Kommentar! Gehorsamsverweigerung gegen fehlbare Obere ist erlaubt, wenn der Glaube auf dem Spiel steht! Bischof Williamson

Nummer CDIV (404) 11. April 2015

Untergrabener Glaube

Steht der Glaube nicht auf dem Spiel, so muß man gehorchen?
Doch wird der Glaube der Bruderschaft heute untergraben.
Das kürzliche Vorwort eines Priorats-Rundbriefes eines ehrenwerten Kollegen der Priesterbruderschaft St. Pius X. zeigt einen Hauptgrund, warum die Bruderschaftspriester noch nicht dem „Widerstand“ sich anschließen: weil sie noch nicht annehmen, daß der Glaube auf dem Spiel steht. Wir fragen uns, was noch kommen muß, damit sie es einsehen. Die Oberen der Neubruderschaft sind sicherlich davon überzeugt, selber nicht den Glauben zu verändern, und desto einfacher finden sie es, den Bruderschaftspriestern und -laien einzureden, daß sie nicht dabei sind, den Glauben zu verändern. Doch wenn sie den wahren Glauben hätten, wie könnten sie dann überhaupt daran denken, ihre Lefebvrische Glaubensverteidigung unter die Kontrolle der Neo-Modernisten in Rom zu stellen?
Das Vorwort trägt den Titel „Fehlbaren Oberen gehorchen.“ Es anerkennt, daß Gehorsamsverweigerung gegen fehlbare Obere erlaubt ist, wenn der Glaube auf dem Spiel steht. Doch die Betonung des Vorwortes liegt auf den Grenzen, die einer solchen Verweigerung zu setzen sind: Anarchie und Mißachtung der Oberen sind nie erlaubt; Gehorsam gegen rechtmäßige Obere ist jeder Gesellschaft zueigen; Obere besitzen spezielle Standesgnaden; Vorsicht muß walten beim Warnen von Schäfchen, welche die notwendige Unterscheidungen nicht treffen können; ein gefährlicher Geist von Unabhängigkeit herrscht heutzutage überall vor (Benedikt XV.); Beschimpfungen uam. sind zu vermeiden. Diese Prinzipien sind einwandfrei, doch ist ihre Anwendung das Problem.
Beispielsweise scheut des Kollegen Vorwort Beschimpfungen, erkennt allerdings an, daß Pius IX. die „liberalen Katholiken“ als die „schlimmsten Feinde“ der Kirche bezeichnete. Tatsächlich ist in jeder Kirchenkrise das Erkennen und Benamen der Kirchenfeinde, z.B. die „Protestanten“ in der „Reformation,“ der erste wichtige Schritt, um sie bekämpfen zu können. Sicherlich gewahrte dies der Verfasser des Vorworts, wenn der Glaube auf dem Spiel stünde, doch wird er bestreiten, daß in der Priesterbruderschaft eine Glaubenskrise existiert. Herr Pater, denken Sie, daß die unter die Verurteilung von Pius IX. fallenden liberalen Katholiken des 19. Jahrhunderts einen einzigen Glaubensartikel direkt geleugnet hätten? Im Gegenteil würden sie ihren Glauben an jeden solchen Artikel energisch bekräftigt haben. Doch würden sie nicht ebenso energisch denSyllabus von Pius IX. verurteilt haben? Das Problem des modernen Verstandes, katholisch zu sein, liegt nicht im Annehmen oder Verwerfen irgendeiner Glaubenswahrheit im besonderen, sondern in der instinktiven Untergrabung aller Wahrheiten überhaupt. Wenn kein Wunder geschieht, so ist diese schreckliche Auflösung des Verstandes ein praktisch unlösbares Problem für den Glauben und vom Glauben.
Jedoch hat diese Auflösung die Bruderschaftsführung angesteckt. Herr Pater, anerkennen Sie, daß die „Hermeneutik der Kontinuität“ von Benedikt XVI. gleichbedeutend ist mit dem Aufheben des Gesetzes der Widerspruchslosigkeit? Haben Sie den Absatz III.5 in Bischof Fellays Doktrineller Deklaration vom April 2012 studiert, ein Dokument, welches er umständlich „zurückzog,“ ohne es allerdings jemals inhaltlich zurückzunehmen? Dieses Dokument sagt, daß die nicht-traditionellen Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils eben traditionell ausgelegt werden müssen. Ist das nicht das perfekte Beispiel für die „Hermeneutik der Kontinuität“ und für die Eroberung der Wirklichkeit durch die Interpretation? Streiten Sie wirklich noch ab, daß in der Bruderschaft eine Glaubenskrise existiert, wenn der Generalobere den Römern sich anschließt beim Aufheben des Gesetzes der Widerspruchslosigkeit, wenn er in Widersprüchen schwimmt wie ein Fisch im Wasser, und in „terminologischen Ungenauigkeiten,“ wie ein Staatsmann sie einmal wohlwollend nannte?
Nebenbei behaupten Sie in Ihrem Vorwort, wer „in Frage stellt, daß es im im 21. Jahrhundert noch eine Hierarchie geben kann, der schließt von allem katholischen Leben sich aus.“ Man könnte zustimmen bei jemandem, welcher die Hierarchie grundsätzlich ablehnt. Doch wenn er bloß zu seinen Praxisbeobachtungen Bezug nimmt, würde er dann nicht ein Jahrhundert später lediglich jene Entwicklung beobachten, welche laut Ihrem Zitat schon Benedikt XV. Im Jahr 1914 beobachtete: „der gefährliche Geist von Unabhängigkeit überall“?
Kyrie eleison.

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