kirchenrat, dass es jenen Gesandten allen und jeden erlaubt sei, so oft, als es dienlich oder notwendig ist, aus der Stadt Trient zu gehen, um Luft zu schöpfen und wieder nach ihr zurückkehren, so wie auch ihren oder ihre Boten nach was immer für Orte, zur Besorgung ihrer nötigen Geschöpfe ungehindert hinzusenden oder abzuordnen und den oder die Gesendeten oder Abgeordneten wieder zu sich kommen zu lassen, so oft, als es ihnen ersprießlich scheint, so dass der oder derselben, um für seine oder ihre Sicherheit vorzusorgen, von solchen begleitet werden, welche das Concilium dazu bestellen wird. Und zwar soll dieses sichere Geleit und diese Sicherheit bestehen und andauern von der Zeit an und während der Zeit, in welcher sie unter die Schutzobsorge dieses Kirchenrates und der seinigen aufgenommen und nach Trient hingeleitet werden und während der ganzen Zeit ihres Verbleibens daselbst und wieder nach hinlänglicher, erhaltener Audienz, zwanzig Tage über den Zeitpunkt hinaus, wann sie es selbst begehren oder wenn das Concilium noch also gehaltener Audienz ihnen abzureisen ansaget. So wird es jeglichen, unter Gottes Huld, an den sicheren Ort, welchen er dafür auswählt, mit gänzlicher Ausschließung des Arges und Truges zurückzugeleiten. Und zwar verheißt und verspricht es in guter Treue für alle und jede Gläubigen Christi, für alle Fürsten, sowohl kirchlichen und weltlichen, wer sie immer sind und für alle andern kirchlichen und weltlichen Personen, wessen Standes und Berufes sie seien oder mit welchem Namen immer sie benennt werden mögen, dass dieses alles unverletzlich beobachtet werden soll. Überdies verspricht es, mit Ausschluss alles Arges und Truges, in wahrhafter und guter Treu, dass der Kirchenrat selbst weder öffentlich noch geheim eine Gelegenheit suchen oder ein Ansehen oder eine Macht oder eine Satzung, ein gesetzliches oder kanonisches Privilegium oder irgend eine mit Worten ausgedrückte Vorschrift von was immer für Konzilien besonders von dem Konstanziensischen und Sienischen auf irgend eine Weise zu einem Nachteile dieser öffentlichen Beglaubigung und vollsten Versicherung und öffentlich und freien, vom Kirchenrate selbst ihnen bewilligten Audienz benützen oder jemanden zu benützen zulassen werde. Zumal er jene, in diesem Stücke und für diesmal aufhebet. Wenn aber der heilige Kirchenrat, oder jemand aus ihm oder den seinigen, wessen Berufes, Standes oder Auszeichnung er immer sei, die Akte und Weise der vorgeschriebenen Versicherung und des sichern Geleites in was immer für einem Punkte oder einer Klausel verletze - was jedoch der Allmächtige abzuwenden sich würdigen wolle – und nicht bald eine zureichende und nach ihrem eigenen Urteile recht zu genehmigende und zu lobende Buße erfolgte: so mögen und können sie den Kirchenrat selbst dafür halten, dass er in alle Strafen, in welche nach göttlichen und menschlichen Rechte oder Übung die Schänder solcher sicheren Geleite verfallen können, verfallen sei und zwar ohne alle Entschuldigung oder ohne irgend einen Widerspruch in diesem Stücke.


Ausdehnung auf andere Nationen

Der nämliche hochheilige, rechtmäßig im Heiligen geist versammelte Kirchenrat von Trient, unter dem Vorsitze der nämlichen Gesandten von der Seite des Apostolischen Stuhls, gibt allen und jeden andern, welche in Sachen des Glaubens mit uns nicht Gemeinschaft haben, aus was immer für Reichen, Nationen, Provinzen, Städten und Orten, in welchen öffentlich und ungestraft das Gegenteil von dem, was die heilige Römische Kirche glaubt, gepredigt oder gelehrt oder geglaubt wird, die öffentliche Beglaubigung oder das sichere Geleit unter der nämlichen Form und mit den nämlichen Worten, wie es den Deutschen gegeben wird.











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