Wir feiern heute die Geburt der Gottesmutter Maria!

Ave Stella Matutina, ora pro nobis
Das unbefleckte Kind.
Maria die Gottesmutter


Predigt des Hl. Andreas von Kreta [mehr].
Die heutige Feier ist der Beginn unserer Feste; sie ist das erste der Feste, die auf das Gesetz und die Schatten (des Alten Testamentes) zurückweisen, und zugleich das Tor zu den Festen, welche auf die Gnade und die Wahrheit hinweisen.  …  Geburtstag wird gefeiert und die Neuschöpfung des Menschengeschlechtes. Eine Jungfrau wird geboren, aufgezogen und ausgebildet, und Gott, dem Allkönig der Ewigkeiten wird eine Mutter bereitet.  …  Jede edeldenkende Seele soll sich zum Reigen einfinden, und die Natur soll die Schöpfung zu ihrer Erneuerung und Neugestaltung herbeirufen.
Die Unfruchtbaren sollen schnell herbeieilen; denn die kinderlose und unfruchtbare Anna hat ein Gotteskind bekommen: die Jungfrau! ...

Die Mütter sollen jubeln; denn die unfruchtbare Mutter hat die unversehrte Mutter und Jungfrau geboren.

Die Jungfrauen sollen sich freuen; denn die unbesäte Erde hat auf wunderbare Weise Den geboren, der, ohne sich zu ändern, aus dem Vater hervorgeht.
Die Frauen sollen selbstbewusst sein: denn die Frau, die einst Anlass zur Sünde gab, hat jetzt den Beginn der Erlösung ermöglicht, und die, die einst verurteilt wurde, ist jetzt von Gott erwählt und angenommen worden, die Mutter ohne Zeugung, die Auserwählte für den Schöpfer, die Erhebung des Menschengeschlechtes. Die ganze Schöpfung soll Lieder singen und einen Reigen bilden und ein Geschenk mitbringen, das diesem Tag würdig ist. Eine gemeinsame Feier sollen heute Himmlische und Irdische begehen, und alles, was in der Welt ist, soll sich vereinen bei dem gemeinsamen Fest. Denn heute ist des Allerschaffers erschaffener Tempel erbaut worden, und das Geschöpf wird für den Schöpfer in neuer und angemessener Weise zum göttlichen Palast bereitet. … Wir aber, Gottes Volk, eine heilige Gemeinschaft, eine geweihte Schar, wollen nach väterlicher Sitte das Fest begehen und das Geheimnis und seine Bedeutung in Ehren halten. …

Hl. Andreas von Kreta, Lobrede zu Mariae Geburt; PG 97, 805 A – 817 D


Die Tochter der Gnade
Joachim nahm die ehrwürdige und lobenswerte Anna zur Ehe. Aber wie die Anna im Alten Testament unfruchtbar war und auf Grund ihres Gebetes und göttlicher Zusage Samuel geboren hat (1Sam 1), so empfangt auch diese Anna durch ihr Flehen und auf Grund göttlicher Verheissung die Gottesgebärerin, damit sie keiner der berühmten Frauen nachstehe. So gebiert also die Gnade — denn dies heisst übersetzt Anna — die Herrin, was der Name Maria bedeutet. Sie ist wirklich Herrin geworden über alle Geschöpfe, da sie des Weltenschöpfers Mutter wurde.

Johannes von Damaskus 


Geburt der lieben Gottesmutter Maria




Andacht ist der Baum des Lebens


Aus: DAS GOLDENE BUCH - Die Wahre Andacht zu Maria, 
das Geheimnis Mariä und die Liebe zum Kreuz
vom Hl. Ludwig Maria Grignion v. Montfort. Ein marianischer Heiliger.

Möge ein jeder durch `Das Goldene Buch´, die Wundervolle und Gnadenreiche
Weihe an die liebe Gottesmutter machen, oder diese erneuern.


Erstes Kapitel: Maria und unsere Heiligung
Die Notwendigkeit der Selbstheiligung

O Seele! Lebendiges Abbild Gottes, erkauft mit dem kostbaren Blute Jesu Christi, Gott hat dir 
gegenüber den dringenden Wunsch, dass du nach seinem Vorbild heilig werdest in diesem 
Leben und glückselig im andern. Die Erlangung der Heiligkeit Gottes ist deine ständige 
Lebensaufgabe. Darauf müssen alle deine Gedanken, Worte und Werke, deine Leiden und alle 
Bestrebungen deines Lebens gerichtet sein; sonst widerstehst du Gott, indem du nicht den 
Zweck erfüllst, zu dem er dich erschaffen und bis auf diesen Augenblick erhalten hat. Welch 
erhabene Aufgabe! Der Staub soll verwandelt werden in Licht, der Schmutz in Reinheit, die 
Sünde in Heiligkeit, das Geschöpf in seinen Schöpfer und der Mensch in Gott! Welch 
wunderbares Werk! Aber ein Werk, schwierig in sich selbst und unmöglich für unsere rein 
natürlichen Kräfte. Gott allein kann dich durch seine Gnade und zwar nur durch eine 
überfließende außerordentliche Gnade zu diesem Ziele führen. Die Schöpfung der ganzen Welt 
ist ein Meisterwerk, aber nicht so groß, wie dieses Werk der Gnade. 
Mittel der Heiligung
O Seele, was wirst du tun, welches Mittel wirst du wählen, um die Höhe zu erreichen, auf die 
dich Gott beruft? Die Mittel des Heils und der Heiligung sind jedermann bekannt; im heiligen 
Evangelium sind sie verkündet, erklärt von den Lehrern des geistlichen Lebens, geübt von den 
Heiligen und notwendig für alle, welche ihre Seele retten und zur Vollkommenheit gelangen 
wollen. Es sind die Demut des Herzens, das beständige Gebet, die allseitige Abtötung, die 
Hingabe an die göttliche Vorsehung und die Gleichförmigkeit mit dem Willen Gottes.
Um aber diese Heiligungsmittel richtig zu gebrauchen, ist die Gnade Gottes unerlässlich 
notwendig, und diese wird allen Menschen mehr oder weniger reichlich verliehen. Ich sage: 89
mehr oder weniger reichlich; denn obschon Gott unendlich gütig ist, erteilt er doch nicht allen 
gleich viel Gnade, wenn er auch jedem die hinlängliche Gnade gibt, dass er selig werden kann. 
Die treue Seele vollführt mit reichlicher Gnade eine große Tat, mit weniger Gnade eine geringere 
Tat. Der Wert und die Vortrefflichkeit der Gnade, die Gott verleiht und mit der die Seele 
mitwirkt, macht den Wert und die Vortrefflichkeit unserer Werke aus. Diese Grundwahrheiten 
sind unanfechtbar. Alles kommt daher darauf an, ein leichtes Mittel zu finden, um von Gott die 
notwendige Gnade zu erlangen , heilig zu werden und dieses leichte Mittel will ich dich lehren 
und sage kurz: Um diese Gnade Gottes zu erlangen, musst du Maria suchen und finden.
Aufgabe und Vorrechte der allerseligsten Jungfrau in der göttlichen Heilsordnung 

1. Maria allein hat Gnade gefunden vor Gott und zwar für sich wie für jeden einzelnen 
Menschen. Die Patriarchen und Propheten, alle Heiligen des alten Bundes konnten diese Gnade 
nicht erlangen. 

2. Maria hat dem Urheber aller Gnaden Dasein und Leben geschenkt, und deswegen wird sie 
die Mutter der Gnade, Mater gratiæ, genannt. 

3. Gott Vater, von dem jede vollkommene Gabe und jede Gnade wie aus ihrer Quelle 
herabkommt, übergab Maria seinen Sohn und schenkte ihr damit alle seine Gnade, so dass, wie 
der hl. Bernhard sagt, in und mit dem Sohn ihr auch die Macht Gottes verliehen wurde.

4. Gott hat Maria zur Schatzmeisterin, zur Verwalterin und Ausspenderin aller seiner Gnaden 
erwählt, so dass alle seine Gnaden und Gabe durch ihre Hände gehen. Vermöge der Macht, die sie 
dazu von Gott erhielt, schenkt sie seitdem, wie der heilige Bernhard lehrt, die Gnade des ewigen 
Vaters, die Tugenden Jesu Christi und die Gaben des Heiligen Geistes, wem sie will und wie sie 
will, wann sie will und soviel sie will. 

5. Wie in der Ordnung der Natur das Kind einen Vater und eine Mutter hat, ebenso muss in 
der Ordnung der Gnade ein wahres Kind der Kirche Gott zum Vater und Maria zur Mutter haben. 
Wer sich dagegen rühmt, Gott zum Vater zu haben, aber nicht die Zärtlichkeit eines wahren 
Kindes Maria gegenüber besitzt, ist ein Betrüger, der nur den Teufel zum Vater hat. 

6. Weil Maria das Haupt der Auserwählten, welches Christus ist, gebildet hat, so kommt es 
auch ihr zu, die Glieder dieses Hauptes zu bilden, welches die wahren Christen sind. Denn eine 
Mutter bildet nicht das Haupt ohne die Glieder, noch die Glieder ohne das Haupt. Wer immer 
also ein Glied Jesu Christi sein will, der voll der Gnade und Wahrheit ist, muss in Maria gebildet 
werden, mittels der Gnade Jesu Christi, deren Fülle in ihr wohnt, um in Fülle den Gliedern Jesu 
Christi und ihren wahren Kindern mitgeteilt zu werden.

7. Weil der Hl. Geist Maria zur Braut gewählt und in ihr und durch sie und aus ihr jene 
Meisterwerk, Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, hervorgebracht und sie seitdem nie 
verlassen hat, so fährt er auch fort, Tag für Tag, zwar geheimnisvoll, aber doch wahrhaft in ihr 
und durch sie die Auserwählten hervorzubringen. 

8. Maria hat von Gott eine besondere Macht über die Seelen erhalten, um sie zu nähren und in 
Gott großzuziehen. Der hl. Augustinus sagt sogar, dass in dieser Welt die Auserwählten alle im 
Schoß Mariä eingeschlossen sind, und dass sie gewissermaßen erst dann zur Welt kommen, 
wenn diese gute Mutter sie zum ewigen Leben wiedergebiert. Wie demnach das Kind alle seine 
Nahrung von der Mutter erhält, die sie ihm seinem Bedürfnis entsprechend, darreicht, ebenso 
wird den Auserwählten alle ihre Nahrung und Kraft von Maria zu teil. 

9. Zu Maria hat Gott Vater gesagt: In Jacob inhabita: Meine Tochter, nimm Wohnung in Jakob, 
d.h. in meinen Auserwählten, welche in Jakob ihr Vorbild haben. – Zu Maria sprach Gott der 
Sohn: In Israel hæreditare: Teure Mutter, in Israel, d.h. in den Auserwählten, habe dein Erbe. Der 
Heilige Geist endlich forderte Maria auf: In electis meis mitte radices: Geliebte Braut, in meinen 
Auserwählten sollst du Wurzel schlagen. Wer daher auserwählt und zum ewigen Leben 
bestimmt ist, in dessen Seele wohnt die allerseligste Jungfrau5 und schlägt in ihm Wurzel, aus 
der die tiefste Demut, die feurigste Liebe und alle anderen Tugenden hervorsprossen. 
Wie bildet Maria Jesus in uns?

Maria wird vom hl. Augustinus die lebendige Form Gottes genannt, forma Dei, weil in ihr 
allein der Gottmensch gebildet wurde, ohne dass ihm ein einziger Zug der Gottheit und der 
Menschheit fehlte. In ihr allein kann daher auch der Mensch durch die Gnade Jesu Christi 
naturgetreu zu einem gottähnlichen Geschöpf gebildet werden, soweit die menschliche Natur 
dazu fähig ist.

Ein Bildhauer kann eine Figur oder ein Bildnis auf zweifache Weise naturgetreu zustande 
bringen: Entweder meißelt er das Bildnis aus einer harten, gestaltlosen Masse, indem er all seine 
Geschicklichkeit und sein Wissen aufbietet und die besten Werkzeuge benützt, oder aber er 
gießt es in eine Form. Die erste Arbeit ist langwierig, schwer und vielen Zufälligkeiten 
unterworfen; oft kann ein einziger misslungener Schlag mit dem Meißel oder Hammer die ganze 
Arbeit verderben. Die zweite Art geht schnell, leicht, sanft und ohne besondere Mühe von 
statten, wenn nur die Form genau und naturgetreu darstellt, und die Materie, derer er sich 
bedient, ganz flüssig ist und sich widerstandslos ergießt.


Maria ist die erhabene Form Gottes, die vom Heiligen Geiste bereitet wurde, um in ihr den 
Gottmenschen durch die Vereinigung der göttlichen und menschlichen Natur in der einen 
Person des Sohnes Gottes naturgetreu zu bilden. Diesem Modell fehlt wahrlich kein Zug des 
Göttlichen. Wer sich daher jener Form anpasst und widerstandslos in ihr bilden lässt, nimmt alle 
Züge Jesu Christi an und zwar auf eine leichte und angenehme Weise, die der menschlichen 
Schwäche entspricht. Ohne großen Kampf und ohne drückende Beschwerde wird er Christus 
ähnlich werden, wobei auch jede Gefahr einer Täuschung ausgeschlossen ist, da der Teufel zu 
Maria keinen Zutritt hat und niemals haben wird. O, welch ein Unterschied zwischen einer Seele, 
die, wie ein Bildhauer auf ihre eigene Kraft angewiesen, sich mühsam in Christus umzuwandeln 
sucht, – und einer lenksamen, losgeschälten, selbstlosen Seele, welche, ohne auf sich zu 
vertrauen, sich ganz in Maria verliert und dort von der Hand des Heiligen Geistes bilden lässt!
Ach, wie viele Flecken und Mängel, wie viel Verblendung und Selbsttäuschung, wie viel 
Natürliches und Menschliches haftet so leicht der ersten Seele an; wie sicher, wie schnell, wie 
mühelos gelangt die andere zur Ähnlichkeit mit Christus!

Es gibt kein Geschöpf und wird nie ein solches geben, in welchem Gott mehr verherrlicht wird 
als in der heiligsten Jungfrau Maria; selbst die Cherubim und die Seraphim im Himmel nehme ich 
nicht davon aus. Maria ist das Paradies Gottes, seine geheimnisvolle Welt, in die der Sohn Gottes 
eintrat, um in ihr Wunder seiner Allmacht und Weisheit zu wirken, um sie unversehrt zu 
erhalten und sich ewig in ihr zu gefallen. Gott schuf eine Welt für den pilgernden Menschen, 
nämlich die Erde, die wir bewohnen, und eine Welt für den seligen Menschen, das himmlische 
Paradies. Für sich selbst schuf er eine andere Welt, der er den Namen Maria gab, unbekannt fast 
allen Sterblichen hienieden, unbegreiflich selbst den Engeln und Heiligen des Himmels. 


Überwältigt von Staunen, Gottes Herrlichkeit und Majestät in Maria verborgen zu sehen, rufen 
sie unaufhörlich bewundernd und jauchzend vor Freude: Heilig, Heilig, Heilig.
Glücklich, tausendmal glücklich hienieden die Seele, welcher der Heilige Geist das Geheimnis 
Mariä offenbart und diesen verschlossenen Garten öffnet, die er hinzutreten lässt zu diesem 
versiegelten Quell, um aus ihm die lebendigen Wasser der Gnade zu schöpfen und in vollen 
Zügen zu trinken! 

In Maria, diesem liebenswürdigsten Geschöpfe, findet eine solche Seele keine 
irdischen Schwächen, keine menschlichen Gebrechen. Gott allein wohnt in ihr, unendlich heilig 
und erhaben, aber auch unendlich herablassend und gnädig. Weil Gott überall ist, so kann man 
ihn auch überall finden, selbst in der Hölle offenbart er seine Macht und Gerechtigkeit. Aber 
keinen Ort gibt es, wo er sich dem Menschen mehr nähert, sich herablassender seiner Schwäche 
anpasst und sich klarer offenbart als in Maria, in die er zu diesem Zwecke hinabgestiegen ist. 
Überall sonst bietet er sich dar als das Brot der Starken und der Engel, in Maria aber als das Brot 
der Kinder. 

Man glaube deshalb nicht, wie manche Aufgeklärte, Maria sei als Geschöpf ein Hindernis für 
die Vereinigung mit dem Schöpfer; nicht Maria ist es mehr, die da lebt und uns das Leben bringt, 
sondern Jesus Christus, Gott allein, der in ihr lebt und in ihr wirkt. Ihre eigene Umwandlung in 
Gott übersteigt unendlich die innere Umgestaltung des hl. Paulus und anderer Heiligen, ja mehr, 
als der Himmel die Erde überragt. Maria ist nur für Gott erschaffen. Weit entfernt, eine Seele, die 
sich ihr anvertraut, für sich zu behalten, sucht sie diese vielmehr in Gott zu versenken und mit 
ihm um so vollkommener zu vereinigen, je mehr sie sich mit ihr vereinigt hat. Maria ist das 
wunderbare Echo Gottes, aus welchem nur „Gott“ zurückhallt, wenn man „Maria“ ruft, welches 
nur Gott verherrlicht, wenn man Maria mit den Worten der heiligen Elisabeth selig preist. Wenn 
jene sogenannten Aufgeklärten, die der Satan selbst bei ihren Gebeten betört, Maria gefunden 
hätten und durch Maria Jesus und durch Jesus Gott, wären sie nicht so tief gefallen. Hat man erst 
einmal Maria gefunden und durch Maria Jesus und durch Jesus Gott den Vater, so hat man alle 
Güter zugleich gewonnen, wie die Heiligen erklären. Mit Absicht sage ich: „alle“ Güter, denn 
nichts ist ausgenommen, alle Gnade und Freundschaft bei Gott, alle Sicherheit gegen die Feinde 
Gottes, alle Wahrheit gegen die Lüge, alle Kraft, um die Schwierigkeiten des Heils leicht zu 
überwinden, alle Süßigkeiten und Freude in den Bitterkeiten des Lebens. 

Damit soll nicht gesagt sein, dass jeder, der Maria durch wahre Andacht gefunden hat, frei sei 
von Kreuz und Leiden. Keineswegs, er ist von Leiden sogar oft mehr heimgesucht, als irgendein 
anderer; denn Maria schenkt, als Mutter der Lebendigen, ihren Kindern Anteil am Baume des 
Lebens, welcher das Kreuz Jesu Christi ist. Aber indem sie ihnen gute Kreuze zubereitet, 
verschafft sie ihnen auch die Gnade, sie geduldig und sogar freudig zu tragen. Daher sind die 
Kreuze, welche sie ihnen gibt, mehr süß als bitter. Wenn sie vielleicht auch eine Zeit lang die 
Bitterkeit des Kelches fühlen, den man notwendig trinken muss, um ein Freund Gottes zu sein, so 
ermutigt der Trost und die Freude, welche Maria der Traurigkeit folgen lässt, diese Seelen, 
bereitwillig noch schwerere und drückendere Kreuze zu tragen.

Die Schwierigkeit unseres Geheimnisses besteht hauptsächlich darin, zu wissen, wie man die 
allerseligste Jungfrau wahrhaft findet, um mit ihr auch jede Gnade in überreichem Maße zu 
empfangen. Gott, als unumschränkter Herr, könnte uns zwar aus eigener Kraft alles mitteilen, 
was er uns jetzt nur durch Maria zukommen lässt. Oft genug tut er es auch selbst, was 
keineswegs geleugnet werden darf. Nach der Ordnung jedoch, welche die göttliche Weisheit 
festgesetzt hat, teilt er seine Gnaden gewöhnlich nur durch Maria mit, wie der hl. Thomas sagt. 
Man muss eben, um zu ihm emporzusteigen und sich mit ihm zu vereinigen, dasselbe Mittel 92
gebrauchen, dessen er sich bediente, um zu uns herabzusteigen, Mensch zu werden und uns 
seine Gnaden mitzuteilen; und dieses Mittel ist die allerseligste Jungfrau Maria.
Zweites Kapitel: Die vollkommene Andacht zur allerseligsten Jungfrau: 
Die Ganzhingabe
Es gibt mehrere Arten wahrer Andacht zur Mutter Gottes; von den falschen Andachten will 
ich hier gar nicht reden. 
  • Die erste Art besteht darin, die Pflichten eines Christen gewissenhaft zu erfüllen, indem man die Todsünde meidet, mehr aus Liebe als aus Furcht handelt, von Zeit zu Zeit zur allerseligsten Jungfrau betet und sie als Mutter Gottes verehrt, ohne dass man sonst eine besondere Andacht zu ihr hegt.


  • Die zweite Art Andacht besteht darin, der allerseligsten Jungfrau vollkommenere Gesinnungen der Achtung, der Liebe, des Vertrauens und der Verehrung entgegenzubringen und diese Tugenden zu pflegen. So fühlt man sich z.B. veranlasst, den Rosenkranz- und Skapulierbruderschaften beizutreten, Altäre Mariä zu verehren, ihr Lob zu verkünden und sich in ihre Kongregationen aufnehmen zu lassen. Hütet man sich dabei vor der Sünde, so ist diese Andacht gewiss gut, heilig und löblich; aber sie ist doch nicht so vollkommen und so geeignet, die Seelen von den Geschöpfen abzuziehen und sie von sich selbst loszuschälen, um mit Jesus vereinigt zu leben, wie die folgende. 


  • Diese dritte Andacht, welche nur von wenigen gekannt und von noch wenigeren geübt wird, will ich euch, auserwählte Seelen, jetzt offenbaren! Sie besteht darin, sich in der Eigenschaft eines Liebessklaven Mariä zu weihen, um durch sie Jesus ganz anzugehören, und alles mit Maria, in Maria, durch Maria und für Maria zu tun. Ich will diese Worte ausführlicher erklären. Wer sich zu dieser Andacht entschließen will, muss zunächst einen bestimmten Tag dafür wählen, um sich freiwillig, ohne Zwang, aus Liebe, ganz und ohne Rückhalt der Mutter Gottes und durch sie dem Heilande zu schenken und zu opfern. Man weiht ihr nämlich seinen Leib und seine Seele, seine äußeren Güter, wie Haus, Familie und Einkünfte, seine inneren seelischen Güter, seine Verdienste, Gnaden und Genugtuungen.

Es ist zu beachten, dass man bei dieser Andacht das Teuerste, was die Seele besitzt, durch die 
Hände Mariä Jesus aufopfert. Nicht einmal in einem religiösen Orden wird dies verlangt, nämlich 
auf das Verfügungsrecht über den Wert seiner Gebete, Almosen, Abtötungen und 
Genugtuungswerke zu verzichten. Alle Rechte hierüber überlässt man bei dieser Andacht der 
allerseligsten Jungfrau, die alles nach ihrem Wohlgefallen zur größeren Ehre Gottes verwenden 
kann, die ihr am besten bekannt ist.

Man stellt ihr den ganzen genugtuenden und erlangenden Wert seiner guten Werke anheim, 
so dass man, auch ohne ein Gelübde zu machen, nach dieser Hingabe nicht mehr als Herr über 
das Gute schalten und walten kann, das man getan hat. 
Die allerseligste Jungfrau kann es nach ihrem Gutdünken einer armen Seele des 
Fegfeuers zuwenden, um sie zu trösten oder zu befreien, oder einem armen Sünder, 
um ihn zu bekehren usw.

Durch diese Andacht legt man ferner seine Verdienste in die Hände der Mutter Gottes, aber 
nur damit sie dieselben bewahre, vermehre und verschönere. Denn die Verdienste der 
heiligmachenden Gnade und der Glorie können anderen nicht mitgeteilt werden. 

Nur die erlangenden und genugtuenden Werte unserer Gebete und guten Werke kann
sie austeilen und zuwenden, wem sie will. Wenn wir nach erfolgter Weihe an die 
allerseligste Jungfrau einer armen Seele im Fegfeuer Erleichterung oder einem
Sünder Bekehrung oder sonst jemandem von unseren Verwandten und Freunden durch
unsere Gebete, Almosen Abtötungen und Opfer Hilfe 
verschaffen wollen, müssen wir Maria demütig darum bitten und mit dem zufrieden sein, 
was sie beschließt. Wir können, auch wenn wir darüber in Unkenntnis bleiben, 
überzeugt sein, dass der Wert unserer guten Werke ganz sicher zur größeren 
Ehre Gottes verwendet wird, da ja dieselbe Hand darüber verfügt, 
deren sich selbst Gott zur Austeilung seiner Gnaden und Geschenke an uns bedient.

Ich sagte soeben, diese Andacht bestehe darin, dass wir uns Maria in der Eigenschaft eines 
Sklaven hingeben, was manchem zuerst hart klingen mag. Es ist aber dabei zu bedenken, dass es 
drei Arten von Knechtschaft gibt. Da gibt es zunächst eine Knechtschaft von Natur; alle 
Menschen, die guten und bösen, sind in dieser Art Knechte oder Sklaven Gottes. – Die zweite Art 
ist Knechtschaft aus Zwang; so sind die Teufel und die Verdammten Sklaven Gottes. – Die dritte 
Art ist schließlich die Knechtschaft aus Liebe und freiem Willen und das ist diejenige, welche ich 
hier meine. Durch sie weihen wir uns Gott durch Maria auf die vollkommenste Weise, die einem 
Geschöpf möglich ist, um sich seinem Schöpfer hinzugeben. 

Um dies besser zu verstehen, ist noch zu beachten, dass zwischen einem Diener und einem 
Sklaven ein großer Unterschied besteht6. Der Diener beansprucht Lohn für seinen Dienst, auf 
den der Sklave zu verzichten hat. Dem Diener steht es frei, seinen Herrn zu verlassen, wann er 
will, er dient ihm nur für bestimmte Zeit; der Sklave kann seinen Herrn aber nie verlassen, er 
gehört ihm für immer an. Dem Diener gegenüber besitzt der Herr nicht das Recht über Leben 
und Tod; der Sklave gehört aber dem Herrn mit seiner ganzen Person, so dass sein Herr ihn 
töten lassen könnte, ohne von der weltlichen Gerechtigkeit gestraft zu werden. Man ersieht 
daraus leicht, dass der Sklave in vollkommener Abhängigkeit von seinem Herrn steht, wie es 
eigentlich für einen Menschen nur seinem Schöpfer gegenüber der Fall sein dürfte und soll. 
Deshalb halten sich Christen nie solche Sklaven; nur bei den Türken und Götzendienern ist diese 
Art von Sklaverei gebräuchlich. Glücklich und tausendmal glücklich aber die hochherzige Seele, 
welche sich gänzlich Jesu und Maria in der Eigenschaft eines Sklaven aus Liebe weiht, nachdem 
sie durch die Taufe die tyrannische Knechtschaft des Satans abgeschüttelt hat. 


Vorteile dieser Weihe
Viel Erleuchtung von oben hätte ich nötig, um die Vortrefflichkeit dieser Übung vollständig zu 
beschreiben. Ich will nur kurz sagen: 

1. Sich in dieser Weise Jesus durch die Hände der allerseligsten Jungfrau als Leibeigener 
weihen, heißt Gott den Vater nachahmen, welcher seinen Sohn uns nur durch Maria gegeben hat 
und seine Gnaden uns nur durch Maria mitteilt. Auch Gott den Sohn ahmen wir nach, der nur 
durch Maria zu uns kam, und uns durch sein Beispiel auffordert, auf dem Wege durch Maria zu 
ihm zu kommen. Schließlich folgen wir auch dem Heiligen Geist, der seine Gnaden und Gaben 
uns nur durch Maria zuerteilt. Ist es da nicht gerecht, sagt der hl. Bernhard, dass die Gnade durch 
denselben Kanal zu ihrem Urheber zurückfließe, durch den sie zu uns gekommen ist?

2. In dieser Weise durch Maria zu Jesus gehen, heißt wahrhaft Jesus Christus ehren. Denn 
dadurch zeigen wir, dass wir uns wegen unserer Sünden nicht für würdig halten, seiner 
unendlichen Majestät unmittelbar und durch uns selbst zu nahen, und dass wir Maria, seine 
heilige Mutter, nötig haben, damit sie unsere Fürsprecherin und Mittlerin bei ihm sei, der 
wiederum unser Mittler beim Vater ist. Das heißt zugleich, sich ihm als unserm Mittler und 
Bruder nahen und sich vor ihm erniedrigen als vor unserem Gott und Richter, oder mit einem 
Worte, das heißt Demut üben, welche Gottes Herz stets entzückt.

3. Wer sich so Jesus durch Maria weiht, legt seine guten Handlungen in die Hände Mariä. 
Denn trotz ihres guten Scheines sind unsere Werke sehr oft befleckt und unwürdig der Annahme 
von Seiten Gottes, vor dem selbst die Sterne nicht rein erscheinen. Ach, bitten wir diese gute 
Mutter und Herrin, dass sie das armselige Geschenk unserer Handlungen reinige, heilige und
verschönere, um es Gottes würdig zu machen. Alle Früchte unserer guten Werke sind vor Gott 
minderwertiger und weniger geeignet, uns seine Freundschaft und Gnade zu erwerben, als wenn 
ein armer Bauer seinem König die Pacht für sein Landgut mit einem wurmstichigen Apfel 
bezahlen wollte. Was würde dieser arme Mann wohl tun, wenn er verständig und bei der 
Königin in Gunst wäre? Würde er ihr nicht seinen Apfel geben, und würde nicht die Königin 
ihrerseits aus Güte gegen den Armen und aus Ehrerbietung vor dem König vom Apfel das 
Wurmstichige und Verdorbene entfernen, ihm zwischen Blumen auf einen goldenen Teller legen, 
um ihn so selbst dem König zu überreichen? Und könnte dann der König ihn anders als mit 
Freuden aus der Hand der Königin annehmen, welche diesem Landmann wohl will und 
Fürsprache für ihn einlegt? Modicum quid offerre desideras? 
Manibus Mariæ tradere cura, si non vis sustinere repulsam, „wenn du eine geringe Gabe
Gott darzubringen wünschest, so übergib sie den Händen Mariä, 
wenn du nicht eine Zurückweisung erfahren willst“, sagt der hl. Bernhard. 

Ach Gott! Wie gering ist doch alles, was wir tun! Aber legen wir nur alles mittelst dieser Andacht 
in die Hände Mariä. Wenn wir uns ihr ganz schenken, so weit es geschehen kann, indem wir uns 
ihr zu Ehren alles Besitztums berauben, so wird sie gegen uns noch unendlich großmütiger sein 
und uns für ein Ei ein Huhn schenken. Sie wird sich uns völlig hingeben mit all ihren Verdiensten 
und Tugenden. Sie wird unsere Geschenke in die goldene Schale ihrer Liebe legen, wird uns 
bekleiden, wie Rebekka den Jakob, mit den schönen Kleidern ihres erstgeborenen und einzigen 
Sohnes Jesus Christus, d.h. mit den Verdiensten, welche zu ihrer Verfügung stehen. So werden 
wir als ihre Hausgenossen und Sklaven, welche ihr zu Ehren auf alles verzichtet haben, doppelte 
Kleidung besitzen: Omnes domestici eius vestiti sunt duplicibus: die Kleider und Kleinodien, die 
Verdienste und Tugenden Jesu und Mariä werden uns zu Verfügung stehen, mit denen wir uns 
als Sklaven Jesu und Mariä bekleiden können, nachdem wir uns unserer Armseligkeit entäußert 
haben. 

4. Sich so der allerseligsten Jungfrau weihen, heißt im höchsten Grade die christliche 
Nächstenliebe üben, weil man Maria das Teuerste gibt, was man hat, damit sie nach ihrem Willen 
darüber zu Gunsten der Lebendigen und Toten verfüge. 

5. Vermöge dieser Andacht bringt man auch seine Gnaden, Verdienste und Tugenden in 
Sicherheit, indem man sie Maria zur Bewahrung anvertraut und zu ihr spricht: „Siehe, meine 
gute Herrin, das ist das Gute, das ich mit der Gnade Deines Sohnes vollbracht habe. Ich bin nicht 
im Stande, es zu bewahren wegen meiner Schwäche und Unbeständigkeit, wegen der großen 
Zahl und Bosheit meiner Feinde, welche mich ohne Unterlass bedrängen. Ach, täglich sieht man 
Zedern des Libanon in den Staub fallen und Adler, welche sich bis zur Sonne erhoben, 
Nachtvögel werden. Tausend Gerechte fallen zu meiner Linken und zehntausend zu meiner 
Rechten. Himmlische und mächtige Fürstin, halte mich, damit nicht auch ich falle! Bewahre alle
meine Güter, damit man sie mir nicht stehle! Ich lege alles, was ich habe, mit Vertrauen bei Dir 
nieder: Depositum custodi! – Scio cui credidi: ich weiß, wer Du bist, daher vertraue ich mich 
ganz Dir an. Du bist treu gegen Gott und gegen die Menschen und wirst nicht gestatten, dass 
etwas von dem verloren geht, was ich Dir anvertraue. Du bist mächtig, nichts kann Dir schaden 
und niemand Dir entreißen, was Du in den Händen hast. Ipsam sequens, non devias, ipsam 
rogans, non desperas: ipsam cogitans, non erras, ipsa tenente, non corruis, ipsa protegente, non 
metuis, ipsa duce, non fatigaris; ipsa propitia, pervenis (St. Bernhard). Und an einer anderen 
Stelle: Detinet Filium, ne percutiat; detinet diabolum, ne noceat; detinet virtutes, ne fugiant; 
detinet merita, ne pereant; detinet gratias, ne effluant. 
Das sind die Worte des hl. Bernhard, welche im wesentlichen das zusammenfassen,
was ich soeben gesagt habe. Wenn dies der einzige Beweggrund wäre,
um mich zu dieser Andacht zu ermuntern, dass sie nämlich 
das sichere Mittel ist, um mich in der Gnade Gottes zu erhalten 
und sie sogar in mir zu vermehren, so müsste ich schon deshalb 
für sie ganz Feuer und Flamme sein. 

6. Diese Andacht macht die Seele schließlich wahrhaft frei in der Freiheit der Kinder Gottes. 
Da man aus Liebe zu Maria sich freiwillig zu ihrem Sklaven macht, so erweitert diese gute Herrin 
aus Erkenntlichkeit das Herz ihres Dieners, und lässt ihn mit Riesenschritten den Weg der 
Gebote Gottes gehen. Sie nimmt Überdruss, Traurigkeit und Skrupeln aus seinem Herzen 
hinweg. Das war die Andacht, welche unser Heiland die sel. Agnes von Jesus lehrte, als ein 
sicheres Mittel, um aus den großen Leiden und Verwirrungen herauszukommen, unter denen sie 
so lange gelitten hatte. „Mache dich zur Sklavin meiner Mutter!“ sprach Jesus zu ihr. Sie tat es 
und im Augenblick hörten ihre Leiden auf.
Um alle dies Vorteile zu bestätigen, könnte ich hier noch anführen alle Bullen und Ablässe der 
Päpste, alle Hirtenschreiben von Bischöfen zu Gunsten unserer Andacht, ebenso die zu ihrer 
Ehre errichteten Bruderschaften, das Beispiel von mehreren heiligen und großen Personen, 
welche sie geübt haben; aber ich übergehe das alles stillschweigend. 
Innere Übungen dieser Andacht
Ich sagte weiter, diese Andacht bestehe darin, dass man alle seine Handlungen durch Maria, 
mit Maria, in Maria, und für Maria vollbringt. Es ist nicht genug, sich einmal Jesus durch Maria in 
der Eigenschaft eines Sklaven zu weihen, es ist auch nicht genug, diese Weihe alle Monate oder 
Wochen zu wiederholen. Das wäre eine schnell vorübergehende Andacht, welche die Seele nicht 
zu der Vollkommenheit erheben könnte, zu welcher sie dieselbe wirklich zu erheben imstande 
ist. Es bietet nicht viel Schwierigkeit, sich in eine Bruderschaft aufnehmen zu lasse, oder 
äußerlich diese Andacht anzunehmen, und täglich einige mündliche Gebete zu sprechen, wie sie 
es vorschreibt. Die Schwierigkeit liegt vielmehr darin, in den Geist dieser Andacht einzudringen, 
welcher darin besteht, eine Seele innerlich abhängig zu machen von der allerseligsten Jungfrau, 
und durch sie von Jesus selbst. Ich habe viele Personen gefunden, welche äußerlich mit dem 
größten Eifer in die heilige Knechtschaft Jesu und Mariä eingetreten sind; aber selten habe ich 
solche gefunden, welche den Geist derselben erfasst haben, und noch weniger solche, welche 
darin ausharrten. 

1. Die wesentliche Übung dieser Andacht besteht darin, alle seine Handlungen durch Maria zu 
verrichten. Dies geschieht, wenn man sich nur durch Maria an Gott wendet, um nie allein, 
sondern nur durch ihre Fürbitte und Macht unterstützt, vor ihm im Gebete zu erscheinen.

2. Man soll alle seine Handlungen auch mit Maria verrichten, d.h. die allerseligste Jungfrau 
sich zum vollkommenen Vorbild nehmen bei allem, was man zu tun hat. Bevor man daher etwas 
unternimmt, soll man sich selbst und seinen Absichten entsagen, sich geradezu vor Gott 
vernichten und für ganz unfähig halten, etwas übernatürlich Gutes und Heilsames zu tun. 
Sodann soll man sich an die allerseligste Jungfrau wenden, um sich mit ihr und ihren, wenn auch 
unbekannten Absichten vereinigen. Durch Maria soll man sich dann mit den Absichten Jesu zu 
vereinigen suchen, d.h. sich wie ein Werkzeug in ihre Hände legen, damit sie in uns und mit uns 
handle, mit uns und für uns das tue, was ihr gut scheint, zur größeren Ehre des Sohnes und 
durch ihn zur Ehre des Vaters. Kurz, man soll in Bezug auf das innere geistliche Leben nichts 
unternehmen, als nur in Abhängigkeit von ihr.

3. Alle seine Handlungen soll man ferner verrichten in Maria, d.h. von Zeit zu Zeit soll man 
sich im eigenen Innern sammeln, um in sich ein geistiges Bild von Maria zu erwecken. 
Sie soll für die Seele der Tempel sein, in dem man Gott alle Gebet darbringt, 
ohne Furcht, zurückgewiesen zu werden; 
oder der Turm Davids, hinter dem man Schutz sucht gegen alle 
seine Feinde; oder das ewige Licht, um das ganze Innere zu erleuchten
und es mit der göttlichen Liebe zu entzünden; oder der heilige Tabernakel,
um in Maria und mit Maria Gott zu sehen. 
Maria soll endlich dieser Seele bei Gott ihr ein und alles und ihre ganze Zuflucht sein. 
Wenn die Seele betet, so geschehe es in Maria; wenn sie Jesus empfängt in der 
heiligen Kommunion, so überlasse sie ihn Maria, damit er bei ihr sein Gefallen finde; 
wenn sie arbeitet, so geschehe es in Maria; überall und in allem wird sie dann
Akte der Selbstentsagung üben. 

4. Endlich soll man alle seine Handlungen für Maria verrichten. Da man Sklave dieser 
erhabenen Fürstin ist, darf man ja nur noch für sie arbeiten, für ihren Nutzen, für ihre Ehre als 
dem nächsten Ziel und zur Ehre Gottes als dem letzten Ziel. Die Seele soll deswegen bei allem, 
was sie tut, ihrer Eigenliege entsagen, die sich selbst oft unbemerkt zu befriedigen trachtet. Sie 
soll schließlich oft von Grund des Herzens wiederholen: „O meine teure Herrin, für Dich gehe ich 
hierhin oder dorthin, für Dich tue ich dieses oder jenes, für Dich dulde ich diesen Schmerz und 
ertrage diese Unbilden!“


Praktische Ratschläge
Hüte dich, teure Seele, zu glauben, dass es vollkommener sei, geradewegs zu Jesus, 
unmittelbar zu Gott zu gehen. Dein Handeln, deine Absicht würde von geringem Werte sein. 
Wenn du aber durch Maria zu Gott gehst, so wird Maria dich begleiten und in dir tätig sein, so 
dass dein Handeln erhaben und Gottes würdig ist. 
Bemühe dich nicht, Trost oder Befriedigung zu suchen aus dem, was du tust und sagst. 
Handle, rede und lebe nur aus dem Glauben mit kindlichem Vertrauen, wie es Maria auf Erden 
tat, eine Gnade, die sie dir mit der Zeit mitteilen wird. Im Übrigen überlasse als armer, kleiner 
Sklave deiner Herrin die klare Anschauung Gottes, die Entzückungen, die Freuden, die Wonnen 
und Reichtümer. Dich selbst aber leite nur der reine, demütige Glaube, trotz allen Missbehagens, 
trotz deiner Zerstreuungen, deiner Langweile und deiner Trockenheiten. Sprich „Ja“ und „Amen“ 
zu allem, was Maria, deine himmlische Herrin, im Himmel tut. Das ist das Beste, was du für jetzt 
tun kannst. Betrübe dich vor allem nicht, wenn du nicht sogleich der süßen Gegenwart der 
allerseligsten Jungfrau in deinem Innern dich erfreust; diese Gnade wird nicht allen verliehen. 
Falls Gott in seiner großen Barmherzigkeit eine Seele damit beglückt, so kann sie diese doch 
wieder leicht verlieren, wenn sie sich nicht Mühe gibt, die innere Sammlung öfters zu erneuern. 
Wenn dir dieses Unglück begegnen sollte, so kehre gelassen wieder zu deiner Herrin zurück und 
leiste Abbitte. 


Früchte dieser Andacht
Wenn du diese Andacht übst und das wenige, was ich dich gelehrt, treu befolgst, wird deine 
eigene Erfahrung, schneller und besser, als ich es zu sagen vermag, dir zeigen, welch große 
Gnadenschätze mit dieser Übung verbunden sind; du wirst darüber staunen und mit Jubel erfüllt 
werden. Arbeiten wir demnach, geliebte Seele, und handeln wir so, dass durch treue Übung 
dieser Andacht die Seele Mariä in jedem von uns sei, um den Herrn zu verherrlichen, und der 
Geist Mariä uns innewohne, um in Gott, unserem Heilande, zu frohlocken. Das sind die Worte des 
hl. Ambrosius: Sit in singulis anima Mariæ, ut magnificet Dominum, sit in singulis spiritus Mariæ, 
ut exultet in Deo. Sei überzeugt, dass keineswegs mehr Ehre und Glück darin besteht, im Schoß 
Abrahams, im Paradies zu ruhen, als im Schoß Mariä, denn in diesem hat Gott selbst seinen 
Thron aufgeschlagen. Das sind die Worte des gelehrten Abtes Guerricus: Ne credideris maioris 
esse felicitatis habitare in sinu Abrahæ, qui vocabatur Paradisus, quam in sinu Mariæ, in quo 
Dominus posuit thronum suum.

Diese Andacht, treu geübt, bringt in der Seele eine Fülle der herrlichsten Wirkungen hervor. 
Die hauptsächlichste aber besteht darin, dass das Leben Mariä in einer Seele so fest gegründet 
wird, dass es gewissermaßen nicht mehr die Seele ist, welche da lebt, sondern Maria in ihr; denn 
die Seele Mariä wird sozusagen ihre Seele. Ist aber durch diese unaussprechliche, aber doch 
wahrhafte Gnade die Gottesmutter Maria Königin in einer Seele, welche Wunder bringt sie nicht 
in derselben hervor! Sie ist ja die Meisterin der großen Wunderdinge, besonders im Inneren und 
arbeitet dort im Geheimen, sogar ohne Wissen der Seele, welche bei der Kenntnis hiervon leicht 
die Schönheit ihrer Arbeiten zerstören könnte. 

Da Maria ferner überall die fruchtbare Jungfrau ist, so bringt sie in das Innere eines jeden 
Menschen, bei dem sie einkehrt, Reinheit des Herzens und des Leibes, Reinheit der Absichten 
und der Gedanken, sowie die Fruchtbarkeit der guten Werke hervor. 

Denke daher nicht, teure Seele, Maria, das fruchtbarste unter allen Geschöpfen,
das sogar einen Gottmenschen zur Welt gebracht hat, bleibe müßig in einer 
reinen Seele. Sie wird diese immerdar für Jesus Christus und Jesus Christus
in ihr leben lassen nach dem Worte des hl. Paulus: 
Filioli mei, quos iterum parturio, donec formetur Christus in vobis (Gal 4,19), 
„o meine Kindlein, für die ich abermals Geburtsschmerzen habe, 
bis Christus in euch gestaltet wird.“ 

Wenn Jesus Christus die Frucht Mariä in jeder einzelnen Seele ist, ebenso wie 
die Welt im allgemeinen, so ist Jesus Christus ganz besonders ihre Frucht
und ihr Meisterwerk in jener Seele, in der sie Wohnung genommen hat.
Endlich wird Maria für eine solche Seele bei Jesus Christus alles erwirken. 
Sie erleuchtet den Verstand mir ihrem reinen Glauben, 
vertieft das Herz durch ihre Demut, erweitert und erwärmt 
es durch ihre Liebe, reinigt es durch ihre Reinigkeit, adelt und verherrlicht
es durch ihre Mutterschaft. Doch wozu noch lange reden! 
Die Erfahrung lehrt diese Wunderwerke Mariä, die den Weisen und Stolzen, 
ja selbst den mittelmäßigen Christen beiderlei Geschlechtes unglaublich erscheinen. 

Wenn Gott durch Maria das erste Mal in Erniedrigung und Selbstentäußerung in die Welt 
gekommen ist, warum sollte man nicht glauben, dass er auch das zweite Mal durch Maria 
kommen werde, wie die ganze Kirche ihn erwartet, um überall zu herrschen und zu richten die 
Lebendigen und Toten? Freilich, wie und wann dies geschehen wird, wer kann das wissen? Doch, 
das weiß ich, dass Gottes Gedanken von den unsrigen weiter entfernt sind, als der Himmel von 
der Erde, und dass er zu einer Zeit und auf eine Weise kommen wird, wann und wie es selbst die 
Gelehrtesten und schriftkundigsten Menschen am wenigsten erwarten. Man darf auch überzeugt 
sein, dass Gott gegen das Ende der Zeiten, und vielleicht eher als man meint, große, vom Hl. 
Geiste und vom Geiste Mariä erfüllte Männer erwecken wird, denen Maria die Gnade vermitteln 
wird, große Wunder in der Welt zu wirken, um die Sünde zu zerstören und das Reich Jesu 
Christi, ihres Sohnes, auf dem zertrümmerten Reich der verdorbenen Welt wiederherzustellen. 
Ja, gerade durch diese Andacht zur allerseligsten Jungfrau, welche ich freilich nur in kurzen
Zügen andeuten und bei meiner Schwachheit nur unvollkommen darlegen kann, werden diese 
heiligen Männer alles zustande bringen.


Äußere Übungen dieser Andacht
Außer der innerlichen Übung dieser Andacht gibt es auch mehrere äußere Übungen, die man 
nicht unterlassen und vernachlässigen darf.
Die erste Übung besteht darin, dass man sich an einem besonderen Gedenktag durch die 
Hände Mariä, zu deren Sklaven man sich macht, vollkommen dem Heiland schenkt. Zu diesem 
Zwecke wird man an dem betreffenden Tage die hl. Kommunion empfangen und ihn in größter 
Sammlung zubringen. 

Diesen Weiheakt soll man jährlich wenigsten einmal an demselben Tage erneuern. 

Zweitens soll man der allerseligsten Jungfrau jedes Jahr am gleichen Tage eine kleine Abgabe 
als Zeichen der Knechtschaft und Abhängigkeit entrichten. Auf solche Weise pflegten die Sklaven 
immer ihren Gebietern zu huldigen. Diese Abgabe kann in irgend einer Abtötung, einem 
Almosen, einer Wallfahrt oder einigen Gebeten bestehen. Der sel. Marinus hat sich, wie sein 
Bruder, der sel. Petrus Damianus, berichtet, alljährlich am Jahrestag seiner Aufopferung 
öffentlich vor dem Altare der allerseligsten Jungfrau gegeißelt. Derartiges wird aber von 
niemand verlangt, nicht einmal angeraten. Wenn man Maria auch nicht viel gibt, so soll man 
doch das wenige, das man ihr anbietet, mit demütigem und dankbarstem Herzen opfern. 

Drittens soll man alljährlich mit besonderer Andacht das Fest der Verkündigung Mariä, das 
Hauptfest dieser Andacht, begehen, an welchem man vor allem die Abhängigkeit betrachtet, ehrt 
und nachahmt, der sich das ewige Wort Gottes aus Liebe zu uns an diesem Tage unterzogen hat. 
Die vierte äußere Übung besteht darin, jeden Tag, ohne sich jedoch durch eine Sünde dazu 
verpflichtet zu halten, die kleine Krone der allerseligsten Jungfrau zu beten, die aus drei Vater 
unser und zwölf Ave Maria besteht. Auch ist es ratsam, oft das Magnifikat zu beten, welches der 
einzige Gesang ist, den wir von Maria haben, um Gott für seine Wohltaten zu danken und um
neue Gnaden zu erlangen. Ganz besonders sollen wir es uns angelegen sein lassen, diesen 
Lobgesang nach der hl. Kommunion zur Danksagung zu verrichten, wie es nach der Meinung des 
gelehrten Gerson die allerseligste Jungfrau selbst nach der Kommunion zu tun pflegte. 



Wie Maria in unseren Seelen zum Leben und zur 
Herrschaft gelangt oder
Pflege und Wachstum des Baumes des Lebens 

Auserwählte Seele, hast du durch die Wirkung des Heiligen Geistes begriffen, 
was ich dir soeben gesagt habe? 
Danke Gott dafür; denn es ist ein den meisten unbekanntes Geheimnis. 
Wenn du den im Acker Mariä verborgenen Schatz, die kostbare Perle, gefunden hast, 
von der das Evangelium redet, so verkaufe alles, was du hast, um sie zu erwerben. 

Bringe dich selbst als Opfer dar, lege es in die Hände Mariä und verliere dich ganz in ihr,
um daselbst Gott allein zu finden.
Wenn der Heilige Geist in deine Seele den wahren Baum des Lebens gepflanzt hat –
das ist die Andacht, welche ich soeben erklärt habe –,
so musst du allen Fleiß anwenden, um ihn zu pflegen,
damit er zur rechten Zeit Früchte bringe.
Diese Andacht ist das Senfkörnlein, von dem es im Evangelium heißt,
dass es zwar das kleinste Samenkorn ist, aber dennoch zu einem großen Baume heranwächst,
dass die Vögel des Himmels, d.h. die Auserwählten, in seinen Zweigen sich einnisten,
bei der Hitze der Sonne in seinem Schatten ausruhen und sich dort vor den wilden
Tieren in Sicherheit bringen.

Wie ist dieser Baum des Lebens in uns zu pflegen?



1. Ist dieser Baum erst einmal in einem getreuen Herzen gepflanzt, so will er in freier Luft
und ohne menschliche Stütze wachsen. Weil göttlichen Ursprungs, soll ihn kein Geschöpf hindern,
sich zu Gott, seinem Ursprung, zu erheben. Nicht auf ihren eigenen Fleiß und ihre natürlichen
Talente, auf ihr Ansehen oder auf die Autorität der Menschen soll sich die Seele stützen:
zu Maria soll sie ihre Zuflucht nehmen und nur auf ihre Hilfe zählen.

2. Die Seele, in welcher dieser Baum gepflanzt ist, muss wie ein guter Gärtner unaufhörlich
damit beschäftigt sein, ihn zu bewachen und im Auge zu haben. Denn dieser Baum, der Leben
hat und Früchte des Lebens hervorbringen soll, will durch beständige und sorgfältige Pflege von
Seiten der Seele großgezogen werden. Eine Seele, welche vollkommen werden will, muss oft an
diese Aufgabe denken, ja ihre Hauptbeschäftigung daraus machen.

3. Dornen und Disteln muss man ausreißen und abschneiden, welche mit der Zeit diesen
Baum ersticken oder daran hindern könnten, seine Frucht zu tragen, das heißt man muss sich
befleißigen, durch Abtötung und Selbstüberwindung alle unnützen Vergnügungen und eitlen
Beschäftigungen mit den Geschöpfen unnachsichtig zu vermeiden,
oder mit andern Worten, man muss sein Fleisch kreuzigen,
das Sillschweigen halten und seine Sinne abtöten.

4. Man muss sorgfältig darüber wachen, dass die Raupen diesem Baum keinen Schaden
zufügen. Diese Raupen sind die Eigenliebe, die Liebe zur Bequemlichkeit, welche die grünen
Blätter zernagen und die schönsten Früchte zerstören. Die Eigenliebe verträgt sich nie und
nimmer mit der wahren Liebe zu Maria.

5. Böse und schädliche Tiere muss man sorgfältig fernhalten. Diese Tiere sind die Sünden,
welche dem Baume des Lebens durch die bloße Berührung schon den Tod bringen können; nicht
einmal ihr Hauchs soll sie anwehen, d.h. die lässlichen Sünden, welche stets sehr gefährlich sind,
wenn man sie leichtsinnig begeht.

6. Man muss diesen göttlichen Baum häufig begießen, indem man seine Übungen der
Frömmigkeit, seine Beichten, seine Kommunionen und andere öffentliche und private
Gebetsübungen gut verrichtet; sonst würde der Baum aufhören, Früchte zu tragen.

7. Man soll sich keine Sorge machen, wenn dieser Baum vom Winde bewegt und geschüttelt
wird. Es ist selbstverständlich, dass der Wind der Versuchungen weht, um ihn zum Falle zu
bringen, und dass Schnee und Eis auf ihn fallen, um ihn zu verderben. Diese Andacht zur
allerseligsten Jungfrau wird sicher viel angegriffen werden und Widerspruch erleiden; wenn
man aber in der Pflege derselben beharrlich bleibt, ist nichts zu fürchten.

Auserwählte Seele, wen du so den vom Heiligen Geiste in deine Seele neu gepflanzten
Baum hegst und pflegst, so versichere ich dir, wird er in kurzer Zeit so hoch wachsen,
dass die Vögeldes Himmels darin wohnen können. Er wird so vollkommen werden,
dass er zu seiner Zeit die Frucht der Ehre und der Gnade,
d.h. den liebens und anbetungswürdigen Jesus hervorbringen wird,
der ja immer die einzige Frucht Mariä gewesen ist und sein wird.

Glücklich eine Seele, in welcher Maria, der Baum des Lebens, gepflanzt ist;
glücklicher jene, in welcher er wachsen und blühen kann; überaus glücklich jene,
in welcher er seine Früchte bringt; am glücklichsten von allen aber jene,
welche seine Frucht verkostet und bewahrt bis in den Tod und in alle Ewigkeit.
Amen.






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