Trotz Papst Franziskus Euphorie, die meisten Kirchenaustritte!

Georg Gänswein, war der Privatsekretär vom früheren Papst Benedikt XVI.

 " 2013 war ein regelrechtes Franziskusjahr. Im gleichen Jahr aber waren die Zahlen der Kirchenaustritte in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Wie passt das zusammen? " 
Mehr dazu siehe Interview

Zeitgleich zur Korea-Reise von Papst Franziskus hat sich Kurienerzbischof 
Georg Gänswein über ein Franziskus Jahr geäußert! 


Der "Augsburger Allgemeinen" sagte Gänswein, 2013 sei ein regelrechtes "Franziskusjahr" gewesen: "Die Menschen haben sehr schnell Feuer gefangen." Dabei hätten die Medien kräftig mitgeholfen. Im gleichen Jahr seien jedoch die Kirchenaustritte in Deutschland sehr hoch gewesen. Die Begeisterung für den Papst müsse deshalb auch etwas für den eigenen Glauben abwerfen, zur Glaubensvertiefung führen. "Sonst wird die Euphorie in der Tat bald Schnee von gestern sein", so der Erzbischof.
Er bescheinigte Deutschland eine "wirklich Glaubenskrise". Sie sei die eigentliche Ursache für die Vertrauenskrise der Kirche, in der auch die Debatte um die Vorgänge in Limburg oder der Missbrauchsskandal eine Rolle spielten. "Ziel aller Anstrengungen muss sein, die Glaubensglut in den Herzen der Menschen neu zu entfachen", betonte Gänswein. 
Quelle: K N A


EIN AKTUELLES INTERVIEW


In den Medien werden Sie nicht selten als der „George Clooney des Vatikans“, oder gar als der schönste Mann der katholischen Kirche bezeichnet. Freut Sie das oder nervt Sie das?

Gänswein: Anfangs war ich leicht irritiert, es hat mir natürlich auch etwas geschmeichelt, aber so nach und nach ging es mir ganz einfach auf die Nerven. Ich bin ja nicht die Summe bloßer Äußerlichkeiten. Inzwischen ist es auf diesem Feld ruhiger geworden; und das ist auch gut so.

Sie sind seit 19 Jahren in Rom. Zieht es Sie nach Deutschland zurück, um dort an herausragender Stelle eine Aufgabe zu übernehmen?
Gänswein: Ich habe in meinem bisherigen priesterlichen Leben nie eine bestimmte Aufgabe oder einen konkreten Posten gesucht. Sie wurden mir zugewiesen. Das gilt auch für die Zukunft. Ich nehme die Aufgabe an, die die Kirche mir überträgt. Darin sehe ich den Willen Gottes. Klingt einfach, ist es auch.


Wäre ein Wechsel in die badische Heimat eine Option gewesen?
Gänswein: Es gilt, was ich eben gesagt habe. Man bewirbt sich nicht auf einen Bischofsstuhl. Darüber hinaus hat meine Heimatdiözese inzwischen einen neuen Erzbischof erhalten.
Sie waren persönlicher Sekretär von Papst Benedikt XVI. Sie sind Präfekt des Päpstlichen Hauses, aber die Nähe zum neuen Papst ist nicht mehr so groß. Ist Ihnen die Umstellung schwer gefallen? 

Worin liegt der Unterschied zwischen alter und neuer Rolle?
Gänswein: Die Umstellung fiel mir am Anfang schon schwer; sie war vor allem mit dem Aufgabenwechsel verbunden: Privatsekretär des Papstes ist eines, Präfekt des Päpstlichen Hauses ein anderes. Das sind zwei sehr unterschiedliche Tätigkeitsfelder. Ich musste mich in diese neue Herausforderung erst einarbeiten und mich auch an den Stil von Papst Franziskus gewöhnen. Das brauchte Zeit und Geduld. Inzwischen habe ich mich mit der Aufgabe gut zurechtgefunden. Darüber hinaus stehe ich weiterhin dem emeritierten Papst Benedikt als Privatsekretär zur Seite. 
Ich versuche, beide Aufgaben unter einen Hut zu bringen.

Papst Franziskus hat seine erste Asienreise angetreten – ohne Sie.
Gänswein: Ich bin deshalb nicht dabei, weil Auslandsreisen nicht von der Präfektur des Päpstlichen Hauses vorbereitet werden, sondern von einem anderen vatikanischen Organ. Anders ist es bei den Reisen im Inland, in Italien. Diese Reisen bereiten wir vor, und da begleite ich den Papst natürlich auch.

Wenn in Deutschland über die Katholische Kirche gesprochen wird, dann ist häufig auch von Vertrauenskrise die Rede, verbunden beispielsweise mit den Debatten um den früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, den Missbrauchsskandal, das Zölibat, den Ausschluss von wiederverheirateten Geschiedenen von der Kommunion. Wie kann die Kirche Vertrauen zurückgewinnen?
Gänswein: Die von Ihnen genannten Beispiele spielen sicherlich hinein in das, was Sie Vertrauenskrise nennen. Es könnten noch weitere Beispiele angefügt werden. Allerdings bin ich überzeugt, dass die tieferen, die eigentlichen Ursachen für die Vertrauenskrise nicht an den genannten Beispielen festgemacht werden können. Es handelt sich vielmehr um eine wirkliche Glaubenskrise. Die Glaubwürdigkeit des Evangeliums steht auf dem Spiel. Es geht um die Substanz unseres Glaubens. Ziel aller Anstrengungen muss sein, die Glaubensglut in den Herzen der Menschen neu zu entfachen.

Das Stichwort Glaubensglut mag einem ja durchaus in den Sinn kommen, wenn man die Euphorie betrachtet, die Papst Franziskus auch in Deutschland ausgelöst hat. Befürchten Sie, dass diese Euphorie bald nachlassen könnte?
Gänswein: Papst Franziskus hat in der Tat einen wahren Enthusiasmus entfacht. Die Menschen haben sehr schnell Feuer gefangen. Das ist gut, das ist erfreulich. Die Medien haben dabei natürlich kräftig mitgeholfen. 2013 war ein regelrechtes Franziskusjahr. 
Im gleichen Jahr aber waren die Zahlen der Kirchenaustritte in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Wie passt das zusammen? 
Die Begeisterung für den Papst sollte für den eigenen Glauben etwas abwerfen, sie sollte zur Glaubensvertiefung und Glaubensfreude führen, sonst wird die Euphorie in der Tat bald Schnee von gestern sein. 



Interview gab: Peter Bauer





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