Fest Kreuzerhöhung. Predigt des hl. Andreas von Kreta : Das Kreuz ist groß und kostbar!






Andreas von Kreta (+ 740)




Aus einer Rede zum Fest Kreuzerhöhung

Wir feiern das Fest des Kreuzes, durch das die Finsternis vertrieben und das Licht wieder heraufgeführt wurde. Wir feiern das Fest des Kreuzes und werden mit dem Gekreuzigten zur Höhe emporgehoben. Wir lassen die Erde mit der Sünde unter uns, um die höhere Welt zu besitzen.

Einen so großen Besitz hat das Kreuz geschaffen, und wer ihn erhält, hat einen großen Schatz. Was von allem Schönen dem Namen und der Wirklichkeit nach das Schönste und Kostbarste ist, das nenne ich sicher mit Recht einen Schatz: in dem, durch den auf den hin uns die ganze Summe des Heils wiederhergestellt und hinterlegt ist.

Wäre das Kreuz nicht, dann wäre Christus nicht gekreuzigt ... [mehr] . 
Gäbe es das Kreuz nicht, dann wäre das Leben nicht ans Kreuz geheftet worden. Wäre das Leben nicht ans Kreuz geheftet worden, dann hätten die Quellen der Unsterblichkeit nicht aus der Seite des Gekreuzigten Blut und Wasser fließen lassen, durch welche die Welt gereinigt wird. Der Schuldschein der Sünde wäre nicht zerrissen worden (vgl. Kol 2,14), wir hätten die Freiheit nicht erhalten, wir hätten nicht vom Baum des Lebens gekostet und das Paradies wäre nicht geöffnet worden. Wenn das Kreuz nicht wäre, wäre der Tod nicht besiegt und das Reich des Todes nicht seiner Macht beraubt worden.

Darum ist das Kreuz groß und kostbar. Groß ist es, weil es so viel Gutes geschaffen hat, umso mehr deswegen, weil die Wunder und Leiden Christi im Vollsinn der Ruhm des Kreuzes sind. Kostbar ist das Kreuz, weil es das Denkmal der Leiden Gottes ist, des freiwilligen Todesleidens, das Christus an ihm erlitt. Denkmal des Sieges, weil an ihm der Teufel verwundet und mit ihm der Tod besiegt wurde. Zerschmettert wurden die Riegel der Unterwelt und das Kreuz aufgerichtet zum Heil der Welt.

Das Kreuz bezeichnet die Herrlichkeit Christi und seine Erhöhung. Es ist der ersehnte Kelch und die Vollendung der Leiden, die Christus für uns getragen hat. Es ist die Herrlichkeit Christi: denn höre, was er sagt: „Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht, und er wird ihn bald verherrlichen.“ (Joh 13,31) Wiederum: „Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.“ (Joh 17,5) Und abermals: „Vater, verherrliche deinen Namen Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen.“ (Joh 12,28 ) Damit meinte er die Herrlichkeit, die am Kreuz ihren Ursprung nahm. Das Kreuz ist die Erhöhung Christi; vernimm, was er selber sagt: „Wenn ich über der Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen.“ (Joh 12,32). Du siehst: das Kreuz ist Herrlichkeit und Erhöhung Christi.



Predigt von Pater Hewko - SSPX Marian Corps








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