▶︎ Kommentar Weihbischof Williamson "Langsamer Niedergang I&II!"



Langsamer Niedergang – I

Und spiegeln meine Taten nicht getreu mein Denken wider,
So sinkt mein Denken auf die Stufe meiner Taten nieder.
Das hier angeführte Zeugnis eines gläubigen Katholiken aus den USA trifft gar manchen Nagel auf den Kopf:
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat sich „ein neues Image verpasst“ und ist nicht mehr, was sie einst war. So wie die ursprüngliche Priesterbruderschaft zur Katholischen Kirche gehörte, gehört die Neubruderschaft zur Neukirche. Wer alt genug ist, um sich zu erinnern, dem kommt alles so vor wie eine Neuauflage von Vatikan II, nur noch schlimmer, weil es diesmal keine direkte Attacke auf die Doktrin und kein grosses Konzil gibt; stattdessen verbreitet sich die Revolution mittels eines langsamen, fast unmerklichen gesellschaftlichen Wandels.
Denn während der Anschein der Tradition noch aufrechterhalten wird, wird die traditionalistische Bewegung langsam von innen her verändert. Äusserlich und materiell scheint es um die Priesterbruderschaft besser bestellt zu sein denn je zuvor; es stehen ihr immer mehr Geld und immer mehr Gebäude zur Verfügung, doch innerlich und spirituell befindet sich die Bruderschaft in einem Prozess des langsamen Niedergangs, weil die Krankheit des Modernismus ihre Anhänger unmerklich infiziert. 
Eine Reihe von Symptomen weist darauf hin, dass sich der Modernismus innerhalb der Bruderschaft in gleicher Form offenbart wie früher in der Kirche; hiervon zeugen beispielsweise ihre jungen, glücksselig strahlenden Priester, die den „Friedenspriestern“ der sechziger und siebziger Jahre, wie der grosse Kardinal Mindszenty sie nannte, aufs Haar gleichen. Viele von ihnen leiden an Verweichlichung – im Gegensatz zu den früheren Generationen von Priestern, jedoch genau wie manche der führenden Laien, die in Schulen der Neubruderschaft lehren.
Und so ist die Messe immer noch traditionell, doch die ganze Kultur um sie herum ist die des Novus Ordo. Die Traditionalisten wollen die alte Messe und die Sakramente bewahren und auch einen Teil der Moral aus dem Katechismus, aber zugleich wollen sie alles andere, was die moderne Welt anzubieten hat. Dies führt dazu, dass viele sogenannte traditionalistische Katholiken sich ausserhalb der Messe und der Sakramente kaum noch von ihren Mitmenschen unterscheiden, die sich der modernen Welt mit Haut und Haaren verschrieben haben. Wenn es um Scheidung, Ehenichtigkeitserklärung, „alleinstehende“ Mütter usf. geht, sind die Statistiken ein und dieselben. Falls die Traditionalisten mit der modernen Welt gehen wollen, können sie der wahren Religion nicht treu bleiben. Hier heisst es: Entweder – oder.
Tatsache ist, dass die traditionalistische Bewegung nun für die Welt geöffnet wird, damit sie gesellschaftlich akzeptabel und normal wird, und dass der Prozess der Modernisierung in vollem Gange ist, langsam, aber unerbittlich. Eine neue, junge Generation hält das Steuer in der Hand und ändert den Kurs. Die alten, verschrobenen, peinlich wirkenden Hardliner sind von der Bühne abgetreten, und die Tradition hat ein neues Image, ein neues, glückliches, freundliches Gesicht. Die Mainstream-Kirche hat vor fünfzig Jahren ihr „Aggiornamento,“ also ihre Anpassung an die heutigen Verhältnisse, vollzogen, und die Bruderschaft holt diesen Prozess in unseren Tagen nach. Die alte Generation, die so viele Schlachten ausfocht, um den Glauben unverfälscht zu bewahren, wird nun von einer neuen Generation abgelöst, die den Novus Ordo sowie die Geschichte seiner Entstehung niemals gekannt hat und nie für etwas kämpfen musste. Die heutigen jungen Traditionalisten sind in aller Regel in einer traditionalistischen Blase aufgewachsen und wissen viel zu wenig von dem gestrigen Krieg, vor dessen Hintergrund der heutige zu sehen ist. Vor dem Konzil bezeugte Bella Dodd, dass die Kirche von den Kommunisten unterwandert wurde. Sind wir ganz sicher, dass der traditionalistischen Bewegung gegenwärtig nicht dasselbe widerfährt?
Es war alles nur allzu leicht voraussehbar. Da die Bruderschaft nicht unfehlbar ist, macht sie nun dasselbe durch wie die Kirche vor fünfzig Jahren – Infiltration, Kompromisse, Zerfall und derselbe Prozess der Selbstzerstörung. Erzbischof Lefebvre hätte diesen radikalen Wandel sofort entdeckt, doch allzu viele Frösche im Topf der Bruderschaft haben noch nicht einmal gemerkt, wie heiss das Wasser inzwischen geworden ist. Der Erzbischof „reichte weiter, was er empfangen hatte,“ doch wie kann die neue Generation weiterreichen, was sie niemals empfangen hat? Deshalb hören wir jetzt, dass die „unvermeidliche Versöhnung“ bevorsteht. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wird als Teil der Neukirche akzeptiert werden und im Gegenzug die Neukirche akzeptieren müssen. Sie wird fortan nur noch eine der vielen Seitenkapellen im Pantheon der Neuen Weltordnung bilden. Und was die „Versöhnung“ betrifft – welche Seite hat der anderen nachgegeben? Ist die Konzilskirche etwa katholisch geworden? Mitnichten!
Nächste Woche wird derselbe Zeuge abermals zu Worte kommen.
Kyrie eleison.
25. März 2017

1. April 2017

Langsamer Niedergang – II

Und übt die heut’ge Welt an Glauben und Moral Verrat
Ich folg ihr nicht, ich bleibe treulich auf dem rechten Pfad.
Wegen seiner Länge konnten wir den Brief des besorgten amerikanischen Katholiken in unserem letztwöchigen Eleison-Kommentar nicht vollumfänglich, sondern nur auszugsweise veröffentlichen und mussten viele interessante Dinge auslassen. Hier seien noch zwei weitere wertvolle Absätze nachgeliefert, in denen der Verfasser seine Gedanken zu der Traditionellen Schule und den Traditionellen Frauen äussert. Die zentrale Schlussfolgerung ist immer dieselbe: Wenn ich nicht so lebe, wie ich denke, werde ich zwangsläufig so denken, wie ich lebe. Nur Geduld! Gott verlangt von uns nicht das Unmögliche, aber andererseits erwartet er von uns, dass wir das Bestmögliche anstreben.
Vielleicht erzielt der Modernismus bei der Unterwanderung der Traditionalistischen Bewegung seine durchschlagendsten Erfolge auf dem Gebiet der Erziehung. Allerlei moderne Praktiken haben sich in ihre Schulen eingeschlichen, ohne dass sich jemand dessen gewahr zu werden scheint. Die modernistische pädagogische und psychologische Philosophie der fünfziger und sechziger Jahre wird in den Unterricht eingeschmuggelt, zusammen mit all den gängigen Schlagworten und Begleiterscheinungen. Altmodische Lehrer sind zum Problem geworden. Eine moderne Armee von Verwaltern, Spezialisten für Lehrpläne, Erziehungsexperten, Kinderpsychologen etc. hält jetzt das Heft in der Hand und verspricht wie üblich, alles besser zu machen, insbesondere in weltlichen Fragen wie Prüfungsergebnisse, Wahl des geeigneten College und lukrative Karrieren. Angeblich Traditionalistische Schulen werden staatlichen Schulen immer ähnlicher.
Die soziale Revolution, die sich unter den Kindern unserer Schulen täglich abspielt, beeinflusst besonders die Mädchen sehr nachhaltig. 

Es existiert ein virulenter Erregerstamm eines Traditionalistischen Feminismus. Viele haben das moderne Gift der Gleichheit und des Konkurrenzkampfes zwischen Frau und Mann in sich aufgenommen. Von Kindsbeinen an werden sie gegen die Männer aufgehetzt. 
Sie wollen mit ihnen konkurrieren und denken, sie könnten fast alles, was Männer können. Dem, was die Tradition über die Rolle der Frau sagt, schenken sie nur geringe oder gar keine Aufmerksamkeit. Sie bilden sich ein, dass sie auf jedem beliebigen Feld eine höchst erfolgreiche berufliche Karriere absolvieren und dennoch zugleich eine gute katholische Ehefrau und Mutter sein können. 
Der alte Spruch „Der Platz der Frau ist zu Hause“ wird in Traditionalistischen Kreisen nicht mehr beherzigt, sondern im Gegenteil offen verspottet. Das Schlimmste ist jedoch, dass unsere Mädchen dies nicht von der Welt, sondern von unseren eigenen Leuten zu hören bekommen. In unseren Schulen bekleiden zu viele Frauen wichtige Positionen, und es gibt zu viele Lehrerinnen. Dies ist eine revolutionäre Erscheinung und bietet ein denkbar schlechtes Vorbild für unsere Mädchen, das auch durch noch so viele Predigten nicht überwunden werden kann. Doch was hilft es einer Frau, sich sittsam zu kleiden, wenn sie sich in jeder anderen Hinsicht wie ein Mann benimmt, insbesondere auf sozialem, wirtschaftlichem und politischem Gebiet? Noch vor einigen Jahren hätten nicht nur Traditionalisten dies gewusst, aber heute wird es als Traditionell propagiert.
Was ist denn so falsch an der modernen Erziehung und ihren modernen Methoden? Antwort: Das Herz und die Seele wahrer Erziehung ist der katholische Glaube, was bedeutet, dass Erwachsene mit der Unterstützung der (wahren) Kirche ihre Autorität nutzen, um jungen Menschen durch direkten menschlichen Kontakt erstens beizubringen, wie man das Himmelreich erwirbt, und zweitens, wie man als Erwachsener ein gesundes Leben führt, das mit dem Wunsch, das Himmelreich zu erwerben, in Übereinstimmung steht. Wie viele „Verwalter, Spezialisten für Lehrpläne, Erziehungsexperten und Kinderpsychologen“ besitzen eigentlich praktische Erfahrung als Lehrer in unseren heutigen Klassenzimmern, geschweige denn den Glauben? Aufgrund des Mangels an Glauben sind die heutigen Klassenzimmer zu Dschungeln voll wilder Tiere geworden. Kein Wunder, dass die „Experten“ sie ängstlich meiden. Sie sind mit ihrem Latein am Ende und wissen nicht, wie sie es anstellen sollen, um die Kinder richtig zu erziehen.
Und was ist das Problem mit den modernen Frauen? Moderne Männer, die sie ausser Kontrolle geraten liessen. Gott schuf die Frau dem Manne untertan, noch vor dem Sündenfall. Was soll ein Mädchen also tun? Zum heiligen Josef und zur heiligen Anna – die beide wundervolle Ehepartner waren – beten, damit es einen Ehemann findet, den es achten kann. Gottes Arm wird durch die Verworfenheit der Menschen nicht verkürzt (siehe Jesaja LIX, 1). Und die Männer? Eure Frauen werden es sehr viel leichter finden, euch zu gehorchen, wenn ihr selbst Gott gehorcht (1. Korinther XI, 3).
Kyrie eleison.

Weibischof Williamson
|info@stmarcelinitiative.com 

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