1.WIE GÜLTIG SIND BISCHOFSWEIHEN - PRIESTERORDINATION?!

Nahm Pater Schmidberger Einfluß auf die Meinung des Erzbischofs?




Interessanter Aufsatz. Sicher eine Überlegung Wert!




Ein Aufsatz
Pater Anthony Cekada lehrt sakramentale Moraltheologie, Kanonisches Recht und Liturgie am Seminar “Heiligste Dreieinigkeit” in Broooksville, Florida. Er wurde im Jahr 1977 von Erzbischof Lefebvre zum Priester geweiht und schrieb zahlreiche Artikel und Studien zur Förderung der römisch-katholischen Tradition. Er lebt in der Nähe von Cincinatti, wo er die Heilige Messe anbietet.

Als die modernistischen Reformer die weiteren sakramentalen Riten, Firmung, Buße, Krankensalbung “renovierten” stellten die Traditionalisten die Gültigkeit dieser Sakramente infrage und suchten Priester auf, die die traditionelle Messe und die alten
Riten anboten.
Das Weihesakrament war das einzige Sakrament, um das sich die Traditionalisten nicht viel kümmerten. Nur wenige Laien hatten je eine Priesterweihe gesehen und sie wußten nicht, was die Gültigkeit dieses Sakramentes ausmacht. Ob die liturgischen
Veränderungen die Gültigkeit der Weihe beeinflusste war ein unerforschtes Thema.
Mir begegnete das Thema zuerst zufällig während meines ersten Jahres (1975-76) am Seminar der FSSPX im schweizerischen Ecône. Ich fragte Erzbischof Lefebvre, ob einige
konservativ gesinnte befreundete Priester mit der FSSPX zusammen arbeiten könnten.
Er sagte mir, ja, im Prinzip, doch müssten sie bedingungsweise nachgeweiht werden, denn Paul VI. Hätte den Weiheritus geändert. Dies Veränderungen machten den Weiheritus zweifelhaft. Die Veränderungen im Ritus der Bischofsordination hingegen gingen so weit, dass dieser Ritus mit Sicherheit ungültig sei.

Trotz der erheblichen Bedeutung der Frage, wurde das Problem lediglich von wenigen Autoren untersucht, auch nach dem sich die latainische Messe weit verbreitet hatte. In zunehmendem Maße wurde diese Messe auch von Priestern angeboten, die von
Bischöfen geweiht worden waren, die im reformierten Ritus zum Bischof geweiht worden waren. Wenn ein Bischof ungültig geweiht ist, dann sind auch die Sakramente eines Priesters ungültig, welcher von diesem Bischof geweiht worden ist.

Anzuwendende Prinzipien 
Vor allem für die lesenden Laien, hier kurz die Prinzipien, nach denen entscheiden wird, ob eine sakramentale Form gültig ist oder nicht. Diese Prinzipien sind leicht zu verstehen. 

a) Was ist eine sakramentale Form? 
Im Katechismusunterricht haben wir die Definition des Sakraments gelernt: 
Ein von Christus eingesetztes gnadenspendendes äußeres Zeichen. 
Ein äußerliches Zeichen: Das ist, was wir bei der Sakramentenspendung sehen und hören. 
Der Priester gießt Wasser über das Baby und spricht eine Formel. Die katholische Theologie lehrt, dass dieses äußere Zeichen aus zwei Elementen besteht, die zusammenwirken: Die Materie, das ist der in Anwendung gebrachte materielle 
Gegenstand, z. B: das Wasser bei der Taufe, und die Form, das sind die gesprochenen Worte, die das Sakrament eigentlich bewirken, z.B.: Ich taufe Dich ... etc. 
Jeder sakramentale Ritus, unabhängig davon, wie viele weitere Gebete und Zeremonien dabei sind, beinhaltetet zumindest einen Satz, den jeder katholische Theologe oder kirchliche 
Obrigkeit als essentielle sakramentale Form betrachten.


b) Weglassen der Form 
Alle Katholiken kennen zumindest eine essentielle sakramentale Form: 
„Ich taufe dich auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.” 
Wen der vollständige Taufritus mit allen Gebeten praktiziert wird, dieser Satz aber fehlt, während er das Wasser gießt, dann ist das Sakrament ungültig das heißt, das Kind ist gar nicht getauft 
und die von Christus versprochene Gnade wurde nicht übertragen. 


c) Änderungen bei der Form 
Nun taucht eine weitere Frage auf: was, wenn die Form verändert wird? Beeinflusst das die Gültigkeit? 
Die Antwort hängt davon ab, ob von dieser Änderung auch die Bedeutung beeinflusst wird. Theologen unterscheiden zwischen zwei Arten der Änderung:


(1) Substantiell (d.h. das Sakrament wird ungültig)
Diese tritt ein: „wenn die Bedeutung der Form beschädigt wird … wenn die Worte eine 
Bedeutung bekommen, die nicht von der Kirche intendiert ist.”* (*H. Merkelbach, Summa Theologiae Moralis 8th ed. (Montreal: Desclee 1949) 3:20. Quando ipse sensus forma corrumpitur... habeat sensum diversum a sensu intento ab Ecclesia).

Oder „Wenn die Form verändert wird in einer Weise, dass die von Christus gewollte Bedeutung nicht mehr vollständig ist, bzw. nicht mehr kongruent ausgedrückt wird.”*
(*M. Coronata: De Sacramentis. Turin, Marietti 1953. 1:13 “modificatur ita ut sensus a Christo intentus seu volitus non amplius per ipsam complete et congruenter exprimatur).

Eine substantielle Änderung der sakramentalen Form ergibt sich durch 
  •  Hinzufügen, 
  • Weglassen, 
  • Verderbnis, 
  • Umstellen oder,
  • Auswechseln von Worten in der Form, oder
  • Unterbrechungen in sinnverändernder Weise* 
(*F. Cappello: De Sacramentis. Rome, Marietti 1951).


Zwei Beispiele: 

a) Auswechseln von Worten: Wenn ein modernistischer Priester sagt: “Ich taufe dich im Namen der Mutter, des Sohnes und des Heiligen Geistes.” Er hat ein Wort ausgewechselt, 
welches die Bedeutung eines der essentiellen Elemente der Form verändert: Vater. Die Taufe ist ungültig, das Kind ist nicht getauft* (Cappello 1:15 “forma irrita est, si nova vox ex corruptione in substantialibus inducanturb).

b) Weglassen von Worten: Ein nervöser junge Priester sagt “Ich taufe im Namen des Vaters, Sohnes und des Heiligen Geistes.”
Er lässt das Wort "dich" aus. Oder er lässt z.B das Wort "Taufe" aus. Da die sakramentale Form ausdrücken muss, wer das Sakrament empfängt, oder was die sakramentale Handlung denn ist, ändert das Fortlassen des Wortes "dich" oder "taufe" die Bedeutung und macht das Sakrament ungültig!* 
(*Cappello 1:15, “detractione: forma irritatur, si tollantur verba exprimentia actionem sacramentalem aut subjectum").



(2) Akzidentiell (Bedeutung bleibt gleich, so die Gültigkeit) 
Hier handelt es sich um eine Änderung, die die substantielle Bedeutung nicht verändert. 
Beispiel: 
Statt zu sagen „Ich taufe dich”, sagt der Priester „Ich reinige dich”. Hier wurde nur ein Wort durch ein gleichbedeutendes ausgetauscht, denn taufen heißt zu deutsch „reinigen”, 
die Bedeutung blieb die gleiche. Die Änderung war nur akzidentiell. Die Taufe ist gültig* (*E. Regatillo: Jus Sacramentarium. Santander, Sal Terrae 1949, 8. “Transmutatione, adhibitis verbis synonimis: si sint omnino synonima et usu communi recepta, forma valet.” ).

Die Unterscheidung von substantieller und akzidentieller Änderung ist ein Schlüsselkonzept bei der Untersuchung der Gültigkeit der 1968er Form der 
Bischofsweihe.

  • Wenn die neue Form eine substantielle Änderung in der Bedeutung konstituiert, dann ist sie ungültig. 



d. Benutzung der Form eines östlichen Ritus 
Die Formen der Ost-Riten der Katholischen Kirche unterscheiden sich bei der Benutzung bestimmter Worte oft erheblich vom Lateinischen Ritus. 
Doch die substantielle Bedeutung bleibt stets dieselbe. 
Ein Beispiel: Der ukrainische Ritus benutzt folgende Worte für die Taufe: “Der Diener Gottes ist getauft im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.”

Hier ist jedes Konzept enthalten, von dem Theologen sagen, dass es in der gültigen Form der Taufe enthalten sein muss. Der Priester (zumindest implizit), der Akt der Taufe, der 
Empfänger, die Einheit der göttlichen Essenz und die Personen der Trinität mit jeweiligem Namen* (*Siehe Merkelbach 3:127) 

Bei den östlichen Schismatikern hat die Kirche die Gebete und Zeremonien der sakramentalen Riten geprüft um sicherzustellen, dass sie frei von doktrinellem Irrtum sind 
und alles enthalten, was das Sakrament aufweisen muss. 
Wenn also ein Bischof oder Priester ein Sakrament spendet, und dabei ein ostkirchliches Buch benutzt, dann kann man sicher sein, dass das Sakrament gültig ist. 

Dieses Prinzip wird in den Diskussionen eine Rolle spielen, 
denn P. Pierre-Marie gründet seine Argumentation für die Gültigkeit des neuen Ritus auf Elemente, die vermeintlich 
gemeinsam sind dem Ost-Ritus und der neuen Form von Paul VI. 

Es war eben diese Behauptung Franz Schmidbergers, die neue Form wäre „Ost-Ritus”, die Ebf. Lefebvre dazu führte, seine ursprüngliche Position, die Neue Form der Bischofsweihe sei ungültig, aufzugeben* (*Bischof Donald Sanborn erzählte folgendes: “Im Frühjahr 1983 fragte ich anlässlich einer Unterhaltung mit Erzbischof Lefebvre und P. Schmidberger über die Verhandlungen zwischen der FSSPX und dem Vatikan, die damals stattfanden (plus ça change …), wie die Bruderschaft überhaupt eine Lösung akzeptieren könne, da uns doch der Erzbischof mehrere Male gesagt hat, daß er den neuen Ritus der Bischofsweihe für ungültig halte. Der Erzbischof antwortete: „Scheinbar ist er doch gültig.” Und machte eine Handbewegung Richtung Schmidberger, welcher sagte: „Es ist östlicher Ritus.”) 




e. Anforderungen an die Form beim Weiheritus! 
Was ist das Besondere am neuen Weiheritus? 
Was müssen die Worte aussagen, die die Weihe bewirken? 
Pius XII. Hat in seiner apostolischen Konstitution Sacramentum Ordinis die Prinzipien formuliert, wenn er erklärte, dass die Weihe 

  • „den Effekt der Sakramente, also den Weihegrad und die Gnade des Heiligen Geistes unmißverständlich bezeichnen muß.”*
(*Const. Apost. Sacramentum Ordinis, 30. November 1947, DZ 2301. 4. “quibus univoce significantur effectus sacramentales - scilicet potestas Ordinis et gratia Spiritus Sancti.” )
Zu beachten die beiden Elemente die „univocally” (d.h. 
unmißverständlich) ausgedrückt werden müssen: 
Die jeweilige Weiheordnung (Diakon, Priester, Bischof) und die Gnade des Heiligen Geistes. Deshalb müssen wir uns 
vergewissern, ob die neue Form bei der Formulierung beider Effekte tatsächlich 
„unmißverständlich” ist. 


f. Besonderheiten der Bischofsweihe 
In demselben Dokument, das die Grundprinzipien formulierte, erklärte Pius XII., dass die folgenden Worte, enthalten in der Einleitung des Ritus der Bischofsweihe, wo die essentielle Form des Sakramentes so aussieht: 
„Vollende in deinem Priester die Fülle Deines Dienstes, und geziert mit der Kleidung aller Ehre, heilige ihn mit dem Tau der himmlischen Ölung.”*
(* Sacr. Ord. Dz 2301. 5. “Comple in Sacerdote tuo ministerii tui summam, et ornamentis totius glorificationis instructum coelestis 
unguenti rore sanctifica.”)

Dies Form bezeichnet eindeutig den sakramentalen Zweck wie folgt: 
1. “Die Fülle Deines Dienstes”, 
“Kleidung aller Ehre”    =            Kraft des Bischofsamtes.
2. “Tau der himmlischen Ölung”  =     Gnade des Heiligen Geistes 

Die Frage ist, ob die neue Form dasselbe leistet. 

II. Herkunft des neuen Ritus 
Im Jahre 1964 vertraute Paul VI. einer neuen Vatikanabteilung namens “Consilium” die Implementierung der liturgischen Änderungen die das „2. Vatikanum” an. 

Zu dieser Abteilung gehörten einige hundert Kleriker, 
aufgeteilt je nach Qualifikation in 
39 “Studiengruppen”. 

Der Sekretär von Consilium und ihr Tatsächlicher Direktor war 
P. Annibale Bugnini, ein liturgischer Modernist 
und vermeintlicher Freimaurer, 
der die Konstitution über die Heilige Liturgie des Konzils verfasst hatte. 

Studiengruppe 20 
hatte die Aufgabe, die Weiheriten zu „reformieren”. 
Sie wurde geleitet von dem 
Benediktinermönch Dom Bernard Botte (1893 – 1980)
seines Zeichens Spezialist in orientalischen liturgischen Sprachen und ein weiterer liturgischer Modernist
Seine berühmteste akademische Leistung war eine neue wissenschaftliche Ausgabe von „Apostolische Traditionen des Hl. Hippolyt”, einer Sammlung antiker christlicher 
liturgischer Texte*. (*La Tradition Apostolique de Saint Hippolyte: Essai de Reconstitution, 2nd ed. Munster: Aschendorff 1963)  
Aus einem dieser Texte wurde dann das Eucharistische Hochgebet II der NOM-„Messe”
fortgelassen wurden allerdings die Erwähnungen des Teufels, der 
Hölle, der Erlösung lediglich der wahren Gläubigen, und der opfernde Priester! 
Dom Botte schlug vor, dass ein weiterer Text dieser Sammlung in den Ritus der Bischofsweihe eingeführt werden solle um die tradierte Einleitung zu ersetzen. 
Die alte Einleitung, sagte er, wiese „nur geringen doktrinellen Gehalt” auf, wäre „fast exklusiv auf die liturgische Rolle des Bischofs orientiert”, wäre eine „schlecht balancierte hybride 
Formel.* ”(*B. Botte: ”L’Ordination de l’Éveque”. Maison-Dieu 97, 1969, 119-20). 
Es bedürfe einer Gestaltung, welche die Theologie des 
II. Vatikanums besser 
ausdrücke. 

Das Gebet der Bischofsweihe des Hippolyt, so Dom Botte, hätte in einer „entwickelteren” Version in den syrischen und koptischen östlichen Riten überlebt. 
Im Römischen Ritus verwendet: “würde es eine einheitliche Perspektive auf das Bischofsamt 
zwischen Ost und West bestätigen”
d. h. die östlichen Schismatiker begeistern, die diese 
Riten ebenfalls benutzen. 
> „Dies war ein ökumenisches Argument. Das war 
entscheidend.*”(* B. Botte: From Silence to Participation: An Insider’s View of Liturgical Renewal (Washington: Pastoral 1988), 135 )
Auf diese Weise wurde Bottes Text, fast wörtlich entnommen aus 
seinem Buch von 1963, 
die neue Einleitung der Bischofsweihe als Paul VI. den Text im 
Juni 1968 promulgierte*(*19 Apostolic Constitution Pontificalis Romani (18 June 1968), AAS 60 (1968), 369.73 ).

III. Die Form bei Paul VI 
Paul VI. schuf folgende Passage in der Einleitung als neue Form der Bischofsweihe: 
“Gieße nun über diesen Auserwählten die Macht, die von Dir kommt, den regierenden Geist, 
den Du Deinem geliebten Sohn Jesus Christus gabst, 
den Er den Heiligen Aposteln gab, die 
überall die Kirche gründeten um Dein Tempel für die unvergängliche Ehre und Preis Deines 
Namens zu sein.*” (* “Et nunc effunde super hunc Electum eam virtutem, quae a te est, Spiritum principalem, quem dedisti dilecto Filio Tuo Jesu Christo, quem Ipse donavit sanctis Apostolis, qui constituerunt Ecclesiam per singula loca, ut sanctuarium tuum, in gloriam et laudem indeficientem nominis tui.” )

Die Auseinandersetzung über die Gültigkeit des neuen Ritus der Bischofsweihe konzentriert sich auf diese Passage. 
Auf den ersten Blick scheint es, als sei der Heilige 
Geist erwähnt, doch spezifiziert er nicht die Macht, die die Weihe überträgt, die Fülle des Priestertums nämlich, die das Bischofsamt konstituiert, eine Funktion, die die tradierte Form so klar ausdrückte. 

Ist die neue Form in der Lage, das Bischofsamt zu übertragen? 
Um diese Frage zu beantworten werden wir die Prinzipen anwenden, die wir in Kapitel 1 
dargelegt haben. Wir schreiten von den stärkeren Argumenten für die Gültigkeit zu den schwächeren Argumenten vor. 

IV. Form eines östlichen Ritus? 
Frage: Stammt die neue Form aus einem katholischen östlichen Ritus als sakramentale 
Form für die Übertragung des Bischofsamtes? 

Falls dem so ist, wäre das ein sehr starkes Argument dafür, dass die neue Form gültig ist!

Man könnte demonstrieren, daß es die Kriterien erfüllt, die Pius XII. für die Weihe formuliert hat, denn es würde gelten, dass die Worte „von der Kirche in diesem Sinne 
akzeptiert und gebraucht worden sind.*” (* Sacr. Ord., DZ 2301, I 4: “quaequae ab Ecclesia qua talia accipiuntur et usurpantur.”) 

In der Apostolischen Konstitution, die den Neuen Ritus promulgierte, behauptet Paul VI., 
dass die neue Einleitung für die Bischofsweihe der apostolischen Tradition des Hippolyt entnommen wurde (ein Dokument, das wir in Kapitel V diskutieren werden), die „weitgehend” noch für die Bischofsweihen in den beiden katholischen Ost-Riten, dem 
koptischen und dem westsyrischen verwendet werden. 
Auf dieser Grundlage argumentierte P. Pierre-Marie folgendermaßen: 
“Die Verwendung der Form in zwei gültigen Ost-Riten bestätigt ihre *” (* ”Warum der neue Ritus …?”, Januar 2005, 10)

Stimmt diese Behauptung? 
Ist die Form Pauls VI. tatsächlich in zwei Ost-Riten enthalten? 
Alles, was man tun muss ist 
  • (1) sich aus Theologiebüchern vergewissern, welche Weihegebete des Ost-Ritus als sakramentale Form betrachtet werden, 
  • (2) diese Texte analysieren und 
  • (3) sodann mit der Form Pauls VI. vergleichen. 
Zwei wesentlich Punkte werden sichtbar, die das Ost-Riten-Argument besiegen: 

  • (1) Die sakramentale Form, die Paul VI. für die Übertagung des Bischofsamtes vorschrieb, bestand aus lediglich einem Satz. Die Form des Ost-Ritus bestand dazu im Gegensatz aus einem ganzen Gebet, ja aus vielen Gebeten, etliche hundert Worte lang. Angesichts dessen kann die Form von Paul VI. - lediglich 42 lateinische Worte - nicht beschrieben werden als die > „Form, die in zwei gültigen Ost-Riten verwendet wurde”


  • (2) Man kann nicht einmal behaupten, dass die vollständige Präfation der Bischofsweihe Pauls VI. (212 lateinische Worte) irgendwie eine Form ist, die in zwei sicher gültigen Ost-Riten in Gebrauch ist. Die Präfation enthält zwar einige Sätze aus der Form der Ost- Riten, doch gibt es wesentliche Auslassungen und Veränderungen. Die Präfation ist mit keiner der Formen identisch.
Nach beiden Punkten kann die Neue Form den Worten:
„akzeptiert und gebraucht von der Kirche”
als sakramentale Form der Heiligen Weihe nicht genügen.

Nun noch einige Einzelheiten.



A. Form eines koptischen Ritus
Die unierte Gruppe stammt von den monophysitischen Häretikern ab Konzil von Chalzedon die ins Schisma gingen, 
geführt vom Patriarchen von Alexandria in Ägypten, und dann einen langen Niedergang erlebten. 

Im 19. Jahrhundert hatte sich eine genügende Anzahl von Kopten von ihren Irrtümern
distanziert. 
Sie baten den Papst um einen eigenen unierten Ritus. Ihre Synode dekretierte, dass für die drei Haupt-Weihen im koptischen Ritus „die Form das Gebet ist, das der
Bischof bei der Handauflegung spricht".
Der Dogmatiker Heinrich Denzinger
am bekanntesten für sein Enchiridion Symbolorum, eine Sammlung dogmatischer Texte, veröffentlichte ebenfalls eine Sammlung von liturgischen Texten östlicher Riten, den Ritus Orientalium.

In seiner ausführlichen Einleitung zu dem Werk verdeutlicht Denzinger, daß die sakramentale Form der Bischofsweihe im koptischen Ritus „das Gebet Qui es, Dominator, Dezus omnipotens, welches innerhalb des Rituals das „Gebet des Handauflegens” genannt wird.

Beachten Sie:

  • (1) Dieses Gebet ist eine Präfation, welches 340 Worte in lateinischer Sprache umfaßt. 
      Die Form von Paul VI. ist 42 Worte lang. Es ist unmöglich,             beide Formen gleichzusetzen.


  • (2) Die längere koptische Form erwähnt drei spezifische sakramentale Kräfte, die als lediglich zur Bischofsweihe gehörend betrachtet werden: „Den Klerus zuzurüsten gemäß Seinen Anweisungen für das Priestertum ... neue Häuser des Gebets zu schaffen und die Altäre zu weihen.*”
(* Übersetzung in in O.H.E. KHS-Burmester: Ordination Rites of the Coptic Church (Cairo, 1985), 110.1. RO 2:24 übertägt dien Satz “provide clergy … priesthood” folgendermaßen ins Lateinsiche: “constitutendi cleros (kleros Arabs: Clericos) secundum mandatum ejus ad sanctuarium,” und übergibt “in ordine sacerdotali” in eine Fußnote). 

 > Obwohl die Präfation Pauls VI., welche die neue Form umgibt, viele Sätze der koptischen Form enthält, einschließlich des „leitenden Geistes”, den wir unten näher betrachten werden, fehlen diese Sätze hier.

Diese Auslassung ist besonders bedeutsam, denn die Auseinandersetzung um die Gültigkeit der Form Pauls VI. dreht sich weitgehend um die Frage, ob diese Form die Weihegewalt, d. h. das Bischofsamt adäquat ausdrückt



B. Form eines maronitischen Ritus?
Im 5. Jahrhundert wandten sich viele Syrer der monophysitischen Häresie zu und gingen mit den Kopten nach dem Konzil von Chalzedon ins Schisma. Diese sind auch als Jakobiten bekannt, war es doch Jakob Baradai, der im 6. Jahrhundert heimlich zum Bischof geweiht wurde und dies schismatische Bewegung organisierte.

Andere Westsyrier standen in Opposition zu den Monophysiten und wurden nach ihrem Zentrum, dem Kloster St. Maro, Maroniten genannt. Die meisten Maroniten fanden sich im Libanon an und zeichneten sich durch ihre tiefe Treue zum Heiligen Stuhl aus.
Die Maroniten nahmen einige Äußerlichkeiten des Römischen Ritus, wie Altäre und Gewänder an, folgten aber ansonsten dem Ritus von Antiochien, Sitz eines des ältesten Patriarchate.
Laut Denzinger besteht die Form der Bischofsweihe im maronitischen Ritus aus folgendem Gebet:
”Deus qui universam Ecclesiam tuam per istos pontifices in manus impositione exornas, etc.,


Beim Vergleich mit der Form Pauls VI. erweist sich folgendes:


  • (1) Die maronitische Form ist eine Präfation von mindestens 370 Worten, während der der Bischof dem Weihekandidaten die Hand auflegt. Das Gebet erfleht den „erhabenen Bischofsstand”, darauf folgen Gebete, in denen Gott zweimal gebeten wird, seine Gnade und das Priestertum zu vervollständigen. gemeinsam.
  • Diese Form hat mit der Form Pauls VI. nichts gemeinsam.

  • (2) Auf der folgenden Seite der maronitischen Ritus der Bischofsweihe befindet sich ein Gebet, welches einige Sätze mit der Form Pauls VI. gemein hat, so den „leitenden Geist” und die Präfation, doch obgleich es zur Zeremonie gehört, ist es nicht die maronitische sakramentale Form*! (*RO 2:198. “Spiritum … Sanctum, illum principalem.” – “expellat omnia ligamina.”)


  • (3) Das maronitische Gebet, das der Form Pauls VI. und der Präfation der Bischofsweihe am nächsten kommt findet sich im Ritus für die Weihe eines maronitischen Patriarchen. P. Pierre-Marie bedient sich dieses Textes um die Gültigkeit des neuen Ritus aufzuzeigen. 
  • Doch ist diese Gebet gewiss keine sakramentale Form der Bischofsweihe. 
  • Es handelt sich lediglich um ein Gebet der Amtseinsetzung, da der maronitische Patriarch selbstverständlich bereits Bischof ist, wenn er ernannt wird!




C. Form des syrischen Ritus
Zwischen dem 17. Und 19. Jahrhundert sagten verschiedene syrische jakobitische Bischöfe einschließlich des Patriarchen von Antiochien ihren Irrtümern ab und unterwarfen sich dem Heiligen Stuhl. Im 19. Jahrhundert errichtete der Papst ein katholisches Patriarchat von Antiochien des syrischen Ritus in Beirut im Libanon.
Die Syrer folgen wie die Maroniten dem Ritus von Antiochien, doch gibt es einige
Unterschiede.
Die Form der Bischofsweihe im Syrischen Ritus besteht laut Denzinger entweder aus denselben Gebeten wie bei den Maroniten, oder: „Deus, qui omnia per potentiam tuam*” (* 
 RO 1:141. „In ordine autem nostro ex codice Florentino desumpto, non occurrit nisi haec una: Deus, qui omnia per potentiam 
tuam.“) 
gesprochen nachdem der Patriarch seine rechte Hand dem Ordinanden auf das Haupt legt.
Wir vergleichen wiederum mit der Form Pauls VI.:
  • (1) Die syrische Form ist etwa 230 Wort lang, gegenüber 42 Worten in der Form Pauls VI. Es ist also wiederum nicht die gleiche Form!

  • (2) In noch mehr Details als die koptische Form zählt die syrische spezifische sakramentale Kräfte auf, die als spezifische für den Bischof betrachtet werden: Möge er „Priester weihen, Diakone ernennen, Altäre und Kirchen weihen, Häuser segnen und Berufungen für die kirchliche Arbeit erwecken". Und wiederum, obwohl Form und Präfation Pauls VI. einige Phrasen der syrischen Form enthält (z.B. den „leitenden ... Geist“, [die Herde] nähren, die „Bande lockern“) fehlen die angeführten Ausdrücke.
  • (3) Sowohl im Syrischen als auch im Maronitischen Ritus stammen die Gebete, die denjenigen der Form Pauls VI. am meisten ähnelt aus dem, mit welchem ein Patriarch geweiht wird*. (*For the prayer instituting the Patriarch, see B. DeSmet, „Le Sacre des Eveques dans l’Eglise Syrienne: Texte,” L’Orient Syrien 8 (1963), 202-4)




Dieses ist also kein Gebet für eine Bischofsweihe, was schon aus folgendem hervorgeht:

„Das syrische Buch der Liturgien beschreibt dieselben Gottesdienste und Gebete für die Bischofs- und die Patriarchenweihe, mit einem Unterschied im Text.
Für die Weihe des Patriarchen lässt der vorsitzende Bischof das Gebet, welches als Form der Bischofsweihe dient aus ( das Gebet „Deus, qui omnia per potentiam tuam“) und er setzt es durch das
„Gebet des Clement*“,  
jenes Gebet, das der Präfation Pauls VI. ähnelt.

Die beiden unterschiedlichen syrischen Termini dienen dazu,
den sakramentalen Ritus
der Bischofsweihe von dem nichtsakramentalen Ritus einer Patriarchenweihe zu
unterscheiden.


  1. Der erste Ritus wird genannt „Handauflegung“ 
  2. während der zweite mit einem Terminus bezeichnet wird, der etwa „Auferlegung einer Pflicht“ bedeutet.

Ein syrischer Liturgiker erklärte: „Im Falle der Bischofsweihe erhält der Ordinand ein Charisma, das sich von dem unterscheidet, das er bereits besitzt.
Im Falle der Bischofsweihe erhält der Ordinand ein Charisma,
das sich von dem unterscheidet,
das er bereits besitzt.
Im Falle der
Patriarchenweihe ist das nicht der Fall.

(*De Smet, 166-7. « Par le même rite de la chirotonie, c’est-a-dire, les memes prieres et le meme office avec lesquelles le patriarche 
lui-meme sacre les metropolites et les eveques, par ces memes rites ils le sacreront eux aussi c il y a, dans le sacre du patriarche, 
trois elements qui lui sont propre, a savoir: … 2o
 L’invocation du Saint-Esprit, dont il est ecrit de Clement, et que nous donnerons 
plus loin: elle est dit uniquement sur le patriarche par les pontifes qui l’etablissent. »(My emphasis. The first and third elements 
are the election and the manner of giving the crosier.) The episcopal consecration form and the installation prayer appear 
successively on pp. 202-04, where it is easy to compare the difference in contents)----




Über ungültige Ordinationen... Für alle die Englisch können, sehr informativ auch diese Seite zu kennen. Jeder bilde sich dann seine eigene Meinung darüber.



 SIND DIE NEUEN WEIHERITEN NACH VATIKANUM II GÜLTIG? 


Bischöfliche Vollmachten und Pflichten 

Außer der Vollmacht der Gerichtsbarkeit (Jurisdiktion), die nicht durch einen sakramentalen Weiheakt verliehen wird,
ist die wesentliche Vollmacht, welches das Episkopat vom Priestergrad unterscheidet, dass allein das Episkopat die Vollmacht besitzt, die Priestewürde (und Bischofswürde) zu übertragen. 
Diese Auffassung wird vom hl. Hieronymus und anderen (Kirchenlehrern) bestätigt. 
Ebenso wie die Vollmacht, den: die Sünden zu vergeben, von Christus in Verbindung mit und als Folgerung zur Priesterwürde mit dazu gegeben wurde, so ist der Priester zum höchsten Rang des Priestertums erhoben, wenn die Vollmacht, die Priester-(Bischofs)weihe zu übertragen, in dem Ritus der Bischofsweihe mit seinem Priestertum verbunden wird. 


Das Wesentliche des Ritus, wodurch der Priester zum Episkopat erhoben wird, ist die Auflegung der Hände des (weihenden) Bischofs (ist ein äußeres Zeichen) und die Rezitation der vorgeschriebenen Gebete (Form ). 

Aber wie bei den anderen Sakramenten muss eine Bedeutung ausgedrückt werden, worin die Vollmacht besteht, die verliehen werden soll. 
Das, was die Kirche unter dem Ministerium summum (das hohe Priestertum), welches der Rang eines Bischofs ist, versteht. Die Form selbst spezifiziert dies nicht im alten Ritualbuch, aber es bestimmt die Pflichten eines Bischofs mit den Worten: "Episcopus oportet judicare, interpretari, consecrare, ordinare, offerre, baptizare, et confirmare.": 
Ein Bischof muss richten, auslegen, konsekrieren, weihen, opfern, taufen und firmen.

A. Vorsätzliche Auslassungen. 

Im neuen Ritus ist das äußere Zeichen noch das Händeauflegen geblieben, während die Form ausführlicher in ihrer Bedeutung ist als die alte. In einem Auszug aus der englischen Übersetzung von 1978 der "Internationalen Kommission für Englisch in der Liturgie" (I.C.E.L.) heißt der wichtigste Teil der Form: 
"Vater, Du kennst alle Herzen, Du hast Deine Diener für das Amt eines Bischofs erwählt. Mögen sie Hirten Deiner heiligen Herde sein und in Deinen Augen untadelige hohe Priester, die Dir Tag und Nacht dienen. 
Mögen Sie immer den Segen Deines Wohlwollens empfangen und die Gaben Deiner heiligen Kirche aufopfern. Durch den Geist, der die Gnade des hohen Priestertums verleiht, gewähre ihnen die Vollmacht, Sünden zu vergeben, wie Du es befohlen hast, geistiges Priesteramt zu übertragen, wie Du es verordnet hast, und alle Bande zu lösen, aufgrund der Autorität, die Du Deinen Aposteln verliehen hast. Mögen sie Dir Wohlgefallen durch die Güte und Reinheit ihres Herzens, Dir ein angenehmes Opfer darbringen, durch Jesus Christus, Deinen Sohn, durch den Dir Glorie und Macht und Ehre gehören, in der Einheit mit dem Heiligen Geiste in Deiner heiligen Kirche, jetzt und in Ewigkeit. Amen." 


B. Keine Vollmacht zu weihen, zu firmen und zu konsekrieren. 

Die überlieferte Liturgie und die Riten mussten angeblich geändert werden, um Unklarheiten zu beseitigen, um sie transparent zu gestalten. Dabei sehen wir hier, dass in der neuen vatikanischen Zeremonie die Vollmacht, Sünden zu vergeben, Bischöfen erteilt wird, während diese Vollmacht Priestern nicht gegeben wird. Welch merkwürdiger theologischer Gedankengang könnte hinter einer solchen Veränderung stehen?  

Die Vollmacht der Priesterweihe, das Wesentliche des Bischofsamtes wird nicht erwähnt ... oder sollten die Worte "geistiges Priesteramt zu übertragen" dieses bedeuten? Wenn ja, warum wird nicht gesagt: "zu Priestern weihen"? Obwohl die englische Übersetzung die Ausdrucksweise "übertragen" benutzt, erscheint dies nicht im lateinischen Original, wo die zweite Vollmacht lautet: "Ut distribuant MUNERA secundun praeceptum". Was nun "MUNERA" (Gaben) sein sollen, darüber schweigt der neue Ritus. Warum? Und warum diese Nicht-Übereinstimmung zwischen dem lateinischen Originaltexte von Rom und der Version der I.C.E.L.?? Zur Glaubhaftigkeit besteht hier kein genügender Beweis, dass der neue Ritus der Bischofsweihe irgendeine Macht hat, Priester zu weihen, und dadurch die Vollmachten der Priesterwürde zu übergeben, selbst dann nicht, wenn der Ritus, der für die Priesterweihe gebraucht wurde, gültig gewesen wäre.

Und obwohl im allgemeinen die Übereinstimmung besteht, dass ein gewöhnlicher Priester die Genehmigung zu firmen erhalten kann, so ist der Bischof der normale Spender dieses Sakramentes. Dennoch wird nichts von dieser Vollmacht erwähnt, auch nichts von seiner Vollmacht, die heiligen Öle zu weihen!

Angenommen, das Wort "MUNERA" (Gaben) sollte diese Vollmachten meinen, warum werden sie dann nicht in einem verbesserten Ritus, einem angeblich verbesserten Ritus, mit dem Ziel alles transparenter zumachen, als solche ausgedrückt? Wie dem auch sei, die englische Version, welche diejenige ist, die in den englisch sprechenden Ländern gebraucht werden würde, enthält überhaupt nicht, was möglicherweise als firmen oder weihen verstanden werden könnte. 
 
Man kann daraus nur folgern, dass dieser neue Ritus wie der der (neuen) Priesterweihe UNGÜLTIG ist, 
da er nicht die wesentliche Vollmacht, Priester zu weihen, die einzig nur dem Bischof zusteht, enthält. 
Diese ist eine geistige Vollmacht. 

Aber die Vollmacht der Übertragung und die der Entbindung sind RECHTSVOLLMACHTEN!  

Wie kann man irgendeine andere Schlussfolgerung ziehen, wenn absichtlich der katholische Ritus apostolischer Tradition abgeschafft wird, und die Reformatoren einen neuen einführen, in welchem sie absichtlich den wesentlichen Grund, den die katholische Kirche hatte, einen Priester zum Bischofsamt zu erheben, auslässt!!!  

Daraus folgt nun, und zwar nicht nur wegen der Änderungen in dem Weiheritus für das Priesteramt, sondern auch bestätigt durch den für das Bischofsamt, 
dass dieses nicht die katholische Religion ist, sondern eine neue, eine protestantische Religion, die sich zwar katholische Religion nennt, aber weder einen Priester noch einen Bischof hat, sondern nur Laien als Kleriker.  

Zugegeben, der neue Ritus benutzt Materie und Form, um den Anschein zu erwecken, dem alten (apostolischen) Ritus gleich zu sein. 
Aber welchen Wert hat die Wort-Form, wenn die Bedeutung, welche diese zu übertragen beabsichtigt, nicht festgelegt ist, sei es daselbst oder an einer andern Stelle im Ritus? Und wie kann man, wenn die wesentliche Bedeutung ausgelassen ist, vernunftgemäß folgern, dass der Sinn oder die Intention tatsächlich mit dem 'alten' Ritus übereinstimmen? Darauf zu bestehen, es sei dennoch so, wäre eine Verhöhnung und ein Missbrauch der Sprache, die Gott dem Menschen gegeben hat, damit er seine Absichten mitteilen kann. Was auch immer die theologische Relevanz diese Zeremonie ausmacht oder nicht, so ist es vielleicht von Interesse zu bemerken, dass die Salbung der Hände des erwählten Bischofs abgeschafft worden ist! 

II. Gültigkeit der Weiheriten nach dem II. Vatikanum?  

Eine weitere Untersuchung über die Gültigkeit oder Ungültigkeit der vatikanischen Weiheriten von 1968 bedeuten nicht nur ein vernünftiges und kluges Vorgehen, sondern sie ist auch leicht anzustellen, wenn wir uns darüber klar sind, daß wir keine geringere Autorität als die der Bulle APOSTOLICAE CURAE vom 18. September 1896 besitzen, von Papst Leo XIII. veröffentlicht, der wir uns bedienen können, um die Gültigkeit oder Ungültigkeit des 'neuen' Ritus zu untersuchen. 

Zurückliegend, um die Mitte des 19. Jahrhunderts versuchten einige führende römisch-kaholische Köpfe mit einigen anglikanischen Vorstehern, die Einheit mit Rom wieder herbeizuführen, wobei sie sich eigenartigen Illusionen hingaben, wie diese wohl zustande kommen könnte. Es war im Frühjahr 1895,als der große Papst Leo XIII. den Engländern klar machte, daß man, um Katholik zu werden, wohl Engländer bleiben könne, aber nicht Anglikaner. Seinen hervorragenden Brief beendend empfahl er Gebete zur Gottesmutter. Er tat dieses absichtlich aus mehreren Gründen: ein Grund war, die reine Absicht der Anglikaner auf die Probe zu stellen. Wenn sie mit der einen, wahren Kirche vereint werden sollten, wurde es höchste Zeit, daß sie ihre Liebe und das Vertrauen in die Hilfe der Gottesmutter zeigten. Kein sentimentales Gewäsch bei Papst Leo XIII.  

Nach dem Brief vom Frühjahr schickte er ihnen einen anderen im Juni des gleichen Jahres. Leo XIII. zeichnet für sie und für uns das Bild der Kirche auf, stellt ihr hervortretenden Züge fest und läßt dabei das charakteristische Merkmal ihrer Einheit hervortreten. Nie hat Leo XIII. das geringste ihrer Rechte und Privilegien aufgegeben. Kein Kompromiß, keine unterdrückten Wahrheiten zugunsten der Versöhnung. Nein, niemals!
 
Es war wieder im Frühling, dieses mal 1896, als dieser Papst eine Kommission beauftragte, die Frage der anglikanischen Weihen neuerdings zu untersuchen. 

Im September 1896 erließ er ein höchst wichtiges kirchliches Urteil, die Bulle APOSTOLICAE CURAE, worin erklärt wird, dass die anglikanischen Weihen, die nach dem Edward-Ritus vorgenommen worden waren, seit drei Jahrhunderten von der apostolischen Kirche für null und nichtig gehalten werden. Die nochmalige Untersuchung des anglikanischen Weiheritus hat bewiesen, daß das Sakrament der Priester- und Bischofsweihe nicht mehr in der anglikanischen Kirche existierte. 

Später, im gleichen Jahr stellte Leo XIII. diesen Sachverhalt ein für allemal fest und beantwortete ausführlich die Frage nach der Intention, der Materie und der Form des Priesterweiheritus. 

Diejenigen, die von beiden Seiten eine falsche Einheit zustande bringen wollten, wurden auf ihre Ausgangspositionen zurückgeworfen, als sie zugeben mussten, dass das Urteil ihre ganze Situation umgeworfen hatte. 
 
In der Bulle Leos XIII., die die anglikanischen Weihen für ungültig erklärt, haben wir eine starke Waffe, die wir gegen die vatikanischen Montini-Riten einsetzen können. Wir wollen sie also benutzen. So wie Leo XIII. die wichtigsten Fehler und die falsche Intention der weihenden Personen darlegte, und zwar eine Weiheform und eine Intention, die offensichtlich das Wesentliche des Priesteramtes ausschließen - gemeint ist die Vollmacht, das göttliche Opfer darzubringen, und die sich aus der Ungültigkeit der Weihe ergebende Ungültigkeit der Sakramente, da die gebrauchte Form nicht tatsächlich die Wirkung bezeichnet, die von Christus, und daher von der EINEN Kirche, die ER gegründet hat, beabsichtigt - so lasst uns in ähnlicher Weise mit dem Montini-Ritus vorgehen, indem wir damit seine völlige Ungültigkeit beweisen.  

Wie zu erwarten war, brachte das Dekret von Leo XIII. verärgerte und heftige Beschwerden von seiten der Anglikaner. Als Reaktion darauf antworteten der Kardinal-Erzbischof und die Bischöfe der Provinz Westminster mit der "Rechtfertigung der Bulle Papst Leos XIII." 
 
In ihrem eigenen Dokument schrieben die englischen (katholischen !) Bischöfe zu jener Zeit, gestützt auf das Urteil Leos XIII. ihre KATHOLISCHE LEHRE ÜBER DAS PRIESTERAMT: "Priester und Opfer sind für uns in jedem Fall zusammengehörig, und so auch für alle Nationen, ausgenommen insofern, als Eure eigene Gemeinschaft eine Ausnahme bildet. 
Ein Priester ist derjenige, der das Opfer darbringt; und so, wie das Opfer ist, so ist auch der Priester. 
Da also unser Opfer das heilige Meßopfer ist, ist unser Priester derjenige, der bestellt und bevollmächtigt ist, dieses Opfer darzubringen, also derjenige, der von Gott auf Grund der Wandlungsworte die Vollmacht besitzt, den Leib und das Blut Christi unter den Gestalten von Brot und Wein zu vergegenwärtigen, und diese opfernderweise darzubringen. Er mag auch andere Vollmachten haben, die zu seinem Amt gehören, wie die Vollmacht, Sünden zu vergeben, und mag auch beauftragt sein, das Wort Gottes zu predigen und seelsorgerisch den Menschen zu dienen. 
Aber diese Vollmachten und Pflichten sind darüber hinaus hinzugefügt und folgen praktisch von selbst. 
Sie gehören passenderweise zum Priesteramt, aber sie gehören nicht zu dessen Wesen. 
Würden sie ihm nicht gegeben, wäre der Priester nicht weniger Priester. Und er ist nicht mehr Priester, weil Gott es für recht gefunden hat, sie ihm zukommen zu lassen."  

Hier haben wir eine klare Lehraussage über das Wesen des Priesteramtes, bestätigt nicht nur durch die Art und Weise, wie Unser Herr die Sakramente der Priesterweihe und der Buße eingesetzt hat, sondern auch durch die Ausübung der katholischen Kirche in ihrem überlieferten Ritus, bei dem der Bischof - nach der eigentlichen Priesterweihe - den Heiligen Geist anruft und durch die Auflegung der Hände und dem dazugehörenden Gebet dem neu-geweihten Priester die Vollmacht der Sündenvergebung überträgt. 
  • Diese Vollmacht wird den nach den neuen vat. Riten 'Geweihten'nicht erteilt. 


Etwas später werden wir den (neuen) Ritus von 1968 untersuchen, um festzustellen, ob der nach diesem Geweihte wirklich ein gültiger Priester ist. 

Vorläufig wollen wir so tun, als sei er es. 

Dann ist ihm zweifellos nicht die Vollmacht gegeben worden, Sünden zu vergeben, da der neue Ritus nach Vatikanum II die Form und die Materie abgeschafft hat und auch darüber schweigt, wodurch denn diese Vollmacht mit dem Priester im alten (apostolischen) Ritus verbunden war. 

Dieses ist in sich schon ernst genug. 

Aber das wirkliche Verbrechen besteht darin, dass vom 'Papst' abwärts, über 'Bischöfe' und "Priester", 
die Laien - um gemäß ihrem Glauben die Vergebung der Sünden zu erhalten - zu diesen Leuten gehen dürfen, 
die zweifellos keine Vollmacht dazu haben. 

Dieser verräterische Betrug, dieses Sakrileg, diese Profanation des Bußsakramentes muss eine der schwersten Sünden des Klerus sein, die je begangen wurden. 
Die wahre Frage, die sich erhebt, ist die: 
Könnte ein wahrer Nachfolger des hl. Petrus einen solchen Ritus verbreiten? - und die Antwort muss ein klares NEIN sein! 
...

Wie könnte ein wahrer Nachfolger der Apostel nicht diese Vollmacht, Sünden zu vergeben, übertragen? 
Das ginge nur dann, wenn er den Neuen-Ritus gebraucht. Mit anderen Worten; das ist die wahre Intention: sie wollen das Bußsakrament zerstören. 

Denn in absehbarer Zeit wird es in der westlichen Kirche keinen Bischof mehr geben, der diese Vollmacht überträgt. Er kann auch nichts übertragen, was er selbst nicht empfangen hat, genauso wenig wie die Apostel es nicht hätten tun können, wäre ihnen diese besondere Vollmacht nicht von Christus! gegeben worden. 

Man ist hier gezwungen, zu der Schlußfolgerung zu kommen, daß diese Herren nicht nur die Laien betrügen, sondern daß sie entweder vom Glauben abgefallen oder feige sind. Die Tatsache der zahlenmäßig abnehmenden Beichten in England und ihr praktisches Aussterben in Holland würde darauf hinweisen, daß sie eher zu den ersteren (d.i. zu den abgefallenen) gehören als zu den letzteren. 

Es war kein Versehen oder Zufall, daß diese Vollmacht aus dem Weiheritus ausgeschlossen wurde. 

Denn wäre das der Fall gewesen, so hätte man diese Unterlassung leicht in Ordnung bringen können. 

Zwölf Jahre später, nach Millionen ungültiger und profaner Lossprechungen bleibt aber der Ritus unverändert. Abgesehen von ganz wenigen wissen es die Laien nicht und sind deshalb nicht zu tadeln, aber die Geistlichkeit weiß darum, und sie muß die Schuld der Bischöfe mittragen. Wenn Mitglieder der englischen 'Hierarchie' mit dieser Fälschung konfrontiert werden, hüllen sie sich gleichsam in einen Wall von ohrenbetäubendem Schweigen. 



Leo XIII. über die Gültigkeit einer Priesterweihe 

Alles Vorhergegangene setzt voraus, daß diejenigen, die nach dem neuen vatikanischen Ritus geweiht werden, wahre Priester sind. Aber wie steht es, wenn ihre Weihe ungültig wäre? Falls sie wahre Priester wären, so kann das Fehlen der Vollmacht, Sünden zu vergeben, in Ordnung gebracht werden. Aber wie ist es, wenn sie es nicht sind? 

Dann würde das Erteilen der Vollmacht sinnlos sein, weil sie durch göttliche Einsetzung allein nur dem apostolischen Priesteramt zukommt. Wir müssen daher die Frage der Gültigkeit des neuen Ritus der Priesterweihe im Licht der durch Leo XIII. festgelegten Prinzipien betrachten. 

Sich wieder auf die Rechtfertigung der Bulle beziehend sagten die (damaligen englischen katholischen) Bischöfe: "Die Bulle, die über Meinungsstreitigkeiten bezüglich der Materie hinweg geht, legt fest, daß die Form der Priesterweihe eindeutig sein muß. Es wird nicht verlangt, daß die Form immer die gleichen Worte enthält, aber sie muß immer mit der gleichen festgesetzten Art und Weise übereinstimmen (d.i. mit dem, was das Wesen des Priestertums ausmacht, Anm.d.Red.)." 

Folglich muß man weiter sagen, worin diese festgesetzte Art und Weise besteht. Sie besagt, daß die Form immer "unbedingt die Priesterweihe ausdrückt, oder ihre Gnade und Vollmacht, welche hauptsächlich die Vollmacht zu konsekrieren ist und den Leib und das Blut Christi aufzuopfern." 

Die "Rechtfertigung" fährt fort: "Aber wir bemerken auch ein anderes und überraschendes Missverständnis in Ihren weiteren Behauptungen, dass die besondere Bedeutung, die der Papst als wesentlich für die Priesterweihen hält, in mehreren der Formen, die das Papstamt als gültig zulässt, nicht zu finden ist." Nachdem einige dieser alten Formen, auf die die Anglikaner hingewiesen haben, besprochen wurden, fährt die "Rechtfertigung" fort: 
"Was Leo XIII. meint, ist, dass das Amt, zu welchem der Kandidal befördert wird, ganz klar bezeichnet sein muss, entweder durch seine angenommene Benennung oder durch einen ausdrücklichen Hinweis auf die Gnade und Vollmacht, die ihm angehören. (...) Noch ist so eine unterschiedliche Erklärung nicht unvernünftig, denn in der katholischen-apostolischen Kirche sind Sätze, die die Wahl ermöglichen, gleichbedeutend." 


Die Vollmacht, das Opfer darzubringen

"Die katholische Kirche hat schon immer mit dem Ausdruck Priester (sacerdos) eine Person bezeichnet, die dazu bestellt und bevollmächtigt war, das Opfer darzubringen. - Denn die wahre geschichtliche Tatsache, eine Tatsache, die sorgfältig in den letzten Ausschüssen geprüft wurde, ist die, dass kein einziger Priesterweiheritus, den die kath. Kirche angenommen hat, ohne die eine oder andere dieser wahlweisen Formen mit der bestimmten Bezeichnung ist." 

Ein weiterer Einwand der Anglikaner wird dann ins Auge gefasst: "Es ist nun vorausgesetzt, dass die Bezeichnung 'Priester' , 'Bischof angenommene Ausdrücke sind, um diejenigen zu bezeichnen, die dem Wesen nach oder in der Fülle die Opfervollmacht erhalten haben. Warum werden sie dann am Anfang dieses Briefes abgelehnt, als ob sie nicht diese Bedeutung tragen, wenn sie in Ihrem Gebet erwähnt werden? Weil Leo XIII. in seiner Bulle festgelegt hat, dass die Form 'Empfange den Heiligen Geist für das Amt und die Aufgabe eines Priesters oder Bischofs' keine Gültigkeit hat, da es sich nur noch um Namen handelt, ganz entleert jener Wirklichkeit, welche Christus einsetzte, dadurch, 
dass ein neuer Ritus eingeführt wurde, der das Sakrament der Priesterweihe leugnet und gefälscht hat und jeden Begriff von Weihe und Opfer abgelehnt hat. 

Der Papst betonte auch, dass, wenn der Ritus einer Priesterweihe zu verstehen gibt, dass die Vollmacht, das Opfer darzubringen, ausgeschlossen ist, er unbedingt wertlos ist, selbst dann, wenn er möglicherweise ausdrücklich sogar das Wort 'Priester' erwähnt. (!!!) 
Eine passende und ausreichende Form eines Sakramentes ist undenkbar, wenn sie gerade das unterdrückt, was es eindeutig bedeuten soll." 

Weitere Abschnitte der "Rechtfertigung" müssen jetzt erwähnt werden, da sie zu dem (II. Vatikanum) Ritus von 1968 eine wichtige Beziehung haben. 
"Ihre Reformatoren übernahmen zweifellos die Ausdrücke 'Priester' und 'Bischof' als bezeichnende Namen für die beiden höheren Stände Ihres Klerus wahrscheinlich, 
weil sie es nicht wagten, schon so lange eingeführte und vertraute Ausdrücke zu entfernen." - 
"Ihrem Sinn nach waren es keine eigentlichen Geistlichen, die die Vollmacht hatten zu opfern, sondern Hirten, die über ihre Herde gesetzt waren, um sie zu unterrichten, ihnen jene Sakramente zu spenden, an die sie noch glaubten, und im großen und ganzen, nur um sie zu betreuen. Sie erklärten, diese Meinung sei als diejenige der Bibel und der ersten Christenheit zu betrachten." Leo XIII. zitierend fährt die "Rechtfertigung" fort: "Es ist nichts angemessener als die Umstände zu erwägen, durch welche es zustande kam und öffentlich genehmigt wurde. Den Zusammenhang zwischen Glauben und Gottesdienst klar erkennend, zwischen dem Gesetz des Glaubens und dem des Gebetes, und unter dem Vorwand zur ursprünglichen Form zurückzukehren - (dieses gleiche Argument wurde auf dem Vatikanum II benutzt) - verfälschten sie vielfach die liturgische Ordnung, um sich den Irrtümern der Reformatoren anzupassen. 
Aus diesem Grunde ist im ganzen Ordinarium (der Anglikaner) nicht nur keine klare Erwähnung des Opfers oder der Konsekration ... und des Darbringens des Opfers, sondern, wie wir es gerade erwähnt haben, wurde jede Spur dieser Dinge, die in den Gebeten des kath. Ritus standen, ... absichtlich entfernt und ausgemerzt. Ihr Grund für diese Auslassung war der, die kath.-apostolischen Lehren abzuschaffen, und nicht - wie Sie behaupten - die Riten zu vereinfachen." 

"Wir haben bereits über den Gebrauch des Wortes 'Priester' gesprochen und haben gezeigt, daß nichts davon im neuen (Edwardischen) Ritus nachgewiesen werden kann. 
Jedoch, wo kann sonst irgendein ein Anzeichen sein, daß die zugeteilten Gnaden irgendeinen Bezug zur Konsekration und Darbringung des Leibes und Blutes Christi haben! Nirgendwo, natürlich! Aber Ihre Behauptung scheint dahin zu führen, daß wir nicht EX SILENTIO argumentieren dürfen. 
Es müßte genügen, diesen Punkt zu beantworten, indem gesagt wird, daß zumindest die Prinzipien, gemäß derer der Heilige Stuhl urteilen muß, im Weiheritus entweder ausdrücklich oder wenigstens mit-inbegriffen sein müssen, nämlich die grundlegende Bedeutung dessen, was für die Priesterweihe wesentlich ist. Aber das Schweigen" Ihres Ordinariums ist nicht nur völlig neutral; es spricht Bände ..."


Augenfällige Auslassungen
"Und es ist auch kein Wort bezüglich der Vollmacht der Konsekration oder des Opfers erwähnt. (...) Warum gab es diese augenfällige Auslassung, wenn der Grund nicht der war, daß die Urheber dieses Weiheritus in ihrer Auffassung des Priesteramtes keinen Platz für Grundsätze finden konnten, die für einen katholischen Weiheritus wesentlich sind?" 

Als nächstes sehe man den katholischen Weiheritus an, der beseitigt wurde. 

Wir beziehen uns jetzt nicht auf den katholischen Ritus in seiner älteren und einfacheren Form, wie wir in dem Leoninischen liturgischen Handbuch finden. 

Sogar hier ist das zum Opfer wesentliche Kennzeichen der übertragenen Vollmacht nicht beiläufig erwähnt - ganz abgesehen von dem Gebrauch der Opferbezeichnung Priester und Bischof, sondern wir machen auf den katholischen Ritus aufmerksam, wie er in England und auf dem Kontinent zur Zeit der sog. 
Reformation vorgeschrieben und angewandt wurde. 

"Dieser wurde von Cranmer und seinen Kollegen bearbeitet und reformiert. Hiermit also muß Ihr überarbeiteter Ritus verglichen werden, wenn wir es wünschen, den Sinn des letzteren aus vernünftigen Prinzipien zu deuten. Daß der katholische-apostolische Ritus in seiner mittelalterlichen Beschaffenheit in reichlichem Maße Worte und Zeremonien enthielt, die den Ausdruck des Opferwesens der zu übertragenden Vollmacht klar erkennen ließen, ist allgemein so gut bekannt, dass wir es nicht zu beweisen brauchen." 

"Wir wollen uns daher damit begnügen, uns an die Übergabe der zum Opfer gehörigen Meßgeräte zu erinnern, der Bekleidung mit den Meßgewändern, die Salbung der Hände, in Verbindung mit den (verschiedenen) Ansprachen an die Kandidaten, die diese manuellen Zeremonien begleiteten (und definierten, Anm.d.Red.). 
Wir möchten betonen, daß diese augenfälligen Erklärungen bezüglich des opfernden Priesteramtes, welche zu der Zeit unbedingt uralter Brauch waren, sämtlich vom Edwardischen Ritus ausgestrichen wurden." 
Warum das? -
"Der Grund konnte nicht darin liegen, wie Sie vorzuschlagen scheinen, dass die Reformatoren zurück zum Ursprünglichen gehen wollten. (...) Es konnte auch nicht sein, um einen Ritus größter Einfachheit zu haben, da sie kurze Sätze hätten beibehalten können, so z.B.:
"Sacerdotum opert offerre, benedicere, praeesse, praedicare, conficere et baptizare"oder sie hätten sonst einen anderen kurzen Satz mit gleichem Sinn formulieren können. Es konnte auch nicht  g r u n d l o s  gewesen sein. 
Kurz gesagt: der einzige und hinreichende Grund für die Auslassung ist der, daß sie den Begriff des opfernden Priestermates abstoßend fanden, von dem sie behaupteten, daß in der Heiligen Schrift kein Auftrag darüber besteht und ihren Weiheritus von jeder Verbindung damit trennen wollten."  

"Dieses Argument wird noch dadurch bekräftigt, wenn wir vom Weiheritus selbst zu Ihrem Kommuniongottesdienst übergehen. Um es kurz zu fassen: wenn das erste Gebetbuch von Edward VI. mit dem Missale verglichen wird, können 16 Auslassungen gefunden werden, aus denen die klare Absicht zu erkennen ist, daß der Gedanke des Opfers zu eliminieren war. (...) 
Daher müssen wir nochmals die Frage stellen: 
Warum diese systematisehen Änderungen und Unterlassungen, außer, dass Eure Priester damit zu verhindern beabsichtigten, dass ihre Riten weiterhin die Gnade und Vollmacht ausdrückten, welche hauptsächlich in der Vollmacht zu konsekrieren und den Leib und das Blut Christi aufzuopfern, besteht." 

Das eigentliche Problem. 

"Aber die eigentliche Frage ist die, ob der Text Ihres Weiheritus die Priester- oder Bischofsweihe oder die jeweiligen entsprechenden Gnaden und (bestimmten) Vollmachten einer jeden endgültig klar umreißt. Eine solche endgültige Definition ist wesentlich, damit die Form vom Heiligen Stuhl als gültiger Ritus anerkannt werden kann. Und zu behaupten, daß dieser Weiheritus mit gleichem Recht und Zuständigkeit ausgelegt werden kann - als Ausdruck der Meinungen von Cranmer betreffend die Natur des Priesteramtes, und auch als derjenige von Gardiner -, ist nicht weniger als zuzugeben, daß der Ritus in seinem Sinn weit davon entfernt ist, eindeutig zu sein. Er ist doppeldeutig und nicht endgültig, und dies mit einer Zweideutigkeit, die sich so weit erstreckt, daß sie sowohl die Zustimmung wie auch die Leugnung des echten Priestertums, wie Unser Herr es eingesetzt hat, abdeckt."  



III. Der Ritus nach Vaticanum II und Papst Leo XIII.  

Laßt uns nun den neuen Ritus von 1968 oder, was genauer ist: den (Neuen)Ritus im Licht der vorausgegangenen Ausführungen der "Rechtfertigung" untersuchen und sehen, in welchem Verhältnis er zum Jahrhunderte alten Ritus der kath.-apostolischen Kirche steht. Mit anderen Worten: wir werden den selben Vergleich mit dem neuen vatikanischen Ritus der jetztigen Zeit, also unserem Zeitalter, nämlich 1968 machen, wie den, den Leo XIII. mit dem Edward-Ritus der Reformatoren des 16. Jahrhunderts machte. 

Dem Weiheritus sind während der Jahrhunderte Gebete und Zeremonien hinzugefügt worden hauptsächlich und zweifelsohne, um die Vollmacht und Gnade, welche das Sakrament bedeuten, klarer auszudrücken. 
Gemäß Leo XIII. hat es niemals irgendwelche Auslassungen gegeben ... nicht bis zur Zeit der sog. Reformatoren. Trotzdem bewahrt der neue Ritus von Paul VI. die traditionelle Form - wie im folgenden gezeigt wird -, aber sie darf nicht nur allein von der Aussage der englischen Bischöfe in der "Rechtfertigung" her betrachtet werden, wo sie warnend bezüglich von Auslassungen oder Änderungen feststellen, dass es keine geschichtliche Grundlage gibt für eine Auslassung von Gebeten und Zeremonien, wie sie früher in Gebrauch waren. 

Die englische Übersetzung der Form nach Vat. II lautet: 

"Wir bitten Dich, allmächtiger Vater, gib diesen Deinen Dienern die Würde des Priesterstandes. Erneuere in ihnen den Geist der Heiligkeit. Mögen sie durch Deine göttliche Gabe zum 2. Rang in der Hierarchie gelangen und durch rechte Lebensführung ein Beispiel sein." 
  • Dieser neue Ritus der Priesterweihe hat jedoch die folgenden Gebete des alten Ritus ausgelassen: 

"Sei es Dir, o Gott, angenehm, diese Hände durch die Salbung und unseren Segen zu weihen und zu heiligen. Amen. Damit, was immer sie segnen, gesegnet sei, was immer sie weihen, geweiht sei und geheiligt sei im Namen Unseres Herrn Jesus Christus." 
  • Wenn der Bischof dann dem Priester-Kandidaten den Kelch mit dem Wein und Wasser und die Patene mit einer daraufliegenden Hostie überreichte, sprach er folgendes Gebet: 
"Empfange die Vollmacht, Gott das Opfer darzubringen und die Messe zu zelebrieren, für die Lebenden und Verstorbenen im Namen des Herrn. Amen." 
  • An Stelle des überlieferten Gebetes zur Salbung der Hände hat der Montini-Ritus (oder der neue Ritus) folgendes: 

"Der Vater salbte Jesus Christus als Herr durch die Vollmacht des Heiligen Geistes. Möge Jesus dich würdig bewahren, das Opfer Gott darzubringen und die christliche Gemeinschaft zu heiligen.

An Stelle des ausgelassenen Gebetes 
"Empfange die Vollmacht..." (siehe oben) 
sagt der Bischof im Neuen Ritus: 
"Empfange die Gaben des Volkes, um sie Gott darzubringen. Sei dir dessen bewußt, was du tust, sei so heilig wie die Werke, die du vollziehst, und gestalte dein Leben nach dem Martyrium des Kreuzes unseres Herrn." 

Ist das die klare und endgültige Bedeutung der zu übertragenden Würde? 
Auf kernen Fall! 
Wie Leo XIII. tatsächlich in seiner Bulle sagt: 
"Wenn in einem Weiheritus die Ausschließung der Vollmacht, das Opfer darzubringen, mit inbegriffen ist (und damit meinte er das Opfer des Altares ),
so ist er unbedingt ungültig, auch dann, wenn er sogar ausdrücklich das Wort 'Priester' enthalten sollte." 

Diese absichtliche Leugnung des Meßopfers (gemeint ist das göttliche Opfer des Kreuzes und des Altares), 
welches das Wesen des katholischen-apostolischen Priesteramtes ist, zwingtjeden vernünftigen Menschen zu dem Schluss zu kommen, dass dieser neue Ritus von Montini (Papst Paul VI.) ungültig ist. 
(Das 'Opfer', das Gott dargebracht werden soll, sind die "Gaben des Volkes"! heißt es plötzlich! Dabei wäre das Opfer, Jesus Christus, das Opferlamm Gottes, ohne Makel und ohne Fehl. Anmerkung Custos-Sancto) 

Und wieder Papst Leo XIII.: "Es ist unmöglich, dass eine Form für ein Sakrament geeignet und ausreichend ist, wenn sie das unterschlägt, was seine klare Bedeutung sein soll." 



IV. Schlußfolgerungen. 

Können wir es wagen, die Worte von Papst Leo XIII. zu ignorieren, die sich auf diesen neuen vatikanischen Ritus, genauso beziehen, wie auf den anglikanischen Ritus? 

Die Bestimmungen von Papst Leo XIII., diesem Pontifex erstrecken sich über die Zeit hinaus, und alle Riten nach Vaticanum II zu annullieren. 

Papst Leo XIII. sagt: "Wenn der Ritus in der offensichtlichen Absicht, einen anderen Ritus einzuführen, der nicht von der (apostolischen) Kirche anerkannt ist, geändert ist, und denjenigen, den die Kirche benutzte, verwirft, dann fehlt nicht nur die notwendige Intention für das Sakrament (der Weihe), sondern dann ist auch eine gegenteilige und entgegengesetzte Intention vorhanden." 
...
So müssen wir auch daraus schließen, dass die neue Religion nach dem Vatikanum II nicht die kath. Religion ist!


Es besteht noch eine andere, wichtige Tatsache, um dieses zu behaupten. Denn wie die Reformatoren des 16. Jahrhunderts änderten die Reformatoren der 'konziliaren Kirche' (nach Vatikanum II) im 2o. Jahrhundert nicht nur den Weiheritus in einen häretischen Sinn, sondern auch das Messbuch - welches zu ändern, verboten war - (und dann jedes andere, der von Christus eingesetzten Sakramente). 

Wir dürfen folgendes nicht vergessen, dass Überzeugung des Glaubens durch das Gebet bewiesen ist. 
So wie wir beten, so glauben wir, und wie wir glauben, so beten wir. 

Im Vorhergehenden haben wir zusammen die neuen vatikanischen Weiheriten untersucht und festgestellt, daß jede Beziehung zum Messopfer beseitigt wurde. 
Aber die Tatsache besteht, dass Priester und Opfer untrennbar sind. 

Wenn ein Priester nicht das göttliche Opfer darbringt, ist er ein unbrauchbarer Priester, und wenn er 'falsch' 'geweiht' wurde, und nicht diese Vollmacht empfangen hat, ist er kein Priester Christi. Das hat uns Papst Leo XIII. eindeutig bewiesen. 

Es besteht kein Zweifel nach dieser gemeinsame Untersuchung über den neuen vatikanischen Weiheritus im Vergleich mit dem Urteil eines rechtmäßigen Vertreters Christi, und wir haben gefunden, dass jede Beziehung zum Messopfer entfernt (beseitigt) wurde. 
Die sich direkt aufdrängende Frage ist: Warum, warum?? Warum diese Eliminierung? 

Katholische Christen können keinen Anteil an dieser ungültigen neuen vatikanischen Liturgie haben, welche die Opferung des Kreuzesopfers am Opferaltar verbietet und an ihre Stelle eine Parodie des makellosen Opfers setzt. Katholiken können mit den Männern des II. Vatikanums, die vorgeben, Priester zu sein, während sie die Vollmacht des Priestertums Christi nicht besitzen, nichts zu schaffen haben. Auch können katholische Christen mit wahren Priestern, die sich willentlich den neuen vatikanischen Auslassungen unterwerfen, nichts zu tun haben. 
Jedoch müssen wir für diese Art von Priester beten, wegen ihres furchtbaren Verbrechens, so viele katholische Christen zu betrügen, nämlich um die Wahrheit über das, was heute innerhalb der kath. Kirche durch die Unterdrückungen und den Betrug (durch das II. Vaticanum) vor sich geht. 

Anmerkung: 

Man überlege, wo wir heilsgeschichtlich stehen: ........
Man meditiere das einmal durch! 

Quelle:
Auszüge aus einem Schreiben von Eugene A. W. Howson (übers. v. Gladys Resch) 
und Herr Heller




Was sagt eigentlich Weihbischof Richard Williamson dazu?


Bischof Williamsons Eleison Kommentare,
Nummer CCCLIV (354)
Sollten Priester, welche im neuen Weiheritus von 1972 geweiht worden sind, im alten und sicher gültigen Weiheritus bedingt nachgeweiht werden? Die katholische Glaubenslehre über die Gültigkeit der hl. Sakramente ist zwar eindeutig, aber die sakramentalen Riten der Neukirche sind anscheinend so entworfen worden, daß sie schrittweise zur Ungültigkeit führen (siehe EC 121 vom 31. Oktober 2009). Das Problem liegt nun im „schrittweise“. Denn wie weit gediehen ist dieser schrittweise Prozeß in einem bestimmten Fall? Wahrscheinlich kennt nur Gott allein die Antwort. Beginnen wir also mit der eindeutigen Glaubenslehre.
Ein katholisches Sakrament beinhaltet fünf Elemente: Spender, Intention, Materie und Form sind für die sakramentale Gültigkeit wesentlich, während der die Form umgebende Ritus für die Gültigkeit wichtig sein kann wegen des sofortigen oder eben schrittweisenEinflusses auf die, d.h. Absicht, des Spenders. Bei der Priesterweihe muß der Spender ein gültig geweihter Bischof sein; die Intention ist seine sakramentale (nicht seine moralische) Intention, also das zu tun, was die Kirche tut; die Materie besteht darin, daß er beide Hände auf den Kopf des zu weihenden Mannes legt (weswegen ein weiblicher Kandidat nicht gültig zum Priestertum Christi geweiht werden kann); die Form ist die entscheidende Formel oder Reihe von Wörtern des Ritus, welche die Verleihung des Priestertums zum Ausdruck bringen; und der Ritus besteht in allen anderen, diese Form umgebenden Wörtern, welche im zeremoniellen Weiheritus vorgeschrieben sind.
Im neuen Weiheritus besteht bei der Materie, so der Spender beide Hände auf den Kopf des Weihekandidaten legt, noch kein Problem. Auch ist die lateinische Form des neuen Ritus sogar stärker als in der alten lateinischen Form (wegen „et“ anstatt „ut“), doch müssen die jeweiligen landessprachlichen Übersetzungen überprüft werden, ob sie die Gnade des Priestertums klar zum Ausdrucken bringen. Die meisten Übersetzungen tun das gewiß. Doch wegen der schrittweisen Aushöhlung der katholischen Intention durch die unkatholischen neuen Riten beginnen die wahren Gültigkeitsprobleme beim Spender und seiner Intention.
Zuerst die Intention: gewiß mag jeder Bischof, welcher heute im neuen Ritus einen Priester weiht, die Intention haben das zu tun, was die heutige Kirche tut. Schön und gut, aber was bedeutet dies in seinem Kopf? Was ist in der Neukirche ein Priester? Wird denn nicht der Priester von gestern als Erneuerer des Kreuzesopfers von Golgotha durch die Realpräsenz heutzutage langsam aber sicher durch den „Koordinator einer eucharistischen Jause“ ersetzt? Wie weit ist dieser Prozeß in den jeweiligen Diözesen der Welt bereits fortgeschritten? Hat dieser oder jener Bischof beim Abschnitt „... das, was die Kirche tut“ nun einen Opfer-Darbringer oder einen Jausen-Zubereiter im Kopf gehabt? Zwar mag der weihende Bischof durch sein äußerliches Verhalten seine wahre Intention anzeigen, doch nur Gott allein weiß es genau. So legen mit Sicherheit viele Zelebrationen des neuen Meßritus heute nahe, daß ein Jausen-Zubereiter gemeint ist, und der die Form umgebende neue Weiheritus hilft durch seine stark verminderten katholischen Inhalte, schrittweise die sakramentale Intention eines weihenden Bischofs zu untergraben.
Dann der Spender: falls der weihende Bischof selber durch einen neuen Weiheritus zum Bischof geweiht worden war – selbst wenn wir einmal annehmen, daß die Doppeldeutigkeit der neuen Weiheform durch die sofort folgenden Worte aufgehoben sein würde –, so müssen dennoch die vorhin angeführten Zweifel ob der Intention des weihenden Bischofs aufkommen: hat er in Erwägung gezogen und hat er daher als Intention, daß die heutige Kirche einen Priester als Opfer-Darbringer oder einen Jausen-Ausrichter weiht? Oft ist die Antwort auf solche Fragen nicht eindeutig.
Kurzum, wäre ich Papst, so würde ich möglicherweise verlangen, daß alle im „erneuerten“ Weiheritus geweihten Priester und Bischöfe im alten Ritus bedingt nachgeweiht werden. Nicht weil ich denke, daß keiner von ihnen gültiger Priester oder Bischof sei, nein gar nicht; sondern weil es um die hl. Sakramente geht, wo jeder ernsthafte Zweifel ausgeräumt sein muß. Die Methode der Nachweihe ist der einfachste Weg, jeden möglichen Zweifel zu beseitigen. Jedwegliche neukirchliche Verrottung der Sakramente müßte ein Ende finden.
Kyrie eleison.

Soll ein Neukirchen-Priester bedingt nachgeweiht werden oder nicht? Ob der stufenweisen Neukirchen-Verrottung liegt die Antwort im Zwielicht.
[10. Mai 2014]








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